Angießen allein reicht nicht!

Dass man einen neu gepflanzten Baum oder Strauch angießt, weiß man. Weniger bekannt aber ist, dass die Pflanzen – je nach Bodenqualität – mehrere Jahre brauchen können, bis sie wirklich gut eingewurzelt sind. Erst dann sind sie in der Lage, sich auch in längeren Trockenperioden selbst zu versorgen.

 
Generelle Aussagen über die Menge der Wassergaben und deren Häufigkeit sind kaum möglich, da es vom Standort und vom Wurzelvolumen abhängt, und auch davon, wie schnell der Baum einwurzelt.
 
Bäume in der Stadt
 
Bei der Wasseraufnahme haben es die Straßenbäume am schwierigsten. Sie sind von Asphalt und Beton umgeben, und ihre Wurzeln müssen weit in die Tiefe gehen, um in regenarmen Zeiten den Baum versorgen zu können. Wenn man bedenkt, dass das Wurzelwerk eines gesunden Baumes ungefähr dem Volumen seiner Krone entspricht, so wird klar, wie eng es für die meisten Bäume in Stadtgebieten sein muss.
 
Dabei spenden sie uns lebenswichtigen Sauerstoff, fangen Abgase auf, schützen vor der heißen Sonne und bieten zahlreichen Vögeln und anderen Tieren Lebensraum. Wir sind auf die Bäume angewiesen – und wir können ihnen das Leben erleichtern.
 
Hilfe bei Trockenheit
 
Viele Kommunen rufen heute bei der Versorgung des öffentlichen Grüns in Spitzenzeiten die Hilfe von Bürgern auf. Wer schon einmal den Gartenschlauch ausgerollt hat – schließlich brauchen die Pflanzen im eigenen Garten bei anhaltender Trockenheit auch Wasser – sollte auch jenseits des Gartenzauns schauen, ob die Pflanzen am Straßenrand ebenfalls Durst haben.
 
Optimal ist es, die Pflanzen am frühen Morgen zu wässern. Dann ist es draußen noch recht kühl, es verdunstet kaum Gießwasser und die Erde kann gut Wasser aufnehmen. Die Pflanzen sind dann tagsüber ausreichend mit Wasser versorgt. Das abendliche Gießen hat dagegen zwei Nachteile: Die Erde ist von der Hitze des Tages ausgetrocknet und vermutlich sehr warm – sie nimmt schwerer Wasser auf und viel Gießwasser verdunstet, das den Pflanzen dann nicht mehr zur Verfügung steht. Gar nicht zu empfehlen ist es, über Mittag zum Schlauch zu greifen. Die Wassertropfen können auf dem Laub oder den Zweigen wie kleine Brenngläser wirken, so dass Pflanzenteile Schaden nehmen.
 
Eine weitere Möglichkeit, den Straßenbäumen zu helfen, ist es, die Baumscheibe, das ist der offene Boden um den Stamm, mit verschiedenen Stauden oder auch Kleingehölzen zu bepflanzen. So bleibt der Boden um den Baum herum locker, was die Wasser- und Nährstoffaufnahme fördert. Außerdem sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Baumstamm durch parkende Autos, und Fahrräder eingeengt wird.
 
Quelle: BdB
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