Blumenzwiebeln zum Verwildern

Bringen Sie Zwiebeln und Knollen jetzt in die Erde und erleben im Frühjahr eine Farbenpracht!
 
Wenn man sie lässt, entwickeln sich Narzissen, Krokusse und manchmal auch wilde Tulpen zu üppigen Blütenteppichen.
 
Doch was so einfach aussieht, bedarf einer guten Vorbereitung. Ein staunasser und schwerer Boden bedeutet meist das Todesurteil für die Zwiebeln. Andererseits sollte er nicht zu trocken, jedoch etwas lehmig und fruchtbar sein.

Schneeglöckchen, Traubenhyazinthe, Zierlauch und Schneeglanz vertragen selbst trockene Standorte. Märzenbecher und Hasenglöckchen (Hyazinthoides) mögen dagegen feuchte Böden. Aber auch sie schätzen eine gute Drainage.

Dort, wo Stauden und Gräser aufgrund des Wurzelwerks von Gehölzen nicht mehr gedeihen, können sich so manche Zwiebelarten behaupten. An sehr schattigen Standorten entwickeln sich Hasenglöckchen noch recht gut, vor allem in humosen Böden.

Ein Platz unter sommergrünen Sträuchern und Bäumen sowie vernachlässigte Gartenecken eignen sich für die meisten Frühlingszwiebeln. Im lichten Schatten sind Winterlinge die ersten Frühjahrboten. Auch Blausternchen (Scilla) und Schneestolz (Chionodoxa) mögen diese Standorte. Diese kleinen Frühlingsboten säen sich leicht aus. Allerdings sollte man sich mit Bodenbearbeitung und Hacken sehr zurückhalten, damit sie sich ungestört entwickeln können.

Die meisten Narzissenarten und -sorten können sich selbst überlassen bleiben. Nach mehreren Jahren haben sich dichte Zwiebelhorste gebildet, die, kurz bevor die Blätter ganz eingezogen sind, geteilt werden. Dies regt auch die Blühfreudigkeit an. Die Narzissenzwiebeln können an einem schattigen Platz in Kisten ausreifen und im Herbst an einer anderen Stelle wieder in die Erde.
Tulpen benötigen mehr Aufmerksamkeit. Selbst Wildtulpen sind meist nicht sehr vermehrungsfreudig. Nur die Weinbergstulpe (Tulipa sylvestris) sät sich gut aus.

Zwiebelblumen bereichern sogar Staudenbeete. Hervorragend eignet sich der spätblühende Zierlauch. Je nach Sorte ragen die stattlichen Blütenbälle von Mai bis August in den Himmel. Diese hervorragenden Schnittblumen lieben die volle Sonne und vermehren sich gerne auf durchlässigem Boden.

 
In ein sonniges Staudenbeet passen auch die nährstoffbedürftigen Tulpen, die starke Farbakzente setzen. Pflanzen Sie die Zwiebeln nicht in den Vordergrund, aber in die Nähe von Stauden. In Kombinationen mit spätaustreibenden Stauden, wie Sonnenhut oder Herbstastern, wirken die Zwiebelgewächse oft verloren. Schön sind beispielsweise Kombinationen mit Frauenmantel, Salvia nemorosa oder Euphorbia griffithii. Sie blühen zwar etwas später, bilden aber einen schönen Rahmen.

Ein Rasen mit Blumenzwiebeln darf erst fünf bis sechs Wochen nach der Blüte gemäht werden. Dadurch haben die Pflanzen genügend Zeit, um ausreichend Laub zu entwickeln, die Energie fürs nächste Frühjahr zu sammeln und wieder einzuziehen. Möchte man das Gras dennoch kurz halten, so pflanzt man gruppenweise als Blumeninseln, die gut ummäht werden können. Hier eignen sich großblumige Krokusse. Die kleineren Dalmatiner Krokusse säen sich leicht aus und bilden einen üppigen Blütenteppich.

Um möglichst schnell eine gute Wirkung zu erzielen, sollte eine große Anzahl der Zwiebeln ausgebracht werden. Gepflanzt wird in gelockerte, von Unkraut befreite Erde. Das Pflanzloch sollte dreimal so tief sein wie der Durchmesser der Zwiebel.

Quelle: Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie Veitshöchheim

 
Foto: Joujou  / pixelio.de  

 

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