Heidelbeeren mit Geschmack

Kulturheidelbeeren aus dem Handel sind nicht zu vergleichen mit dem Geschmack von Heidelbeeren aus dem eigenen Garten.
 
Das behauptet zumindest Markus Kobelt. Er muss es wissen, denn der Schweizer züchtet Heidelbeeren seit vielen Jahren für den privaten Garten. Die bisherigen Ergebnisse können sich schmecken, aber auch sehen lassen:
 
Mit der Züchtung der Pinkbeeren gibt es nun eine völlig neue Farbe im Heidelbeersortiment. Die halbimmergrüne Pflanze behält im Winter einen Teil ihrer Blätter, blüht im Frühjahr hellrosa, im Sommer erscheinen die zunächst hellgrünen, dann pinkfarbenen Früchte, die mit einer festen, angenehmen Textur süß schmecken.
 
Halbhoher Strauch mit Heidelbeeren
 
Der aufrechte Strauch wächst in sieben bis zehn Jahren gut 150 Zentimeter hoch, verfärbt sich goldgelb-orange im Herbst und im Winter dunkelrot. Eine Pflanze, die so viel Gutes mit sich bringt, darf auch Ansprüche stellen.
 
Wie alle Heidelbeeren verlangt auch sie das Moorbeet und einen Standort im Halbschatten. Da sie als Halbimmergrüne nicht kahl überwintert, braucht sie an frostfreien Tagen Wasser – denn die Blätter verdunsten – und im Winter einen Sonnen- bzw. Verdunstungsschutz durch ein Vlies.
 
Blautropf ist ein Rotschopf
 
Vielleicht noch spektakulärer kommt die Heidelbeere Blautropf daher. Im Frühjahr treibt sie rot aus: „Der Blautropf ist ein Rotschopf“, schwärmt Kobelt.
 
Auch ihre Blüte ist sensationell: hellrote Glockenblüten, die ein bisschen an die Fuchsie erinnern, erscheinen vom Frühjahr bis in den späten Sommer immer wieder. Das heißt, die Ernte zieht sich von Mitte August bis weit in den Herbst.
 
Die blauen Früchte sind länglich, tropfenförmig, fünf bis acht Millimeter lang und erscheinen oft parallel zu den roten Blüten, was die Pflanze auch im Zierwert sehr ungewöhnlich macht. Der Strauch bleibt kompakt bis ca. 50 Zentimeter Höhe, liefert einen hohen Ertrag, mit süß-säuerlichen, erfrischenden Beeren, und eignet sich neben dem Moorbeet auch gut für die Topfkultur auf Balkon und Terrasse.
 
Gesunde Früchtchen
 
Wem es um den Geschmack von Heidelbeeren geht, der hat keine Angst vor blauen Zähnen. In den Kulturheidelbeeren, die übrigens mit den in Europa heimischen Heidel- oder Blaubeeren nichts zu tun haben, sondern „Amerikaner“ sind, sitzen die färbenden Anthocyane nur in der Schale der kugeligen Früchte, das Fruchtfleisch ist weiß. Der Geschmack und die gesundheitliche Bedeutung, d.h. ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften, liegen jedoch in den Anthocyanen und dem Phenolgehalt der Beeren begründet.
 
Heidelbeeren gehören amerikanischen Studien zufolge zu den Früchten mit der höchsten stressmindernden Wirkung; der Genuss von Heidelbeeren soll sogar das Krebsrisiko reduzieren und ihre absorbierende Wirkung soll zudem das Immunsystem des Menschen stabilisieren sowie Herzkreislauferkrankungen und dem Schlaganfall vorbeugen. Umso mehr verwundert es, dass der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen an frischen Heidelbeeren bei etwa nur 100 Gramm im Jahr liegt, bei den Amerikanern sind es über 500 Gramm pro Jahr.
 
Variation in Reifezeit, Geschmack und Ertrag 
 
Die unterschiedlichen Sorten unterscheiden sich nach Reifezeiten, Beerengröße, Süße und Ertrag. Die Früheste ist im Juli die Waldheidelbeere Sylvana, mit kleinen, sehr süßen, durch und durch blauen Beeren und regelmäßigem Ertrag. Ihr folgt die immergrüne Sunshine Blue und der Geschmacksfavorit unter den Aromasorten, die Blueroma, mit großen Früchten und intensivem Heidelbeergeschmack.
 
Ihre Reifezeit beginnt im August, die dunkelblauen Früchte sind für Blaubeeren-verhältnisse riesig und schmecken mit intensivstem Heidelbeeraroma. Diese beste Heidelbeerqualität wächst im Hausgarten sehr anpassungsfähig an verschiedenen Standorten und liefert hohe Erträge.
 
Pflanzen lassen sich die Heidelbeeren im Container fast ganzjährig. Saurer Boden ist Bedingung! Kobelt empfiehlt drei bis fünf Pflanzen pro Quadratmeter.
 
Quelle:  GPP / Lubera
 
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