Alle Jahre wieder: Löwenzahn

Löwenzahnhonig aromatisiert Süßspeisen – Foto: alicja neumiler / stock.adobe.com

In den vergangenen Wochen sind sie einmal mehr aus allen Ritzen gekrochen, die kleinen, gelben Löwenzahnblüten. Freuen Sie sich mit mir an den Frühlingsboten, die sich auch kulinarisch einsetzen und nutzen lassen – für Blütenbutter, Sirup, Salate und mehr.

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Rezept: Löwenzahnhonig
Rezept: Löwenzahn-Walnuss-Brötchen
Rezept: Löwenzahnblüten-Spinat-Gemüse, asiatisch

Alle Jahre wieder: Löwenzahn

Sie kommen aus den Zwischenräumen von Bodenplatten, tauchen im aufgebrochenem Straßenbelag auf, durchstoßen die trockene Erdkrume und nehmen Beete, Wiesen sowie Rasen in Besitz. Wir können uns über soviel Vorwitz ärgern, falls es uns um akurate Blumenbeete und einen englischen Rasen geht. Oder wir freuen uns an den gelben Sonnen, die so viel Lebenslust ausstrahlen, die kulinarisch nutzbar sind und zudem eine prima Bienenweide hergeben. Bienen jubeln jedenfalls, wenn sie den Löwenzahn sehen, wozu sie im restlichen Jahreslauf immer seltener einen Grund haben.

Löwenzahnhonig zum Aromatisieren

Einst konnte ich mir nicht vorstellen, dass Löwenzahnhonig – eigentlich eingedickter Sirup – ein ernstzunehmendes Nahrungsmittel sein könnte. Bis ich ihn ausprobiert hatte. Schon der Löwenzahnauszug duftet wunderbar, wenn man ihn mit Zucker einköchelt, und auch der Sirup schmeckt aromtisch-würzig. Seither verwende ich Löwenzahnhonig gelegentlich zum Aromatisieren von Süßspeisen, zum Süßen von Joghurt, Sahne und Obstsalat, als Brötchen-Aufstrich, aber vor allem für das kleine süße Etwas, das manche Salatsoße erst rund macht. Vorher hatte ich immer ein Glas Ahornsirup oder Palmhonig im Haus. Und ganz früher verwendete ich Zucker, wie meine Mutter. Aber das war keine Dauerlösung.

Löwenzahn für eine Frühjahrskur

Der Löwenzahnhonig hat die Lücke geschlossen. Er ist ein heimisches Produkt und kann neben dem Zucker auch ein paar gesunde Ingredienzien vorweisen. Überhaupt enthält der Löwenzahn nicht nur reichlich Mineralien und Vitamine, er regt durch seine Bitterstoffe auch den Stoffwechsel an, er fördert die Magen- und Gallensekretion und wirkt lindernd bei Rheuma und Arthritis. Er ist ideal für eine Frühjahrskur.

Um seine Urkraft zu genießen, kann man Blüten und junge Blätter unter Blattsalate mischen, beides ins Smoothie mixen oder Gemüsegerichte damit aufpeppen. Vor der Blüte sind die Blätter weniger bitter, aber mit geriebenem Apfel oder etwas Sahne kann man das Gemüse milder stimmen. Die Blätter des Löwenzahns eignen sich wohldosiert für alle Spinat-, Bärlauch- oder Giersch-Rezepturen aus meinem Blog, z.B. für Pesto, Risotto, Gnocchi, Knödel, Ravioli, Quiche oder Lasagne.

Viel Spass beim Ausprobieren!

Meine Löwenzahn-Rezepte


Rezept: Löwenzahnhonig 

Zutaten für mehrere Gläser (je nach Größe):
3 Handvoll Löwenzahn-Blüten, 1 l Wasser, 1 kg Zucker, 1 Bio-Zitrone (Saft und Schale)

