Anmerkungen zum Winterschutz

iStock.com/tilo
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Gärtner sollten beim Herbstputz das Augenmerk nicht so sehr auf die Ordnung,  als vielmehr auf die Bedürfnisse der Pflanzen und Tierwelt richten.
Im Herbst werden die Gartenbesitzer noch einmal so richtig aktiv. Jetzt werden die letzten Kübelpflanzen eingeräumt, Geräte gesäubert und verstaut und Gartenpflanzen auf den kommenden Winter vorbereitet.
 
Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erleben immer wieder, dass die Gärten einem regelrechten Herbstputz unterzogen werden: Sträucher werden ausgelichtet, Stauden ganz zurück geschnitten und jegliches Laub entfernt.
 
Die Experten aus Veitshöchheim empfehlen, das Augenmerk vielmehr auf die Bedürfnisse von Pflanzen und Tierwelt, als auf die Ordnung zu richten.
 
Schutz vor Nässe
 
Die Winter wurden in jüngster Zeit wärmer und die Niederschlagsmenge nahm in vielen Regionen zu. Diese Wassermenge in Form von Regen hat durchaus eine andere Wirkung auf Boden, Flora und Fauna als Schnee. So gibt es Pflanzen, die zwar Sommertrockenheit überstehen, aber mit der Winterfeuchte nicht zu Recht kommen.
 
Gartenpflanzen, wie Pampasgras, Rosmarin und Polsterphlox benötigen vielmehr den Schutz vor Nässe, als vor der Kälte.
Längere Wetterperioden mit frostigen Winden und kräftiger Wintersonne bei gefrorenem Boden waren die vergangenen Jahre eher selten. Wintergrüne Gehölze haben mit diesem Wetter ihre Not, weil die Blätter in der Wintersonne Wasser verdunsten und aus dem gefrorenen Boden der Wassernachschub ausbleibt. Um sich vor dem Vertrocknen zu schützen, wirft dann die Pflanze die Blätter ab. Oft reicht dies als Überlebensstrategie nicht aus und die Pflanze geht trotzdem ein.
 
Eine Hülle aus Bambusmatten und Vlies schützt die Pflanzen vor diesem Wetterphänomen. Allerdings war diese sogenannte Frosttrockenheit in den letzten Jahren eher eine Seltenheit. So kann man davon ausgehen, dass wintergrüne Gehölze, wie Rhododendron und Kirschlorbeer, die Gewinner der milderen, regenreichen Wintermonate sind.
Die Empfehlung das Falllaub als Winterschutz im Garten einzusetzen, kann nicht uneingeschränkt gegeben werden. Unter Bäumen und Sträuchern schützt die Laubschicht die Bodenlebewesen und Bodenaktivität. Laub und Gras bilden auch einen natürlichen Winterschutz für die Wurzeln der Pflanzen. In kalten Wintern bildet das Laub nämlich eine lockere, luftige Decke. Aber Dauerregen verdichtet die Laubschicht zu einer luftundurchlässigen Haube, so dass einige Stauden regelrecht ersticken.
 
Gräser, vor allem das Pampasgras, schneiden Sie im Herbst nicht zurück. Die Blütenbüschel des imposanten Grases können entfernt werden, wenn diese unansehnlich geworden sind. Nehmen Sie das Pampasgras zu einem großen Büschel zusammen, drehen es und binden es zusammen. Den Schopf können Sie nach unten nehmen und am Boden feststecken. Die zusammengebundenen Halme wirken wie ein Reetdach. Das Wasser perlt daran ab und dringt nicht direkt in das Herz der Pflanze ein. Viele Gräser, die mit trockenen und durchlässigen Böden zu Recht kommen, leiden sehr unter Winternässe.
 
Stauden wie Chrysanthemen, Herbstanemonen, Präriekerze und Sorten des Rosmarins, sind winterhart. Voraussetzung ist, dass sie bereits im Frühjahr gepflanzt werden und eine Abdeckung zum Schutz vor Winternässe bekommen. Ein Platz im Regenschatten des Hauses wäre beispielsweise geeignet.
Viele zwiebel- und knollenbildenden Pflanzen verfaulen in schweren, verdichten und nassen Böden. Tulpen, Zierlauch, Steppenkerze und Fackellilie können durch ihre unterirdischen Speicherorgane Trockenphasen überstehen, sind aber nicht auf Dauernässe, eingestellt.
 
Ebenso vertragen viele Polsterstauden, wie Polsterphlox, Sonnenröschen und Blaukissen die Staunässe, vor allem im Winter nicht. Vor der Pflanzung lockert man bei diesen Pflanzen den Boden tiefgründig und gibt als Drainage ein paar Zentimeter Schotter und Kies in das Pflanzloch, damit das Wasser gut abfließen kann.
 
Quelle: Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie
 
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