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13.12.2011  

Das erste Gartenbuch in der Geschichte

Die Sehnsucht der Deutschen nach Natur und Garten reicht bis ins Mittelalter zurück.
 
Das erste bekannt gewordene Gartenbuch in der Geschichte wurde von Kaiser Karl dem Großen im neunten Jahrhundert in Auftrag gegeben:
 
Die Landgüterverordnung Karls des Großen 
 
Freilich stand zu dieser Zeit der Nutzen und nicht primär die Ästhetik im Vordergrund. Capitulare de villis – so lautet der Name der Landgüterverordnung, in der Karl der Große den Anbau verschiedenster Nutzpflanzen anordnete.
 
Diese bis heute wichtige Quelle regelte die Verwaltung und Bewirtschaftung der Hofgüter und damit auch den Anbau von Obstbäumen, Weinreben, Gemüse und Küchen sowie Heilkräutern. Ziel war es, die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Sie war nach dem Untergang des römischen Reiches im 5. Jahrhundert fast vollständig zusammengebrochen.
 
Neben zahlreichen uns heute noch bekannten Pflanzen wie Lein (Flachs), Kolbenhirse, Frühkohl und Hanf enthält die 89 Sorten umfassende Liste auch etliche Heilpflanzen. Sie orientierte sich an den Kräutergärten der Klöster, die gegen jedes „Zipperlein“ ein Mittel parat hatten. Mund- und Rachenleiden sollten durch Blutwurz, Echte Kamille, Melisse oder Salbei gelindert werden. Bei Leber- und Gallenleiden wurden Kümmel, Leberblümchen, Löwenzahn, Pfefferminze oder Schafgarbe empfohlen. Heute eher unbekannte Pflanzen wie Diptam verwendete man bei Wundbrand, Kopfschmerzen und als geburtsförderndes Mittel.
 
Ein Original der „Capitulare de villis“ befindet sich in der „Herzog August Bibliothek“ in Wolfenbüttel. Interessierte können sogar via Internet einen Blick in das bibliophile Werk werfen (www.hab.de).
Garten Winzerhotel Alzey
 
Traditionsbewusste Gärtner versuchen heute wieder, die darin genannten Sorten zu pflegen und zu kultivieren, um sie so vor dem Vergessen zu bewahren, wie z.B. Frau Storr, im Garten des Winzerhotels in Alzey-Dautenheim.
 
Auch Lehrer gehören dazu, die mit dem Einrichten von Schulgärten versuchen, in Kindern das Bewusstsein für alte Kulturpflanzen zu wecken.
 

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