• Löwenzahnblüten in einen Topf geben und mit dem Wasser begießen, mit einem Deckel bedecken und zwei Stunden ziehen lassen.
• Wasser und Löwenzahnblüten bis zum Kochen erhitzen und abkühlen lassen.
• Die Mischung über Nacht ziehen lassen, Löwenzahnblüten am nächsten Tag abseihen
• Zucker sowie ausgepressten Zitronensaft und abgeriebene –schale zufügen.
• Flüssigkeit unter Rühren zum Kochen bringen, kurz aufkochen, dann auf sehr kleiner Flamme simmern lassen, bis die Flüssigkeit eingekocht ist und Fäden zu ziehen beginnt. Das kann mehrere Stunden dauern.
• Um die Konsistenz des Sirups in erkaltetem Zustand zu testen, gibt man 1 TL der heißen Masse auf einen kleinen Teller und lässt ihn abkühlen. Der Löwenzahnhonig sollte kalt die Konsistenz von flüssigem Honig haben.
• Löwenzahnhonig in Gläser abfüllen und beschriften. Er hält unbegrenzt.
• Der Sirup eignet sich als Brotaufstrich, zum Süßen von Desserts, Süßspeisen oder Chutneys sowie als süße Abrundung in süß-sauren Gerichten oder Salaten.


Rezept: Löwenzahn-Walnuss-Brötchen

Zutaten für 12 Brötchen:
Für den Teig: 250 g Weizenvollkornmehl, 250 g Weizenmehl, (Type 405 oder 550),
1 TL Salz, 1 Päckchen Trockenhefe, 1 TL Zucker, 1 Eiweiß, 325 ml Milch, 60 g Butter,
12 frische Löwenzahnblüten, 90 g gehackte Walnüsse,
etwas Butter für das Blech, 1 Eigelb und 1 EL Milch für die Kruste,
3 Löwenzahnblüten und etwas Wasser für die Garnitur

• Mehl, Salz, Hefe, Zucker und Eiweiß in eine Rührschüssel geben und vermischen.
• Milch und Butter in einem Topf erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Dann die Flüssigkeit zu den Zutaten in die Schüssel gießen.
• 12 Löwenzahnblüten abzupfen, und die Blütenzungen mit den Walnüssen zugeben.
• Mit den Händen oder einem Handrührgerät einen elastischen Teig kneten, diesen 45 Minuten mit Geschirrtuch bedeckt zimmerwarm ruhen lassen.
• Anschließend den Teig auf ein Backblech legen, nochmals durchkneten und eine Rolle daraus formen. Diese vierteln und jedes Viertel wieder in drei gleichgroße Teile schneiden, evtl. abwiegen.
• Alle 12 Teile zu Kugeln rollen, und die Oberfläche mit einem Messer der Länge nach tief einschneiden.
• Brötchen auf ein gefettetes Backblech setzen und weitere 5–10 Minuten zugedeckt gehen lassen.
• Eigelb und 1 EL Milch vermischen und die Brötchen damit bepinseln.
• Im vorgeheizten Backofen 30 Minuten bei 200 °C backen.
• Die noch warmen Brötchen mit etwas Wasser bestreichen und die Blütenblätter von 3 Löwenzahnblüten mit dem Küchenpinsel auftupfen.


Rezept: Löwenzahnblüten-Spinat-Gemüse, asiatisch

Zutaten für 4 Portionen:
1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 2 EL Olivenöl, ¼ l Gemüsebrühe, 1–2 TL EL Sojasoße, 2 Handvoll Löwenzahnknospen und gerade aufgeblühte Löwenzahnblüten,
einige Löwenzahnblätter, Salz, Pfeffer, Chili, 500 g Spinat, 1 EL Zitronensaft,
1–2 TL Rohrzucker oder Löwenzahnhonig, 1 Handvoll Cashewkerne, gehackt, oder Sonnenblumenkerne

• Zwiebel würfeln und in einem großen Topf in Olivenöl andünsten, Knoblauch zufügen und kurzmitdünsten.
• Mit Sojasoße und Gemüsebrühe ablöschen, die Löwenzahnblüten und -blätter zugeben, mit Salz, Pfeffer und Chili würzen.
• Spinat waschen und putzen, zum Löwenzahn geben bei geringer Hitze zusammenfallen lassen, unterheben.
• Das Gemüse mit Zitronensaft, Sojasoße und Rohrzucker oder Löwenzahn-Blütensirup abschmecken.
• Gehackte Cashewkerne oder andere Nüsse bzw. Saaten darüberstreuen. Auch gewürfelter und angebratener Räuchertofu passt gut.
• Mit den Brötchen ein Zwischengericht oder Abendessen, mit Reis oder Reisnudeln ein Hauptgericht.
• Das Gemüse kann man auch mediteran würzen. Mit gehackten getrockneten Tomaten, Fetawürfeln und Pinienkernen schmeckt es zu Penne oder Spaghetti.

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