Kräuterpädagoge werden

Foto: Karin Greiner
Kräuterpädagogen lernen die Welt der wilden Kräuter kennen, schützen und nutzen – ein Wissen, das hoch im Kurs steht.
 
Natur tut gut
 
Einst war die Qualifizierung zum Kräuterpädagogen vor allem Landfrauen vorbehalten, mittlerweile besuchen Naturfreunde aus allen Berufen den Zertifikatslehrgang zum Kräuterpädagogen in Kooperation mit einem staatlichen Bildungsträger (siehe kraut&rüben 8/2008, Kräuter der Landfrauen).
 
Die Leiterin des Dozenten-Teams in der Gundermann-Naturerlebnisschule ist die Diplom-Biologin Karin Greiner. Sie verrät: „Unter den Absolventen finden sich auch kraut&rüben-Leser, die beruflich in die Welt der wilden Kräuter eintauchen wollen.“
 
Im Kurs werden kulturgeschichtliche, biologische und botanische Grundlagen des Kräuterwissens praxisnah vermittelt. Dabei stehen ökologische Zusammenhänge, das Wissen um Pflanzgemeinschaften sowie genaue Artenkenntnis von wild wachsenden Nahrungs- und Heilpflanzen im Vordergrund. Karin Greiner: „Wichtig ist, die Pflanzen an unterschiedlichen Standorten immer wieder zu besuchen und sicher zu erkennen. Daher finden an allen Seminartagen Kräuterwanderungen statt, wobei wir frisch geerntetes Sammelgut gemeinsam verarbeiten und genießen.“
 
Die zukünftigen Kräuterpädagogen erlernen auch das Führen von Gruppen und bekommen Möglichkeiten gezeigt, sich selbst zu vermarkten oder miteinander zu kooperieren. Die Qualifizierung wird in verschiedenen Bundesländern sowie in Österreich und in Südtirol angeboten.
 
Zum späteren Tätigkeitsfeld der Kräuterpädagogen erzählt die Dozentin: „Dem einen eröffnet der Kurs den Einstieg in die Freiberuflichkeit, um andere Menschen zum Umgang mit Kräutern anzuleiten. Bei anderen ergeben sich Tätigkeitsfelder im Bereich Tourismus, Gastronomie und Landwirtschaft. Das Wissen als Kräuterpädagoge hilft auch denen, die bereits in umwelt- und naturorientierten Berufen tätig sind oder die ihr Wissen in therapeutischen, pädagogischen und in sozialen Berufen anwenden wollen.“
 
Die Schulung umfasst elf zweitägige Seminare inkl. Prüfung, wobei die Kursmodule jeweils Praxis und Theorie beinhalten. Wer die Qualifizierung erfolgreich abgeschlossen hat, erhält ein Abschlusszertifikat sowie die Berechtigung, das Logo als Kräuterpädagoge zu führen, sowie Veranstaltungen als Kräuterpädagoge abzuhalten. Die Schule bietet auch zertifizierte Lehrgänge für „Volksheilkunde“, Fortbildungen sowie zum „NaturCoach“ an.
 
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