Wächst da noch was?

© Hartmut Masch / pixelio.de
Land unter herrschte wieder in einigen Teilen Deutschlands. Nach dem Abzug der Flut folgte die Ebbe im Garten - was kann man jetzt tun?
 
Zuerst geht es ums nackte Überleben, dann darum Haus und Hab und Gut zu retten. Schließlich folgen die Aufräumarbeiten, aber irgendwann stellt sich auch die Frage:
 
 
Was tun mit einem Garten, der völlig überflutet war?
 
Waren Schadstoffe im Wasser? Häufig führen die braunen Fluten nicht nur Sand und Schlamm mit sich, sondern auch Heizöl oder Diesel aus leckgeschlagenen Tanks oder Maschinen. Meist ist das am Geruch oder an schillernden Schlieren zu erkennen. In der Nähe von Klärwerken kann es auch zu Belastungen mit Fäkalien und Keimen kommen.
 
In beiden Fällen ist die Konzentration entscheidend. Sind nur Spuren vorhanden, kann der Boden diese rein organischen Schadstoffe, die in der obersten Erdschicht hängen bleiben, in wenigen Monaten abbauen.
 
Dicke Schichten stark belasteten Schlamms sollte man abtragen lassen. Ebenso alle Ablagerungen, die Schwermetalle enthalten, wie es an Flüssen der Fall sein kann, an denen Industrie- und Gewerbebetriebe angesiedelt sind.
 
Erkundigen Sie sich bei den lokalen Behörden (Wasserwirtschaftsamt, Gesundheitsamt). Dort weiß man in der Regel um die Gefahrenquellen vor Ort und hat vielleicht bereits konkrete Messwerte vorliegen.
 
Den Boden untersuchen 
 
Falls nicht, geben Bodenanalysen Aufschluss. Allerdings sollte man auch in diesem Fall erfragen, welche Belastungen in der Region wahrscheinlich sind, denn Analysen finden nur, wonach gezielt gesucht wird. Und je länger die Liste der Stoffe ist, desto höher der Preis.
 
Eine Untersuchung auf organische Schadstoffe (Öl, Fäkalien) beläuft sich schnell auf einen dreistelligen Betrag, eine auf anorganische Belastungen (z.B. Schwermetalle) landet oft im vierstelligen Bereich. Hier lohnt es sich, sich mit Nachbarn, Gartenbauvereinen oder anderen Gleichgesinnten zusammen zuschließen.
 
Wie wird der Boden wieder fit?
 
Nach Abzug des Wassers bleibt an der Erdoberfläche meist eine feine, stark verkrustete Schlammschicht zurück, die verhindert, dass Luft in den Boden kommt.
 
Regelmäßiges Hacken, alle 2 bis 3 Wochen 10 cm tief, sorgt für gute Belüftung und aktiviert das Bodenleben. Dadurch wird auch der Abbau noch vorhandener Schadstoffreste beschleunigt.
 
Eine Kur für den Boden ist die Einsaat von Gründüngungspflanzen wie Phazelia im September. Sie durchwurzeln und bedecken das strapazierte Erdreich im Winter. Im Frühjahr werden die abgefrorenen Pflanzenreste untergearbeitet.
 
Je nach Bodenart und je nachdem, wie lange und wie hoch das Wasser im Garten stand, kann eine Nährstoffauswaschung (vor allem von Stickstoff) oder auch eine Anreicherung stattgefunden haben. Für Klarheit sorgt eine Nährstoffanalyse (Kosten 20-50 Euro).
 
Adressen von Bodenlaboren finden Sie unter:
(Stichwort: Bodenuntersuchung)
 
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