Naturnaher Herbstgarten

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Ein naturnaher Garten bietet vielen Tieren Unterschlupf und Nahrung für die Wintermonate.
 
Der Bund Naturschutz München (BN) gibt Tipps, wie Sie jetzt den Kreislauf der Natur auf einfache Weise unterstützen. Davon profitiert der Garten und der Mensch spart Arbeit und Kosten.
 

Laub schützt und nährt

Nicht jedes Blatt muss entfernt werden, im Gegenteil. Eine Laubschicht unter Gehölzen und auf Beeten schadet nicht. Während des Winters finden dort Kleintiere Unterschlupf im Laub, außerdem schützt es den Boden. Für Vögel sind die Insekten im Laub eine wertvolle Winternahrung. Bis zum Frühjahr können die Blätter langsam verrotten.
 
Rechtzeitig zur neuen Gartensaison im Frühjahr lassen sich die Reste dann als natürlicher Dünger in den Boden einarbeiten. Nur sehr dichte Laubpackungen auf Rasenflächen sollten weggeräumt werden. Unter ihnen kann das Gras verpilzen und absterben.
 
Frucht- und Samenstände

Für bei uns überwinternde Vögel ist das Nahrungsangebot im Winter knapp. Im Garten sind Frucht- und Samenstände eine wertvolle Nahrungsquelle. Deshalb Sträucher jetzt noch nicht abschneiden sondern möglichst bis zum Frühjahr stehenlassen. In hohlen Pflanzenstängeln überwintern auch gerne Nützlinge wie winzig kleine Wildbienen.
 
Nützlinge schonen

Christian Hierneis, Vorsitzender des BN in München: „Ein naturnaher Garten heißt ja nicht pure Wildnis und Nichtstun, sondern die Pflegearbeiten so zu legen, dass sie den Nützlingen nicht schaden. Allzu ordentliche und sauber gefegte Gärten sind leider eine ökologische Wüste.
 
Auch Nützlinge, die uns im nächsten Jahr wieder helfen würden, können hier nicht überleben. Achten Sie bei der herbstlichen Gartenpflege darauf, den Tieren nicht jegliche Nahrungsquelle und Versteckmöglichkeit zu nehmen“.
 
Sträucher schneiden

Schneiden Sie Sträucher erst im Frühjahr vor der Vogelbrutzeit Mitte März. Da manche Vogelarten jedoch auch zu dieser frühen Zeit im Jahr bereits mit dem Brutgeschäft begonnen haben können, ist in jedem Fall besondere Vorsicht wichtig.
 
Baumstümpfe und Reisighaufen
 
Auch Baumstümpfe oder Reisighaufen in einer ruhigen Ecke sind wichtig. Nützliche Insekten und in Höhlen brütende Vögel können dort Unterschlupf finden. Mit ein bisschen Glück suchen sich auch Igel oder andere Winterschläfer den Platz zum Überwintern aus. Dann können Sie sich auch im nächsten Frühjahr wieder an den kleinen Gartenhelfern freuen.
 
Kompost statt Torf

Glück hat auch, wer einen eigenen Komposthaufen aufbauen kann. Kompost auf Gemüsebeeten und unter Stauden verbessert den Boden. So wachsen die Pflanzen im nächsten Frühjahr gut. Außerdem wird damit der Einsatz von Torf unnötig. Torf ist ein elementarer Bestandteil der deutschen Moore. Moore gehören zu den bedrohten Lebensräumen. Ihr Schutz ist oberstes Ziel zum Erhalt der Biodiversität. Intakte Moore schützen auch unser Klima. In ihnen sind riesige Mengen CO2 gebunden. Auch aus Klimaschutzgründen ist es deswegen sinnvoll, keinen Torf einzusetzen.
 
Laubbläser und Laubsauger
 
Sie sollten im Garten nie eingesetzt werden. Sie schädigen die Bodenökologie, gefährden Kleintiere, blasen Abgase in die Luft und belasten die Nachbarschaft mit erheblichem Lärm. „In den meisten Fällen geht die Arbeit mit dem Besen oder Rechen sogar deutlich schneller als mit einem Laubbläser!“, meint Martin Hänsel, stellvertretender Geschäftsführer des BN in München aus eigener Erfahrung.
 
Quelle: BN München
 
 


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