Beete umgraben – ja oder nein?

Umgraben - ja oder nein?
Foto: Björn Wylezich / stock.adobe.com

Gemüsebeete nach alter Tradition im Herbst umzugraben und offen liegen zu ­lassen ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Tatsächlich ist das Umgraben nur bei sehr schwerem und ­verdichtetem Boden zu empfehlen, damit das gefrierende Wasser das Erdreich in lockere Krümel sprengen kann.

Umgraben stört das Bodenleben

Allen anderen Böden schadet diese Methode mehr als sie hilft: Der Spaten wendet die ­Bodenschichten und befördert die Kleinstlebewesen darin in Zonen, die ihnen nicht ­bekommen.

Außerdem ist das nackte Erdreich dem Wetter schutzlos ausgeliefert. Anhaltender Regen zerstört die Struktur, Sonne dörrt den Boden schnell aus. In solcher Erde – nass und verschlämmt oder trocken und hart – fühlen sich Würmer und Mikroorganismen nicht mehr wohl und wandern aus.

Eine Mulchschicht aus Grasschnitt, Gemüseabfall und Wildkräutern (ohne Samen) oder ab September eingesäte Gründüngung ­schützen Boden vor äußeren Einflüssen und versorgen die Lebewesen mit Nährstoffen. Die Pflanzenreste werden im Frühjahr oberflächlich eingearbeitet und der Boden mit Grubber oder Grabgabel gelockert.

Nur im Notfall umgraben

Führt kein Weg am Spaten vorbei, dann ­besser so spät wie möglich im Jahr umgraben, kurz vor den ersten Frösten, wenn die Bodenorganismen kaum mehr aktiv sind. Und es gilt immer: Flach wenden, tief lockern. Also nur einen Spatenstich tief umgraben, darunter mit der Grabgabel kräftig lockern.

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