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23.08.2011  

Hohe Kosten durch Bewässerung

©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan
 „Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun‘ und Fass“ - nach dieser alten Bauernweisheit war das Frühjahr 2011 alles andere als optimal für Landwirtschaft und Gartenbau.
 
Mit nur durchschnittlich 47,3 Prozent des normalen Niederschlags war es der trockenste und sonnigste Frühling seit der Wetteraufzeichnung. Dabei gab es regional große Unterschiede.
 
In den südlichen Regionen Deutschlands, zum Beispiel im Voralpenland, kann man kaum von einem Regenmangel sprechen. Im Norden Baden-Württembergs, Hessen und großen Teilen Norddeutschlands sah es hingegen dramatisch aus.
 
Wetterkapriolen halten Demonstrationbetriebe auf Trab
 
Auch auf dem Demobetrieb Bioland Gemüse Paul in Nalbach, im südwestlichen Saarland gelegen, gab es von März bis Anfang Juni keine nennenswerten Niederschläge. Trockenheit wie im Wüstenklima und Temperaturen zum Teil über 30 Grad Celsius machen das Frühjahr 2011 für das Team des Betriebes zu einem äußerst anstrengenden Jahr.
 
Über Monate steckt der Gemüsebaubetrieb viel Geld in die Beregnung der Kulturen. „Durch die konsequente Beregnung haben wir aber zum Glück kaum Ernteausfälle“, erzählt Betriebsleiter Mathias Paul.
 
Im Münsterland auf dem Bioland Finkes Hof ist man froh über die Tiefbrunnen auf den Feldern, die so durchgehend bewässert werden konnten. Die einzige Bewässerungsanlage für die 65 ha des Hofes mit dem Schwerpunkt Gemüseanbau, musste allerdings nach der Bedürftigkeit der Kulturen ständig von einer Stelle zur anderen versetzt werden.
 
„Unsere Anlage ist über Wochen Tag und Nacht gelaufen. Das ständige Umsetzen war sehr anstrengend und zeifaufwändig und durch den hohen Dieselverbrauch auch mit erheblichen Kosten verbunden“, erklärt Elvira Stroop von Finkes Hof.
 
Durch die Bewässerung rechnet man bei Gemüse und Kartoffeln nicht mit nennenswerten Verlusten, lediglich bei frühem Porree, frühem Sellerie, Zwiebeln und Schwarzwurzeln gibt es Ertragseinbußen von etwa 15 Prozent. Beim Getreide ist schon jetzt klar, dass der Hof etwa 20 Prozent Ertragseinbußen hinnehmen muss, auch die Kleeuntersaaten sind abgestorben.
 
Ökologische Vielfalt macht den Unterschied
 
War es im Frühjahr vielerorts zu trocken, leiden einige Regionen aktuell unter der Nässe, die Schwierigkeiten beim Einbringen der Ernte macht.
 
Diese Wetterkapriolen halten die Demonstrationsbetriebe also weiterhin auf Trab, zeigen aber auch deutlich die Vorteile der ökologischen Wirtschaftsweise. Durch die Vielfalt im Anbau gibt es auf den Betrieben immer Kulturen, die mit den gegebenen Wetterverhältnissen besser auskommen und so Verluste in anderen Bereichen auffangen können. So hat das frühe warme Wetter den Verbrauchern zum Beispiel Frühkartoffeln aus Deutschland beschert.
 
Insgesamt sind die Ernteverluste auf den meisten Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau weniger dramatisch ausgefallen als befürchtet.
 
Quelle:  Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau

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