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06.07.2011
Öko-Bauern auf naturkundlichem Spaziergang
So auch die Unterschiede zwischen Rauch- und Mehlschwalben im Aussehen und Verhalten.
"Schauen Sie sich um – was hören Sie, was sehen Sie?" Katharina Schertler
animierte 25 Landwirte, Gärtner und Hobbygärtner dazu innezuhalten. Rauch-
und Mehlschwalben drehen ihre Runden, Feldlerchen steigen lieblich singend
aus den Feldern gen Himmel.
Vielfalt auf Öko-Äckern fördert Nützlinge und Bestäubung durch Insekten Die Besucher bekamen wertvolle Tipps, wie sie die nützlichen Tiere bei sich
ansiedeln können. So sei beispielsweise eine Wasserstelle in der Nähe des Hofes wichtig,
damit die Schwalben feuchten Lehm für ihren Nestbau finden.
Die
Bildungsarbeit von Katharina Schertler wird von der Heidehof Stiftung in
Kooperation mit Bioland finanziert. Die Frage, warum es überhaupt wichtig ist, eine Artenvielfalt im Betrieb und
Garten zu schaffen, beantwortete die Beraterin gleich am Anfang. Würden zum
Beispiel Wildsträucherhecken, Blühstreifen oder offene Waldrandbereiche
angelegt, fänden viele Nützlinge einen neuen Lebensraum. Als Beispiel nannte
die Beraterin Hummeln. Sie bestäuben unter anderem Klee in
Kleegrasmischungen oder Obstbäume mit großem Erfolg, da sie schon bei
niedrigen Temperaturen unter zehn Grad fliegen. Honigbienen dagegen beginnen
erst ab etwa 12 Grad mit ihrer Arbeit.
Biodiversität zu fördern bedeute außerdem, dass die Schönheit der
heimatlichen Landschaft, ihr Erholungswert und ihre Einzigartigkeit erhalten
blieben. Dies wurde beim anschließenden Feldrundgang besonders deutlich. Der
erste Halt war am biodynamischen Kleegrasacker.
Katharina Schertler
erläuterte, dass die immer seltener werdende Feldlerche vom Ökolandbau
profitiere, da sie lichte Sommergetreide-Bestände und Kleegras als Brutplatz
bevorzuge. Trotzdem brauche die Lerche bis zu sieben Wochen für eine
erfolgreiche Brut. Das heißt, es müsse sich auch der Schnittabstand danach
richten, der zweite Schnitt von Kleegras nach hinten verschoben werden.
An der nächsten Station findet die Naturschutz-Beraterin im Blühstreifen
eines Kartoffelfeldes viele Hummeln und Wildbienen bei der Arbeit. Die bunt
blühenden Wildblumen ziehen sie magisch an. Von den meist solitär lebenden
Bestäubern gibt es rund 550 Arten in Deutschland. Sie leben teilweise nur
wenige Wochen oder Monate zur Blütezeit ihrer Wirtspflanzen. Auch sie können
mit regionalen Samenmischungen am Ackerrand gefördert werden.
Genauso sind blühende Wildsträucher, besonders im Frühjahr, wichtige
Nahrungsspender für die ersten Insekten.
Die Exkursion führt weiter zu einer
angelegten Wildsträucherhecke von Walter Badmann. "Hecken dienen Vieh-Weiden
als Mineralstofflieferant, verhindern Erosionen, bieten Unterschlupf für
Niederwild und Brutmöglichkeiten für Vögel", klärt die Beraterin auf. Hecken
sollten jedoch mindestens zweireihig angelegt werden, besser sogar
dreireihig. Als Trittstein und zur Biotopvernetzung sei eine Lage in
Waldnähe ideal.
Wichtig sei es, Wildsträucher aus der Region zu pflanzen,
die auch aus Samen der Region stammten, das heißt autochton sind. Die Pflege
der Hecke sollte naturgerecht erfolgen. Das heißt, die Hecke alle paar Jahre
ein Drittel auf den Stock setzen und nicht seitlich mit einem
Schlegelmulcher abfräsen. Nur so bilde sich mit den Jahren eine stabile,
dichte und natürlich gewachsene Hecke, die für Neuntöter, Goldammer und Co
ein idealer Lebensraum ist.
Die letzte Station führte die Teilnehmer zum Waldrand. Katharina Schertler
empfahl, ihn offen zu halten, das heißt einige Bäume in den Hintergrund zu
stellen, damit sich eine Trockenrasen-Flora einstellen könne. Sie sei
besonders anziehend für Schmetterlinge. Die Beraterin betonte, dass zwar
viele Maßnahmen im Naturschutz sinnvoll wären, jedoch sei es besser, kleine
Maßnahmen umzusetzen als große zu planen und dann wegen Zeitmangels nicht
fertigzustellen.
Am Ende der lehrreichen Exkursion wartete ein besonderes
Erlebnis auf die Teilnehmer: Ganz in der Nähe ertönte der typische Ruf einer
Wachtel, den Katharina Schertler den Teilnehmern mit nach Hause geben
konnte. Der Bodenbrüter lebt sehr heimlich und kann deshalb nur ganz selten
gesehen werden.
Quelle: Demeter Baden-Württemberg |
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