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24.04.2008
Linda lässt sich nicht unterkriegenUnterstützer erhalten die ersten LINDA - Pflanzkartoffeln Zusammen mit dem LINDA-Freundeskreis hält Ellenberg an der beliebten Kartoffelsorte fest, um dessen Wiederzulassung seit 4 Jahren heftig gestritten wird. Der bisherige Züchter „Europlant“ wollte LINDA nach 30 Jahren vom Markt nehmen, um neue Sorten zu placieren, obwohl viele Bauern und Verbraucher weiter LINDA auf dem Acker und auf dem Teller haben wollen.
Der LINDA-Freundeskreis stellte daraufhin einen Antrag auf Wiederzulassung. Da das erneute Anmeldeverfahren von LINDA beim Bundessortenamt in Hannover viel Geld gekostet hat, haben zahlreiche Kartoffelbauern und Pflanzkartoffelhändler einen Solidaritätsbeitrag geleistet.
Jeweils 500 € sind als ein Anteil der entstandenen Anmeldungskosten übernommen worden. Die Käufer dieser Anteile teilen sich gemeinsam das finanzielle Risiko, ganz gleich, ob LINDA wieder als Kartoffelsorte zugelassen wird oder nicht. Weitere „Anteilseigner“ werden gesucht.
„Vor wenigen Wochen hat das Bundessortenamt Hannover meinem Betrieb vorab das „Inverkehrbringen zu Forschungszwecken“ von 100 kg LINDA - Pflanzkartoffeln genehmigt“, berichtet Ellenberg. „Die Bauern, die einen Solidaritätsbeitrag zur Rettung von LINDA einbezahlt haben, haben sich durch ihren Einsatz den Kauf vom Pflanzgut als Erste gesichert“, so Ellenberg, der symbolisch an die Betriebe je 1 kg Pflanzkartoffeln ausgeliefert hat, die jetzt in den Boden gebracht werden. Das Pflanzgut darf normal angebaut und auch vermehrt werden. Karsten Ellenberg: „Aus 1 kg kann nach dreijähriger Vermehrung über 3000 kg geerntet werden. Wenn diese dann noch ein Jahr zum Anbau als Speisekartoffeln genutzt werden, können daraus sogar über 50.000 kg LINDA-Speisekartoffeln geerntet werden“.
Handel ist derzeit verboten
Die populäre Kartoffelsorte wird immer noch von den Experten des Bundessortenamts getestet. „Dieses Verfahren hat unnötig viel Zeit und Geld gekostet. Da LINDA zur Zeit nicht in der Bundessortenliste geführt wird, ist ein Handel mit LINDA – Pflanzkartoffeln - über diese 100 kg hinaus - derzeit verboten“, erklärt Ellenberg. „Das Bundessortenamt und die Bundesregierung sind am Zug. Sie sollten den Markt entscheiden lassen und den Wünschen von Verbrauchern und Bauern nachkommen“, so Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. und Mitbegründer des LINDA-Freundeskreises. „Wir haben 2008 das von der UNO ausgerufene „Internationale Jahr der Kartoffel und im Mai ist die große UNO Konferenz zur Biologischen Vielfalt in Bonn. Eine Neuzulassung von LINDA als Pflanzkartoffel wäre ein deutliches Signal“, so der AbL-Geschäftsführer. Janßen verwies auf den aktuellen Bericht des UNO-Weltagrarrats, der die biologische Vielfalt und die traditionellen Anbaumethoden in bäuerlichen Betrieben als einen wichtigen Faktor zur Welthungerbekämpfung gekennzeichnet hat. „Die Kartoffel steht auf Platz vier der wichtigsten Grundnahrungsmittel mit ständig wachsender Bedeutung – und da muss LINDA mit dabei sein“.
Quelle: Karsten Ellenberg / LINDA- Freundeskreis c/o Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. |
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