Ameisen vertreiben mit sanften Methoden

Ameisen vertreiben mit sanften Methoden
Ameisen sind meist als Team unterwegs - Foto: Andrey Armyagov / stock.adobe.com

Ameisen sind nützliche Tiere, doch was tun, wenn sie lästig werden? Mit ein wenig Geduld lassen sich Ameisen schonend abwehren und vertreiben.

Ameisen breiten sich scheinbar nutzlos in unserem Garten aus und verirren sich als ungebetene Gäste in unseren Räumen. Bei allem Unmut darüber wird manchmal vergessen, dass die Krabbeltiere sehr nützlich und viele von ihnen in ihrem Bestand bedroht sind.

Wenn Ameisen überhand nehmen und lästig werden, sollte man stets auf sanfte Weise versuchen, sie zu vertreiben.

Ameisen aus dem Haus vertreiben

Sind erste Ameisen im Haus, soll man sie sofort aufkehren und ins Freie bringen.

Betroffene Stellen werden mit Zimt bestreut und dann mit konzentriertem Lavendel-Öl beträufelt.

Getränkte Putzlappen legt man vor die Einschlupfstellen. Diesen Vorgang soll man öfter wiederholen und die Lappen feucht halten.

Den Fußboden mit Zitronenessig oder Essigessenz putzen. Hierdurch werden die bestehenden, durch Duftnoten von den Ameisen markierten Ameisenstraßen wirkungsvoll aufgelöst.

Damit Ameisen erst gar nicht ins Haus kommen

Zur Vorbeugung sollten auf Terrasse und in der Wohnung keine Essensreste liegen bleiben, insbesondere keine Süßigkeiten, da diese von Ameisen als Futterquelle genutzt werden.

Es ist wichtig, bestehende Nistgelegenheiten rund ums Haus zu beseitigen. Ursache für Ansiedlungen von außen sind zugängliche Materialien (z.B. morsches Holz, undichte Stellen) in Verbindung mit Feuchtigkeit. Feuchte Stellen an der Wand sollen deshalb möglichst trocken gelegt werden. Zugangswege für die Ameisen werden mit Silikon verschlossen.

Ameisenstrassen auf der Terrasse lassen sich mit Schulkreide, Kalk oder zerkleinerten Eierschalen unterbrechen oder umleiten. Kreist man beispielsweise Schwellen und Terassenplatten mit Schulkreide ein, so werden die Ameisen dort nur ungern darüber krabbeln.

Ameisen im Garten

Die meisten Ameisenarten meiden Lorbeer-, Lavendel-, Eukalyptus- und Zedernduft. Für einige Arten ist Lavendel-, Eukalyptus- oder Grüne Tomaten-Öl sogar giftig.

Gute Erfolge wurden erzielt mit Anpflanzen von Weinraute und Bestreuen der Nester und Ameisen-Straßen mit dem klein geschnittenen Kraut.

Auf Nester gegossene Wermut-Jauche vergrämt die Ameisen.

Versuchen kann man es auch mit Farnkraut, Wacholderblättern, Kerbel, Majoran, Gewürznelken, Zimt, Essig, Zitronensaft oder Zitronenschalen, die entlang der Ameisenstrassen ausgelegt werden.

Man braucht etwas Geduld, denn die diversen Ameisen-Arten reagieren unterschiedlich auf die Pflanzen.

Einem Engländer gelang die Vertreibung mit einer drei Wochen alten Orangenschalen-Jauche (1 kg Orangenschalen auf 10 Liter Wasser). Sie können dafür auch Zitronen- und Pampelmusenschalen verwenden.

Lavendel, Majoran, Thymian und Wermut neben Pflanzen setzen, die wegen ihrer Blattläuse von Ameisen besucht werden.

Haben sie es sich in Blumentöpfen gemütlich gemacht, topft man die Pflanzen um oder – wenn die Pflanze im Topf so viel Wasser verträgt – gießt man sie regelmäßig durchdringend, bis die Tiere auswandern.

Von Kirschbäumen, Citrusgehölzen und anderen gefährdeten Bäumen hält man die Ameisen fern, indem man einen Leimring um die Stämme bindet. Diesen können die Tiere nicht überwinden. Wichtig: die Leimmanschette muss dicht schließen, damit die Tiere nicht unten durch krabbeln können.

Ameisennester umziehen

Haben Ameisen ihr Nest an einer ungünstigen Stelle im Garten angelegt, kann auch die ganze Kolonie schonend umgesiedelt werden. Dazu füllt man einen Blumentopf mit feuchtem Stroh oder feuchter Holzwolle und stellt ihn umgedreht über die Ameisenkolonie. Nach einigen Tagen zieht das Volk mit Brut und Königin in den Topf um. Mit einer Handschaufel kann man das Nest ausheben und an an einen Ort im Garten bringen, wo die Tiere nicht stören. Leider klappt es nicht immer, dass die Königin mit umzieht, deshalb am besten mehrmals anwenden!

Vom Nutzen der Ameisen

Ameisen gehören in jeden naturgemäßen Garten. Als Allesfresser leisten sie im Naturhaushalt wichtige Funktionen.

Untersuchungen ergaben, dass Gräser, Stauden, Büsche und Bäume in reich von Ameisen besiedelten Gebieten besser gedeihen und üppiger wachsen als in ameisenarmen Gebieten.

Im Kompost sind die fleißigen Krabbler ausgesprochen nützlich. Die Gänge und Kammern ihres Nestes durchlüften den Kompost. Beim Nestbau bringen sie große Mengen Biomasse in den Boden ein. In ihrer Gesamtheit setzen sie sogar mehr Bodenmaterial um als Regenwürmer.

Auch unter Büschen und Bäumen richten sie keinen Schaden an, im Gegenteil. Sie vertilgen große Mengen an schädlichen Insekten und patrouillieren als Gesundheitspolizei durch den Garten auf der Suche nach verwertbaren Tierleichen.

Sie verbreiten auch Pflanzensamen. Fast alle unsere Frühblüher (Winterling, Schneeglöckchen, Lerchensporn etc.) sind in dieser Hinsicht sogar ausschließlich auf Ameisen angewiesen.

Manche Pflanzen halten sich Ameisen sogar als Schutztruppe: Im Frühjahr krabbeln die Ameisen an Steinobstbäumen rauf und runter und dulden weder Raupe noch Käfer an den sich öffnenden Knospen.

Als Hirten hegen sie Blatt- und Rindenläuse. Deren süße Ausscheidung, der Honigtau, ist nicht nur bei Ameisen sehr beliebt, sondern dient auch Bienen zur Produktion von Waldhonig.

Ameisen haben auch natürliche Feinde, wie zum Beispiel Kröten, Eidechsen und der Grünspecht, der Ameisen als Brutnahrung benötigt. Deshalb ist z.B. der Erhalt von Höhlenbäumen und Totholz für Spechte sinnvoll.

Einen Ameisenbau und das rege Treiben zu beobachten, kann für die Familie ein spannendes Schauspiel sein.

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