Garten-Kolumne
4.08.2010  

Brennesseljauche schlägt Chanel No.5

 
Die biologische Schädlingsabwehr lebe hoch! Aber reichlich komisch kam ich mir schon vor, als ich überall nach Brennnesseln Ausschau hielt. Fast überschwänglich meine Freude, als ich schließlich welche fand.
 
Mit Handschuhen geschützt schnitt ich einige Büschel ab, steckte sie in eine Plastiktonne und goss reichlich Wasser darüber. Und wartete erst einmal ab, bis es unter dem Tonnendeckel zu gären begann.
 
Kurz darauf war sie fertig: Meine erste selbst fabrizierte Jauche. Damit griff ich die Läuse an, die es sich in meinen Gemüsestauden gemütlich gemacht hatten. Einmal. Zweimal. Ein drittes Mal. Schließlich tat sich etwas: Die schwarzen Horden traten den Rückzug an von den Tomaten, dem Fenchel und auch vom Mangold. Nur für den Spinat kam die Rettung zu spät. Was an unversehrten Blättern von der Ernte übrig blieb, war kaum der Rede wert.
 
Es hätte mich aber auch stark gewundert, wenn dem Ungeziefer meine Jauche gefallen hätte. Denn die hatte es in sich. Das zeigen die weiträumigen Nebenwirkungen. Nach meiner Rückkehr von einer abendlichen Sprühaktion deutete mir meine Frau an, sie könne sich erinnern, dass ich ihrer empfindlichen Nase schon mehr Anlass zur Freude geboten hätte. Die Brühe hat so was von gestunken.
 
Vielleicht hätte auch Parfüm die Läuse vertrieben. Aber wer versprüht schon Chanel No.5 über sein Gemüse? Das Gesicht der Verkäuferin in der Kosmetikabteilung möchte ich sehen. "Ein Geschenk für Ihre Frau? - Ach iwo, ich habe Läuse auf dem Beet und denke mir, das Zeug halten die bestimmt nicht aus!"
 
Einmal abgesehen von der Jauche: So ein Gemüseanbau ist ja wirklich nicht nur etwas für das Auge. Zum Beispiel wusste ich noch nicht, dass Tomatenstauden bereits nach Tomate riechen, bevor sie die ersten Früchte tragen. Das finde ich sensationell. Denn im Büro riecht es immer nur nach Büro. Also eigentlich nach fast nichts. Zwischendurch mal nach Automatenkaffee, okay. Aber das war es dann auch schon.
 
Und jetzt einmal abgesehen von den Gerüchen. Da gibt es ein Wort, das sich ganz langsam ganz automatisch aufgedrängt hat. Es heißt "Fruchtfolge". Wo die Radieschen und die Rettiche wurzelten, habe ich zwei Riesenkürbisse gesät. Die beiden fangen jetzt ganz klein an. Und da, wo zuvor ein Teil des Salats stand, startet ein Versuch mit Paprika und Aubergine.
 
P.S. Beinahe hätte ich vergessen, mit meinem Kohlrabi zu prahlen. Das hole ich schnell nach. Also: Ich habe meinen ersten selbst gezogenen Kohlrabi selbst geerntet und selbst aufgegessen – und er hat geschmeckt! 
 
Fortsetzung folgt ...

Werbung

Branchenbuch

Produkte&Neuheiten

Werbung

Newsletter

Kleinanzeigen

Garten-Forum

Media Service

Buch-Tipps

Reise-Tipps

Ausflugsziele

dlv-Jobportal

Blumensamen für Ihren Garten. www.samenhaus.de
Biogärtner empfehlen robuste Sämereien. www.landecht.de
Quittenwein aus wiederentdeckten Sorten. www.landecht.de
Nistkasten, Insektenhotel, Vogelhaus & Co. www.landecht.de

Die weiteren Angebote des dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag

ADIZ | AFZ-DerWald | agrarheute.com | Agrartechnik | AGROmechanika | Archiv für Forstwesen und Landschaftsökologie |
Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt | Bayerns Pferde |Brac Lowiecka | Der Almbauer | Der Jagdgebrauchshund | Deutscher Waldbesitzer | die biene |
dlv-jobportal.de | dlz agrarmagazin | DRWAL |forstpraxis.de | Forst & Technik | Gemüse | Holstein INTERNATIONAL | Imkerfreund | jagderleben.de | joule |
kraut&rüben | Meilensteine der Landtechnik | LAND & Forst | Landecht.de | landlive.de | Las POLSKI | NL Briefe zum Agrarrecht | NL NEUE LANDWIRTSCHAFT |
HCX Новое сельское хозяйство | Niedersächsicher Jäger | Pferdeforum | PIRSCH | Rinderzucht Braunvieh | Rinderzucht Fleckvieh | SÄNGER & MUSIKANTEN |
technikboerse.com | unsere Jagd| zwiefach
© dlv 2010
www.dlv.de