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Borretsch anbauen, pflegen und ernten

Borretsch ist ein uraltes Küchenkraut und wurde früher auch als Heilkraut genutzt. Die einjährige Pflanze mit den blauen Sternblüten ist einfach anzubauen. So pflanzen, pflegen und ernten Sie das würzige Gurkenkraut.

Borretsch bildet behaarte Knospen, aus denen wunderschöne blaue bis violette Sternchenblüten entstehen.
Borretsch bildet behaarte Knospen, aus denen wunderschöne blaue bis violette Sternchenblüten entstehen. Auch für Insekten ist das Gurkenkraut eine wertvolle Nahrungsquelle.

Borretsch wuchs schon im Mittelalter in den Klostergärten. Ursprünglich stammt er vermutlich aus der Mittelmeerregion. In warmen Gegenden verwildert das behaarte, einjährige Kraut auch bei uns. Es ist ausgesprochen einfach anzubauen, vielseitig verwendbar und wird als insektenfreundliche Pflanze von Bienen, Hummeln und andere Insekten in Scharen umsummt.

Steckbrief:

Borretsch lockt Bienen und andere Insekten an.
Borretsch lockt Bienen und andere Insekten an.
  • Botanische Bezeichnung: Borago officinalis
  • Pflanzenfamilie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
  • Weitere Bezeichnungen:  Gurkenkraut, Blaustern, Himmelsstern
  • Standort:  sonnig bis halbschattig, warm
  • Boden:  nährstoffreich, frisch bis feucht, keine Staunässe
  • Wasserbedarf:  hoch
  • Wuchs:  40–60 cm hoch, ebenso breit, reich verzweigt
  • Aussaat:  April–Juni direkt ins Beet
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Erntezeit:  8 Wochen nach Aussaat bis zum Frost
  • Winterhärte:  nein, erfriert mit den ersten Frösten
  • Lebensdauer:  einjährig
  • Essbare Pflanzenteile:  Blätter und Blüten
  • Lagerfähigkeit: stets  frisch verwenden
  • Inhaltsstoffe:  Pyrrolizidinalkaloide, Gerbsäuren, Schleimstoffe, Kieselsäure, viel Kalium, in den Samen Gamma-Linolensäure
  • Gesundheitliche Wirkung: wirkt schleimlösend, harntreibend, entzündungshemmend, in höheren Dosen giftig

Borretsch anbauen und pflegen

Borretschpflanze im Gartenbeet, sie wird 40 bis 60 cm hoch.
Borretschpflanze im Gartenbeet, sie wird 40 bis 60 cm hoch.

Das Kraut gehört zu den einjährigen Pflanzen. Am besten säen Sie es zwischen April und Juni direkt ins Beet, an einen sonnigen bis halbschattigen, warmen Platz. Da es zu den Dunkelkeimern gehört, decken Sie die Saat mit einer Schicht Erde ab. 

Nach ein bis zwei Wochen laufen die Sämlinge auf. Stehen sie zu dicht, unbedingt ausdünnen auf etwa 40 cm Abstand zwischen den Pflanzen. Borretsch braucht Luft um seine großen, behaarten Blätter und die verzweigten Triebe, sonst werden sie anfällig für Mehltau. Das weiche Laub zeigt außerdem: Er braucht viel Wasser, verträgt aber keine Staunässe. 

Mit den ersten Nachtfrösten erfriert Borretsch und stirbt ab.

Gurkenkraut auf Wanderschaft durch Selbstaussaat

Einmal Borretsch – immer Borretsch. Hat sich das Kraut erst einmal im Garten niedergelassen, bleibt es. Die hübschen himmelblauen Sternchenblüten werden von Insekten umschwärmt und produzieren reichlich Samen. Die wiederum schleppen Ameisen gerne in ihren Bau, weil jeder Samen ein eiweißreiches Anhängsel (Elaiosom) besitzt, auf das die Krabbler ganz wild sind. Den eigentlichen Samen lassen sie liegen. Auf diese Weise verbreitet sich Borretsch reichlich im Garten. Wer das nicht nicht will, erntet die Samen vorher ab und sät sie gezielt aus.

Borretsch ernten und verwenden

Auf einem Holztisch steht ein Teller mit buntem Salat, aus Tomaten, Radieschen, Grünzeug und blauen Borretschblüten
Bunter Salat mit Borretschblüten

Nehmen Sie für die Küche nur junge, saftige Blätter sowie die blauen Blüten. Älteres Laub wird etwas faserig. Die Ernte ist möglichst bald zu verbrauchen, Borretsch wird schnell schlapp. Im Geschmack erinnert er an Gurken – daher auch der Name Gurkenkraut. Früher verwendete man es auch zum Einmachen von sauren Gurken. 

Klein geschnittene Blätter verleihen Salaten erfrischende Würze, können aber auch wie Spinat geschmort werden. Sie gehören in die Frankfurter Grüne Soße und peppen Eier- und Quarkspeisen auf. 

Die Blüten toppen Suppen, Salate, Soßen sowie Bowle und andere Getränke mit ihrer außergewöhnlichen Farbe. Fast zu schade zum Vernaschen, aber zu lecker, um sie liegen zu lassen!

Borretsch: Kann man ihn essen oder ist er giftig?

Borretsch enthält zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe: Neben geringen Mengen ätherischer Öle enthält er auch reichlich Kalium, das entwässernd wirkt. Kieselsäure stärkt Haare, Haut und Nägel. Schleimstoffe wirken wohltuend auf Magen und Darm, sie wirken ebenso entzündungshemmend wie die enthaltenen Gerbsäuren. 

Allerdings produziert die Pflanze aber auch Pyrrolizidinalkaloide, mit denen sie Fressfeinde vergrault. Sie können in hohen Dosen die Leber schädigen und haben in Tierversuchen zu Zellveränderungen und Krebs geführt.

 Empfehlung: Nicht mehr als einmal die Woche Borretsch genießen. Schwangere sollten ganz darauf verzichten.

Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.

(Paracelsus, 1493– 1541) Zitat

Borretschöl gegen Neurodermitis

Die Samen des Borretsch enthalten in großen Mengen Gamma-Linolensäure. Forscher konnten nachweisen, dass Neurodermitis-Patienten an einem Enzymdefekt leiden, der sie daran hindert, Gamma-Linolensäure zu bilden. Borretschöl kann den Mangel zum Teil ausgleichen.

Der kraut&rüben Tipp:

Kandierte Sternchen

Kandierte Borretschblüten eignen sich als Deko und Süßigkeit: Tauchen Sie frische Blüten einzeln in Eischnee. Reihen Sie sie dann auf Backpapier auf und streuen Sie Zucker darüber. Anschließend im lauwarmen Backofen bei ca. 50 °C trocknen, bis die Zuckerkruste fest ist. In verschließbaren Gläsern aufbewahren.

Zitat

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