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04.02.2010  

Saatgut ohne Gentechnik

35.000 Euro und damit den kompletten Reinerlös aus dem Verkauf von Saatgut für Kräuter und Gemüse hat die Firma Alnatura im letzten Jahr an den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft gespendet.
 
Durch die Aussaat von Bio-Saatgut im Schrebergarten oder im Balkonkasten wird nicht nur Gemüse ohne Chemie angebaut, mit dem Kauf der Bio-Saatguttütchen leisten die Kunden von Alnatura alljährlich auch einen aktiven Beitrag zur Züchtung von ökologischem Saatgut.
 
Warum ökologisches Saatgut?
Eine eigenständige ökologische Züchtung verhindert, dass der Bio-Landbau von den wenigen Firmen abhängig ist, die weltweit den Saatgutmarkt beherrschen. Monsanto und andere Agrarkonzerne kämpfen nicht nur für die Verbreitung von Gentechnik, die von zwei Dritteln der deutschen Verbraucher abgelehnt wird. Sie fördern zudem auch die Entwicklung von Hybridpflanzen, die im konventionellen Landbau bereits über 70 Prozent der Gemüsesorten ausmachen.
 
Diese teilweise im Labor entwickelten Sorten sind nur eingeschränkt für eine Wiederaussaat geeignet: Es sind „Einwegpflanzen“, mit denen die global agierenden Agrarkonzerne die Landwirtschaft in ihre Abhängigkeit bringen, denn die Bauern müssen jedes Jahr neues Saatgut kaufen. Auch geht die Vielfalt der Sorten verloren.
 
Öko-Züchter hingegen arbeiten mit samenfesten Sorten, das heißt mit Pflanzen, von denen neues Saatgut gewonnen wird und immer wieder auf den Feldern ausgesät werden kann - so wie dies die traditionelle Landwirtschaft schon seit Jahrhunderten praktiziert. Wichtig ist die Züchtung von Bio-Saatgut auch deshalb, weil sie Gemüse und Getreide hervorbringt, das den spezifischen Bedingungen des Öko-Landbaus entspricht. Ziel sind robuste Sorten, die auch ohne den Einsatz von Chemie stabile Erträge bringen, Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten bieten und viele Wurzeln haben, um möglichst viele Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen zu können. Ökologisches Saatgut ist außerdem dem Boden und dem Klima der jeweiligen Region angepasst.
 
Bei der konventionellen Saatgutzüchtung stehen der hohe Ertrag, Gleichförmigkeit, ein makelloses Erscheinungsbild und die Anwendbarkeit von Agro-Chemikalien im Vordergrund. Anders in der biologischen Saatgutzüchtung: Hier gelten die „inneren Werte“, also Geschmack, Bekömmlichkeit sowie ein hoher Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Obst und Gemüse als unabdingbare Qualitätsmerkmale einer gesunden Ernährung. Weil noch nicht genügend Bio-Saatgut verfügbar ist, müssen aber auch im Öko-Landbau noch viele Hybridsorten angebaut werden.
 
Die Züchtung von Saatgut ist teuer und langwierig: Die Entwicklung einer einzigen Sorte dauert bis zu zehn Jahre und kostet bis zu 600.000 Euro. Alnatura unterstützt deshalb bereits im sechsten Jahr mit einer Saatgutaktion die Zukunftsstiftung Landwirtschaft: Über 221.000 Euro sind bisher als Spende zusammengekommen und haben zur Entwicklung von rund 50 Gemüse- und Getreidesorten aus biologisch-dynamischem Anbau beigetragen.

Quelle: Alnatura

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