Beete umgraben – ja oder nein?

Beete umgraben - ja oder nein?
Gartenbeete umgraben ist nur in Ausnahmen sinnvoll - Foto: thatzpic / stock.adobe.com

Gemüsebeete nach alter Tradition im Herbst umzugraben und offen liegen zu ­lassen ist nur in Ausnahmefällen angebracht. Wann ist Umgraben sinnvoll?

Umgraben stört das Bodenleben

Tatsächlich ist das Umgraben nur bei sehr schwerem und ­verdichtetem Boden zu empfehlen, damit das gefrierende Wasser das Erdreich in lockere Krümel sprengen kann.

Allen anderen Böden schadet diese Methode mehr als sie hilft: Grabegabel oder Spaten wenden die ­Bodenschichten und befördert die Kleinstlebewesen darin in Zonen, die ihnen nicht ­bekommen. Nützliche Bodenbakterien, die nur in einer bestimmten Bodentiefe leben, gehen rasch zugrunde.

Außerdem ist das nackte Erdreich dem Wetter schutzlos ausgeliefert. Anhaltender Regen zerstört die Struktur, Sonne dörrt den Boden schnell aus.

In solcher Erde – nass und verschlämmt oder trocken und hart – fühlen sich Würmer und Mikroorganismen nicht mehr wohl und wandern aus.

Wann und wie ist Umgraben sinnvoll?

Auf sehr schweren, tonigen Böden oder stark verkrauteten Flächen kann man durchaus nach alter Sitte umgraben, damit die unerwünschten Pflanzen auf den Kopf gedreht werden und eingehen.

Die Schollen bleiben möglichst unzerkleinert liegen, denn sobald der Frost eindringt, werden die großen Klumpen zersprengt und es entsteht krümelige Erde.

Umgegraben wird so spät wie möglich im Jahr, kurz vor den ersten Frösten, wenn die Bodenorganismen kaum mehr aktiv sind.

Bodenpflege ohne Umgraben

Leichte, sandige und humose Böden gräbt man nicht um, aber man lockert die obere Bodenschicht, zum Beispiel mit dem Sauzahn, ohne dabei die Scholle zu wenden.

Eine Mulchschicht aus Grasschnitt oder Wildkräutern (angetrocknet und ohne Samen), oder ab September eingesäte Gründüngung ­schützen den Boden vor äußeren Einflüssen und versorgen die Lebewesen mit Nährstoffen.

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