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12.04.2010  

Glasfaserkabel statt Funk

Studien haben gezeigt, dass Brieftauben und andere Tiere durch Mobilfunkstrahlen die Orientierung verlieren. Foto: Dietmar Grummt / pixelio.de
Der BUND warnt vor Zunahme des Elektrosmogs durch zusätzliche Sendeanlagen. Studien zeigen, Mobilfunk schadet Menschen, Tieren und Pflanzen.

 
Anlässlich der Versteigerung neuer Funkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur in Mainz (12. 4.) warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor einem massiven Ausbau der Mobilfunknetze vor allem in ländlichen Regionen.
 
Weil es auf dem Land an leistungsfähigen Glasfaserkabeln mangelt, ist dort die Attraktivität von Funktechniken besonders groß.  Doch über die Langzeitwirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt ist noch viel zu wenig bekannt. Die in der Europäischen Union geltenden Grenzwerte für Elektrosmog aus Mobilfunkanlagen hält auch das EU-Parlament für unzureichend. Außerdem fehlen Schutzmaßnahmen für die Anwohner der Sendestationen.
 
Der BUND fordert, mindestens ein Prozent der zu erwartenden fünf bis sechs Milliarden Euro des Versteigerungserlöses zur Erforschung der Gesundheits- und Umweltfolgen von Mobilfunkanwendungen einzusetzen.
 
Glasfaserkabel und Infrarot statt Funk
 
Bernd Rainer Müller, BUND-Mobilfunkexperte: „Um mögliche Umwelt- und Gesundheitsschäden zu vermeiden, dürfen die Funknetze nicht weiter ausgebaut werden. Stattdessen müssen immissionsarme Kommunikationstechnologien entwickelt werden, die solche Schäden ausschließen. Nötig sind beispielsweise die verstärkte Erforschung von Infrarot-Übertragungstechniken sowie ein deutlicher Ausbau der netzgebundenen Kommunikation über Glasfaserkabel.“  
 
Eine Reihe von Studien haben gezeigt, dass die Mobilfunkstrahlung Menschen, Tieren und Pflanzen schadet. Beim Menschen seien Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Erschöpfungszustände beobachtet worden. Bienen, Brieftauben oder Fledermäuse verlieren teilweise ihre Orientierung. In Laborversuchen seien Störungen des vegetativen Nervensystems sowie eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke nachgewiesen worden. Letzteres könne dazu führen, dass Umweltschadstoffe direkt ins Gehirn gelangen könnten. Zahlreiche Studien hätten auch die Schädigung von Spermien belegt. Zudem besteht der Verdacht auf Auslösung und Förderung von Hirntumoren.
 
In Deutschland gibt es nach BUND-Angaben derzeit rund 260000 große Mobilfunk-Sendeanlagen und zirka zwei Millionen kleinere Sendeanlagen. Hinzu kommen rund 100 Millionen Mobiltelefone sowie etwa 50 Millionen häusliche Sender wie WLAN, schnurlose Telefone und Anlagen zur Daten- und Videoübertragung. Lediglich für fest installierte Sendeanlagen existierten Grenzwerte entsprechend der Bundesimmissionsschutzverordnung für elektromagnetische Felder (26. BImSchV).
 
Diese gewährleisteten jedoch keinen Schutz vor den genannten Risiken. Zudem überschritten mobile Anwendungen wie die als „strahlungsarm“ angebotenen sogenannten DECT-Telefone (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) diese Grenzwerte, eine Reihe von Mobiltelefonen strahlten sogar um bis zum Zehnfachen stärker.  
 
Quelle: BUND

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