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Brennnessel-Jauche selber machen

Sie wollen ihre Pflanzen möglichst sanft düngen? Im Video erklären wir, wie Sie organischen Dünger selber machen können. Ganz konkret: Brennnesseljauche. Dafür brauchen Sie nicht viel: Brennnesseln, Regenwasser, etwas Kompost und Gesteinsmehl. Im Video erhalten Sie eine Schritt-für-Schritt Anleitung. Außerdem haben wir noch einen weiteren Dünger-Tipp für Sie – bleiben Sie also bis zum Schluss dabei.

Wie entsteht Brennnessel-Dünger und wie wird Brennnessel-Jauche im Garten eingesetzt? Das zeigt Corina Steffl im Video Schritt für Schritt.

Brennnessel-Jauche - biologischer Dünger

Die Jauche fördert die Widerstandskraft der Pflanzen und als rein organischer Dünger kurbelt sie das Bodenleben an. 

Brennnesseln enthalten viel Stickstoff, der in der Jauche in gut pflanzenverfügbarer Form vorliegt. Deshalb ist die Jauche ein milder aber schnell wirkender Flüssigdünger. Über eine regelmäßige Düngung mit der Jauche freuen sich alle hungrigen Gemüsepflanzen wie Gurken, Tomaten, Kürbisse, Kohl und Zucchini. Auch manche Stauden und Rosen genießen es, damit gedüngt zu werden. Erbsen, Bohnen oder Zwiebeln mögen die Jauche nicht so gerne.

Brennnessel-Jauche Schritt für Schritt selber machen

  • 1 kg Brennnesseltriebe ernten, am besten vor der Blüte
  • Brennnesseln, die Samen angesetzt haben, nicht mehr verwenden!
  • Brennnesseltriebe grob mit der Schere zerkleinern und in ein Jauchefass füllen.
  • Für kleine Mengen eignet sich ein großer Eimer oder jedes andere Holz-, Keramik- oder Kunststoffgefäß.
  • Metallgefäße eignen sich nicht, denn es können chemische Reaktionen mit der Jauche stattfinden.
  • Jauchefass an einen sonnigen, warmen Platz stellen, damit die Gärung flott voranschreitet.
  • 10 Liter Wasser aufgießen und kräftig umrühren.
  • Das Fass oder der Eimer sollte nicht ganz voll sein, damit die Jauche beim Gären nicht überläuft.
  • Eine Handvoll Steinmehl über die Flüssigkeit streuen, um den Geruch zu dämpfen.
  • Einen feinmaschigen Draht darüber legen oder ein Netz spannen, damit keine Tiere in der Jauche ertrinken.
  • Täglich umrühren, sodass Sauerstoff in die Flüssigkeit gelangt.
  • Anfangs schäumt die Jauche sehr stark.
  • Wenn sie nicht mehr schäumt, sondern klar und dunkel aussieht, ist sie fertig.
  • Jauche ist sehr lange haltbar, wenn man das Gefäß mit einem Deckel verschließt.

Jauche ansetzen ohne Waage und Messbecher

Wenn man handbreit zerkleinerte Brennnesseltriebe locker in ein Gefäß schichtet, bis dieses zu drei Viertel voll ist, und dann Wasser bis eine Handbreit unter dem Rand aufgießt, dann entspricht das ungefähr dem geforderten Verhältnis von 1 Teil Kraut zu 10 Teilen Wasser.

Wie lange muss die Brennnessel-Jauche stehen?

Bei warmen Temperaturen ist die Jauche meist nach zwei Wochen gebrauchsfertig, je kühler es ist, desto länger dauert dagegen die Vergärung. Die Jauche ist fertig, sobald sie eine dunkle Farbe angenommen hat und nicht mehr schäumt.

Brennnessel-Jauche ausbringen

  • Mit einem Messbecher oder einem alten Stieltopf Jaucheflüssigkeit aus dem Fass abschöpfen
  • In der Gießkanne mit Wasser verdünnen und gut umrühren
  • Ohne Brauseaufsatz in den Wurzelbereich der hungrigen Pflanzen gießen
  • Brennnesselreste stören dabei nicht und können auf dem Beet liegen bleiben

Die richtige Verdünnung

Bei gelegentlicher Düngung für Gemüse, Blumen, Obst am besten bei feuchtem Boden:

1 Teil Jauche, 10 Teile Wasser

Der kraut&rüben Tipp:

Die Brennnessel-Jauche sollte etwa 2 bis 3 Monate halten, dafür die Jauche aber nicht mehr in der Sonne stehen lassen, sondern an einem schattigen Ort lagern.

Zitat

Alternative: Brennnesselpaste für kleine Balkone

In der Stadt ist Platz oft Mangelware und auch die meisten Balkone sind nicht riesig. Da will man sich nicht unbedingt einen Eimer mit stinkender Jauche auf den Balkon stellen, oder? Statt Brennnesseljauche bietet sich hier eine selbst hergestellte Brennnesselpaste an. Dafür pürieret man einfach so viele Nesseln wie nötig und verteilt diese um diePflanzen, die vom Dünger profitieren sollen. Mit jedem Gießen gelangen die Nährstoffe der Brennnesseln zu den Wurzeln.

Die Paste ist besser geeigneter für alle ohne große Gärten und noch besser: Man kann sie auch direkt nutzen und muss nicht die ein bis zwei Wochen Gärzeit abwarten.

Ist Brennnesseljauche verboten?

In Deutschland nicht, allerdings in Frankreich ist das Herstellen und Nutzen von Brennnesseljauche verboten. Das französische Landwirtschaftsministerium hat die selbst gemachten Jauchen als „nicht zugelassenes Pflanzenschutzmittel“ bewertet und in dem Zuge bereits 2006 verboten. Auch das Wissen rund um die Herstellung wurde unter Strafe gestellt. 75.000 Euro Strafe kostet es, wer dagegen verstößt.

Brennnessel-Brühe gehen Blattläuse

Doch Brennnesseln eignen sich nicht nur als Dünger, sondern man kann mit einer selbst hergestellten Brennnessel-Brühe auch Blattläuse vertreiben. Sammeln Sie ein paar Hände Brennnesseln und lassen Sie sie ein bis zwei Tage in zwei Liter Wasser ziehen. Danach das Wasser abfiltern und den verbleibenden Sud unverdünnt in eine Spritzflasche füllen. Jetzt einfach auf betroffenen Pflanzen sprühen und dabei die Blattunterseite nicht vergessen. Die enthaltenen Nesselgifte töten die Blattläuse und sie fallen runter. Wichtig dabei: nicht zur Mittagszeit und voller Sonneneinstrahlung sprühen, sonst verbrennen die Pflanzen.

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