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08.02.2011
Knolle mit ungeahnten Möglichkeiten
Rübenverwandtschaft
Botanisch betrachtet gehört Knollensellerie zu den Doldengewächsen und ist so mit den Möhren verwandt. Er stammt vom Wild- oder Sumpfsellerie ab, der in Nordeuropa auf feuchten, salzreichen Böden – z.B. am Meeresstrand und in Sümpfen – gedeiht.
Als Gemüse ist Sellerie in Mitteleuropa erst seit dem Mittelalter bekannt. Der Anbau blieb jedoch bis zum 18. Jahrhundert auf Hof- und Klostergärten beschränkt. Seine kugelige Knolle wird auch als Sprossrübe bezeichnet, die zu gleichen Teilen aus der gestauchten Sprossachse und der verdickten Wurzel gebildet wird. Äußerlich ist er gelbbraun, von innen weiß bis cremefarben.
Ein Gemüse mit Ansehen
Als Gewürz- und Heilmittel hat Sellerie eine lange Tradition. Sellerie ist ein seit Jahrtausenden geschätztes Heilmittel. Bei den alten Ägyptern wurde er vermutlich als Grabschmuck verstorbenen Königen beigelegt. Homer, der erste Dichter des Abendlandes, hat den Sellerie als Lieblingsgemüse der Zauberin Kalypso in seiner Odyssee besungen. Seit dieser Zeit haftet der Knolle der Ruf eines Aphrodisiakums an, obwohl ihre erotisierende Wirkung niemals nachgewiesen werden konnte. In jedem Fall genoss der Sellerie bei den Griechen höchstes Ansehen und durfte sogar zusammen mit Lorbeer verehrungswürdige Häupter bekränzen. Die Blätter der Pflanze wurden sogar auf Münzen geprägt.
Anbau und Ernte
Knollensellerie wird üblicherweise im Treibhaus herangezogen. Ende März werden die ersten Jungpflanzen ins Freiland ausgesetzt. Sie sind sehr frostempfindlich und müssen noch mit Vlies oder Folie abgedeckt werden. Der Großteil der Pflanzungen beginnt ab Mitte Mai.
Der Knollensellerie kann in verschiedenen Wachstumsstadien geerntet werden: So wird beispielsweise ab Mai junger Sellerie mit kleinen Knollen und ausgewachsene Sellerie
ab Oktober geerntet. Vor stärkeren Frösten muss die Ernte beendet sein.
Erwerbsgärtner entfernen das grüne Blattwerk und lagern die Knollen in kühlen, frostfreien Räumen ein. Durch ausgeklügelte Lagerungsbedingungen bleiben sie so bis zu sieben Monate frisch.
Würzig und rundum gesund
Der gesundheitliche Wert der Knolle liegt im würzenden, Appetit und Verdauung anregenden Geschmack, den sie den ätherischen Ölen verdanken. Auch der Gehalt an Vitamin E und anderen Vitaminen und Mineralstoffen ist ernährungsphysiologisch bedeutend. In der Naturheilkunde wird er schon lange eingesetzt und soll unterstützend bei Rheuma, Magen- und Darmstörungen sowie Nieren- und Blasenleiden wirken.
Tipps rund um den Knollensellerie:
Einkauf: Knollensellerie sollte fest und trocken sein.
Lagerung: Im Kühlschrank ist der Sellerie bis zu 14 Tage haltbar.
Vorbereitung:
* Zunächst die Knolle unter fließendem Wasser abschrubben.
* Kappe, Wurzelende und eventuell holzige Stellen entfernen und die Knollen schälen.
* Geschälte Knollen verfärben sich schnell, daher sollte man rohen Sellerie mit Zitronensaft beträufeln und dem Kochwasser einen Schuss Essig oder Zitronensaft zufügen. Sellerie ist gar, wenn man ihn mit einer Gabel leicht einstechen kann.
Kulinarisches mit Sellerie
* Suppengrün:
Ein Stück Sellerie als Standardzutat.
* Salat:
Den rohen Sellerie in kleine Würfel oder Stifte schneiden oder raspeln. Zusammen mit Äpfeln, Nüssen, Möhren, Blumenkohl oder Weintrauben macht die Knolle eine gute Figur. Mit einer Sauce aus saurer Sahne, Salz, Pfeffer, Zucker und Zitrone anmachen.
* Sellerieschnitzel:
Die Knolle in ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden, kurz dünsten und in Ei und Paniermehl wenden. Anschließend in der Pfanne braten. Dazu passt eine Käsesauce.
* Im Schlafrock:
Dicke Scheiben garen, abtropfen lassen und dann im Pfannkuchenteig ausbacken. Dazu schmeckt Tomatensauce.
* Selleriecremesuppe:
Den geschnittenen Sellerie in Fleischbrühe garen und anschließend passieren. Dann die Suppe mit Kartoffelpüree binden, mit Sahne verfeinern und mit Salz, Pfeffer, Muskat, Sherry und Zitronensaft abschmecken.
* Püree:
Sellerie geschnitten in wenig Wasser gar dünsten, pürieren und mit Sahne, Butter, Muskat und Salz verrühren.
* Auflauf:
Sellerie in Scheiben schneiden, in eine feuerfeste gefettete Form legen, leicht würzen, mit saurer Sahne übergießen, mit geriebenem Käse bestreuen und überbacken.
Quelle: Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse |
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