Blume des Jahres

Die Loki Schmidt Stiftung hat den Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis) zur Blume des Jahres 2015 ernannt.
 
Damit soll für den Schutz dieser bedrohten Pflanze geworben werden, die in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht.
 
Lebensraum Feuchtwiese
 
Die Blume des Jahres steht immer auch stellvertretend für einen bedrohten Lebensraum. Beim Gewöhnlichen Teufelsabbiss sind dies feuchte und magere, offene Landschaften wie beispielsweise Feuchtwiesen, Moor- und Heidegebiete, Uferzonen sowie Graben- und Wegränder im Feuchtgrünland.
 
Größere Bestände der Art kommen derzeit im südlichen Teil der Bundesrepublik beispielsweise in den Alpen, im Schwarzwald und im Odenwald vor. In den nördlichen Bundesländern ist der Gewöhnliche Teufelsabbiss hingegen nur noch an wenigen Stellen zu finden.
 
Der Gewöhnliche Teufelsabbiss fühlt sich in mageren, feuchten sowie mäßig warmen offenen Landschaften besonders wohl und kommt in Höhenlagen von bis zu 1300 Metern vor. Die Art bietet Nahrung für viele Insektenarten. Beispielsweise dient sie den Raupen des Goldenen Scheckenfalters, einem europaweit geschützten und äußerst bedrohten Tagfalter, als Nahrung.
 
Mit der Wahl des Teufelsabbisses zur Blume des Jahres wirbt die Stiftung für einen schonenden Umgang mit unseren mageren und feuchten baumfreien Landschaften. Als Schutzmaßnahme dort sollte auf eine Düngung verzichtet und ein Nährstoffeintrag verhindert werden. Wenn die Nutzung einer Fläche eingestellt wird, ist jedoch eine regelmäßige Biotoppflege, zum Beispiel durch Beweidung oder Mahd anzustreben, um ein Aufwachsen von Gehölzen zu verhindern. Zahlreiche weitere Pflanzen- und Tierarten würden hiervon profitieren.
 
Im Juli beginnt die Blüte
 
Die attraktive, mehrjährige Staude erreicht eine Höhe von 20 bis 100 cm und erfreut uns zwischen Juli und September mit ihren meist hellblau, violett oder selten auch rosa gefärbten, zierlichen Blüten. Diese stehen mit 50 bis 80 Einzelblüten in kleinen, kugeligen Körbchen zusammen. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Falter und andere Insekten. Die Früchte des Teufelsabbisses werden durch Wind oder durch vorbeistreifende Tiere ausgebreitet.
 
Warum Teufelsabbiss?
 
Sowohl der deutsche als auch der lateinische Name für den Gewöhnlichen Teufelsabbiss sind auf die besondere Gestalt seines unterirdischen Wurzelstocks zurückzuführen. Da dieser im Herbst von unten abstirbt, sieht er wie „abgebissen“ aus. Nach einer Sage soll es der Teufel aus Zorn über die Heilkraft der Pflanze abgebissen haben.
 
Kalender und Samen
 
Ein von der Loki Schmidt Stiftung herausgegebener Kalender für das Jahr 2015 stellt den Teufelsabbiss und seinen Lebensraum vor.
 
Lassen Sie den Teufelsabbiss erblühen! Von der Stiftung gibt es kostenlose Samenpostkarten.
 
Kalender und Samen der Blume des Jahres 2015 können Sie bestellen unter: 
 
Gedenken an Loki Schmidt
 
Mit der Bekanntgabe der Blume des Jahres 2015 im vergangenen Oktober erinnert die Stiftung an ihre Gründerin Loki Schmidt (1919-2010), die sich viele Jahrzehnte für den Naturschutz in Deutschland eingesetzt und die Aktion „Blume des Jahres“ im Jahr 1980 ins Leben gerufen hat.

 
Quelle: Loki-Schmidt-Stiftung
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