Tomaten nachreifen lassen

© Siegfried Baier / pixelio.de
Unreife Tomaten haben im Herbst kaum noch eine Chance auszureifen. Was tun? 
 
Tomaten brauchen es warm, sowohl beim Wachstum, als auch bei der Reife.
 
Mit der Ernte nicht zu lange warten 
 
Wenn die Nachttemperaturen im Herbst unter 10 °C sinken, werden die Früchte nicht mehr rot. Oft entwickeln sich glasige Stellen auf der Tomatenhaut, die durch kalten Tau verursacht werden oder es schlägt die Kraut- und Braunfäule zu und rafft viele Früchte dahin. Deshalb ist es wichtig mit der Ernte der grünen Tomaten nicht zu lange zu warten.
 
Reißen Sie die unreifen Früchte nicht einfach ab. Am besten schneiden Sie Tomatenripsen komplett mit einer Schere ab. Die Früchte werden so nicht beschädigt. Der Stiel sorgt beim Reifeprozess für ein intensives Tomatenaroma.
 
Für die Nachreife sind Temperaturen zwischen 16 und 25 °C sowie hohe Luftfeuchtigkeit (über 80 % relative Luftfeuchte) optimal. Licht ist nicht nötig. Es eignet sich auch ein dunkler Standort. Gehen Sie in jedem Fall sorgsam mit den Früchten um. Druckstellen und Risse in der Haut können zu Fäulnis führen.
 
Bewährte Methoden um grüne Tomaten nachreifen zu lassen
 
1. An der Pflanze nachreifen
Schneiden Sie die komplette Tomatenpflanze einfach kurz über den Boden ab oder entnehmen Sie die Pflanze mitsamt der Wurzel. Entblättern Sie die Pflanzen und hängen Sie die Tomaten an einem warmen Platz kopfüber auf. Entfernen Sie in jedem Fall die Blätter, ansonsten werden die Tomaten schrumpelig.
 
2. Gut verpackt
Eine kleine Menge an grün gepflückten Tomaten lässt sich gut in Zeitungspapier wickeln. Stecken Sie die eingepackten Tomaten in Plastiktüten, die mit Löchern versehen sind und legen Sie die Beutel an einem warmen Ort. Die Tomaten werden schneller rot, wenn Sie einen Apfel dazulegen. Äpfel verströmen das Reifegas Äthylen und sollten eigentlich nicht mit Obst und Gemüse gelagert werden. Der beschleunigte Reifeprozess ist in diesem Fall nützlich.
 
In Tongefäßen können Tomaten gut nachreifen. (Foto: Brigitte Goss)
3. Tongefäße
Schonend und schnell reifen Tomaten in Tongefäßen. Ein sauberer Tontopf, Römertopf oder eine Tajine (orientalischer Lehmtopf) werden vorab einige Stunden in Wasser gelegt. Die Gefäße nehmen in ihren Poren das Wasser auf. Legen Sie die sauberen trockenen Früchte in die befeuchteten Tongefäße. Den Tontopf decken Sie am besten mit einem Tonuntersetzer ab.
 
In die Mulde des Untersetzers aber auch in den Deckel des Römertopfes und der Tajine wird Wasser gefüllt. Nach und nach verdunstet das Wasser und erhöht so die Luftfeuchte. Füllen Sie Wasser nach, sobald es verdunstet ist. An einem warmen Platz im Wohnraum werden die Tomaten schnell rot und schmecken wie sonnengereift.
 
Quelle:
Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie
 
Fotos: LWG, pixelio.de


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