Folge 9: Fazit

Mein Schnecken-Selbstversuch war ein voller Erfolg. Der Beweis: Es ist mir vollkommen egal, ob ich mit dieser Einschätzung alleine bin.
War der Blick aufs Gemüsebeet schwer zu ertragen, wanderte er eben zu den Blumen.
© Eva Puchtinger
 
Zugegeben, die Versuchsbedingungen meines Schnecken-Experiments waren wissenschaftlich angreifbar. Wie konnte ich zu Beginn behaupten, ich würde – zugunsten der Gelassenheit – einfach nicht mehr so genau hinsehen, was die Schnecken in meinem Garten treiben? Obwohl doch klar war, dass ich genau das würde tun müssen, wenn ich darüber schreiben und alles mit Fotos dokumentieren möchte.
 
Aber was soll’s. Ich wollte ja keinen akademischen Titel erwerben. Deshalb traue ich mich auch, ein durch und durch subjektives Fazit zu ziehen. Es lautet: Ich bin absolut glücklich mit dem Verlauf meines Schnecken-Selbstversuchs. Wie ich dazu komme, obwohl mein Ernte-Erfolg im Gemüsebeet doch bestenfalls die Wertung semi-befriedigend verdient hat? Ganz einfach: Ich habe Nachbarn und Freunde erlebt, die Korn gestreut, Schnecken gesammelt, Eiernester ausgehoben und einiges mehr unternommen haben. Ich habe auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest in München (ZLF) den Erzählungen von Gärtnern gelauscht. Und ich habe dabei den Eindruck gewonnen, dass all diese Menschen mit sehr viel mehr Ärger und Anstrengung in etwa zum gleichen Ergebnis kamen: einer miesen Ernte.
Die Momente als Schnecken sogar über Sand krochen, sind fast vergessen.
© Eva Puchtinger
 
Für mich steht fest, es war ein Schneckenjahr, das ich mir für mein Experiment ausgesucht hatte. Anfangs vielleicht noch nicht, aber als nach einem völlig verregneten Frühsommer schwül-wechselhafte Wochen folgten, waren die Schnecken allen überlegen, nicht nur mir. Fragte man das statistische Schnecken-Amt, die Tiere würden die höchste Geburtenrate seit Beginn der Aufzeichnungen bestätigen. Da bin ich mir sicher.
 
Niemand wird je belegen können, ob meine Einschätzung stimmt oder ich völlig daneben liege. Aber sie zeigt doch, wie gut das mit der Gelassenheit und der positiven Sichtweise geklappt hat, oder etwa nicht? Und um nichts Anderes ging es schließlich.
 
Eine Garten-Saison lang hat kraut&rüben-Redakteurin Eva Puchtinger nichts gegen die Schnecken in ihrem Garten unternommen. Warum? Inspiriert von einer Leserin sollte dieses Experiment die Sichtweise ändern. In Zukunft ist der Salat zur Hälfte knackig-köstlich, nicht halb angefressen.