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Aktuelle Meldungen
13.03.2007 12:44
Bienen-AIDS in den USAAnders als in Deutschland, wo der Schwerpunkt der Imkerei in der Honigerzeugung liegt, gibt es in den USA Imkereien, die sich auf die Bestäubung der großen Mandel- und Blaubeerplantagen sowie weiterer Kulturen konzentrieren.
Diese Großimkereien bewirtschaften teilweise zehntausende von Völkern und überwintern in den warmen Südregionen der USA. Von den Überwinterungsquartieren aus brechen die Imker mit ihren Völkern dann auf und fahren die entsprechenden Plantagen zur Bestäubung an. Seit Herbst 2006 sterben jedoch die Bienenvölker in bisher 24 US-Bundesstaaten und die Bienenwissenschaftler stehen vor einem Rätsel. Die beobachteten Symptome lassen sich bisher keiner bestimmten Ursache wie einem Krankheitserreger zuordnen.
Zusammenbrechende Bienenkolonien verlieren innerhalb kurzer Zeit die Bienen, die zum Sterben ihren Kästen verlassen. Zurückbleibende Bienen zeigen Verhaltensauffälligkeiten und weisen alle möglichen bakteriellen und viruellen Infektionen bis hin zu Pilzerkrankungen auf. Für dieses Erscheinungsbild haben die US-Bienenforscher den Begriff Colony Collapse Disorder geprägt, was man auch genausogut mit Bienen-AIDS bezeichnen kann. Es scheint, dass das Immunsystem der Bienen zusammenbricht - ohne daß die Ursache bekannt ist.
Noch bemerkenswerter ist jedoch, dass die leeren Bienenkolonien samt Wabenbau und Honigvorrat nicht von anderen Schadinsekten wie Wachsmotten und Beutenkäfer aufgesucht werden, die sonst sofort zur Stelle sind, wenn eine Kolonie zu schwach ist, um sich zu verteidigen. Bislang wurden bei untersuchten Bienen keine neuen bakteriellen oder viruellen Erreger gefunden. Am Rande der Tagung des Europäischen Berufsimkerbundes in Graz wurde bekannt, dass ähnliche Beobachtungen auch aus Indien gemeldet worden sind.
Ursache Gentechnik oder Pestizide? Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß Bienen-AIDS in Staaten auftritt, die sich dem Druck der Gentechnik-Industrie gebeugt haben und den Anbau von genmanipulierten Pflanzen zulassen. So hat der Anbau von genmanipuliertem Bt-Mais in den USA in den letzten beiden Jahren sehr stark zugenommen und Bt-Maispollen wird eben auch als Eiweissquelle von Bienen genutzt. Verändert wurden auch die Bt-Maissorten. Die Imker fragen sich nun, ob die genveränderten Bestandteile des Bt-Mais sowie die Nervengifte, diedurch das Beizen des Saatgutes in die Pflanze eingebracht werden, das Immunsystem der Bienen zusammenbrechen lassen. Auch die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide werden im Hinblick auf Bienen-AIDS neu untersucht werden müssen. Fest steht, dass man sich ein Aussterben des bedeutendsten Bestäubers der von Menschen genutzten Kulturpflanzen nicht leisten kann. Der Gegenwert der für die Bestäubungsleistung angesetzt wird, wird allein in den USA bei etwa 40 Mrd. $ angesetzt, wobei der Wert der Bestäubungsleistung für die Natur nicht zu ermessen ist. Auf dieser Leistung der Honigbienen beruht das Nahrungsangebot und damit der Erhalt vieler weiterer Tier- und Pflanzenarten.
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