Gartenvögel bei der Brutpflege

Gartenvögel bei der Brutpflege - Foto: Welzhofer/Hecker

Gartenvögel haben ganz unterschiedliche Vorlieben, wenn es um die Wahl ihres Nistplatzes geht.

In die Kinderstuben geguckt 

Haussperlinge gelten als ausgesprochene „Schlamper“ beim Nestbau. Ihre Kinderstuben wirken grob und strubbelig, weil sie alles darin verwurschteln, was ihnen als halbwegs nestfähig erscheint: trockene Grashalme, fremde Federn, Bindfäden, Fetzen von Kunststofffolien und vieles mehr. All das verarbeiten sie eher grobmotorisch zu einem Nest, beispielsweise unter der untersten Reihe Dachziegeln eines Gebäudes.

Ganz anders geartet sind die fein konstruierten Nestkugeln der Zaunkönige, die sie in dichtem Gezweige von Gartengehölzen nur wenig über dem Boden errichten.

Buchfinken weben ihre moosgepolsterten Brutstätten gerne in Astgabeln von Bäumen und großen Gartensträuchern, und Amseln kleiden ihre bevorzugt aus Heu und zarten Pflanzenwurzeln entstandenen Nester innen mit Lehm aus.

Meisen sind ebenso wie Stare auf eine Nisthöhle angewiesen. Auch die nächsten Verwandten vom Haussperling, die Feldsperlinge, nehmen solche Höhlen gerne an.

Nisthilfen frühzeitig anbringen

Um mehr Vögel zum Brüten in den eigenen Garten zu locken, gibt es eine Reihe von Tricks, die Christine Welzhofer, Expertin für die Fütterung von Gartentieren aus dem bayerischen Gessertshausen, kennt:

„Nisthilfen sollten möglichst frühzeitig im Jahr aufgehängt werden, denn schon im Spätwinter schauen sich die Vögel um, wo geeignete Brutmöglichkeiten vorhanden sind.

Die Kästen müssen senkrecht angebracht werden und dürfen nicht gekippt sein. Idealerweise ist das Einflugloch nach Südosten ausgerichtet, also in Richtung Sonnenaufgang. Die Kästen sollten etwa drei bis vier Meter hoch hängen und unerreichbar für Katzen oder andere Räuber sein. Auch ein freier Anflug ist empfehlenswert.“

Ausreichend Nahrung für Alt- und Jungtiere

Zwei Bruten in einem Jahr sind bei den meisten unserer Gartenvögel die Regel – vor allem dann, wenn ausreichend Nahrung zur Verfügung steht. Hier hat sich die Ganzjahresfütterung der Tiere bewährt. „Selbst früher weit verbreitete Arten wie der Haussperling sind heute im Bestand stark dezimiert. Sie werden dort immer seltener, wo die Tiere in ausgeräumter Kulturlandschaft zunehmend weniger natürliche Nahrungsquellen finden“, erläutert Welzhofer und empfiehlt zur Brutunterstützung neben dem Aufhängen von Nistkästen und dem Anpflanzen einheimischer Vogelschutz- und Nährgehölze im Garten auch eine regelmäßige Kombi-Fütterung mit Aufzucht- und Fettfutter.

Quelle: GPP

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