Den Winter überstehen

Auf der Suche nach dem passenden Winterquartier... Raphaela C. Näger  / pixelio.de
Auf der Suche nach dem passenden Winterquartier... Raphaela C. Näger / pixelio.de

Mit ein paar Kniffen schaffen Sie Schlaf- und Schutzzonen für die Tiere im Garten. 

Viele Tiere begegnen uns im Winter nicht mehr. Sie finden in der frostigen Umgebung kein Futter und gehen der Gefahr zu erfrieren aus dem Weg.
 
Mehr als der Winter selbst machen den Tieren die mangelnden Quartiere und Unterschlupfmöglichkeiten zu schaffen. Durch übertriebene Ordnungsliebe sind geeignete Plätze verschwunden.
 
Ausgeräumte Landschaften und aufgeräumte Gärten ohne dürre Stängel, Laub- und Reisighaufen und vertrocknete Früchte bieten keinen Schutz und keine Nahrung mehr.
 
Hier ist unsere Winterhilfe gefragt. Für Bäume, Beete, Schuppen und Gebäude gilt: Ordnung ist nur das halbe Leben. Haben Sie Mut zur Lücke und geben Sie den vielen Lebewesen eine Chance.
 
Winterquartiere für Tiere in Haus und Garten
 
< Gerümpelecken in Schuppen, Gartenhäusel und Garage einfach belassen. Gut geeignet für den Winterschlaf sind Holzstapel, umgedrehte Obstkisten mit Laub, Stroh und Heu.
 
< Umbau- und Ausbesserungsarbeiten an verdächtigen Schlafstellen verschiebt man besser auf das Frühjahr, damit die Wintergäste nicht geweckt oder gar lebendig eingemauert werden. Siebenschläfer oder Schlangen sind schon oft bei Umbauarbeiten im Winter entdeckt worden.
 
< Wenn es der Gebäudeschutz zulässt, sollten Nischen und Spalten an der Hausverkleidung, an der Dachkante, im Mauerwerk oder im Jalousienkasten offen bleiben. Manche Fledermäuse, Wespenköniginnen, Marienkäfer, Pfauenaugen und viele andere Insekten ziehen sich hier zurück.
 
< Gleiches gilt für einen Zugang zum ungeheizten Speicher, durch den Pfauenaugen, Zitronenfalter, Marienkäfer, Florfliegen und sogar manche Fledermäuse in ihr Winterquartier ziehen. Im Frühjahr muss dann an schönen Tagen das Speicherfenster geöffnet werden, damit die Wintergäste ausziehen können.
 
< Winterquartiere müssen kühl und frostfrei sein. Die meisten Tiere lieben auch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Natürlich sollte der Schlafplatz möglichst wenig gestört werden.
 
< Kellerschächte am besten ohne Bodenplatte, werden bisweilen von Amphibien, z.B. Molchen gerne aufgesucht. Mit einer dicken Laub- oder Moosschicht und einer kleinen Ausstiegshilfe kann man ihr Quartier noch verbessern.
 
< Größere Steinhaufen, große Holzstapel, Reisig- und Komposthaufen sind beliebte Winterquartiere. Besonders Reptilien und Amphibien schätzen unverfugte, tiefe Trockenmauern.
 
< Von der Blumenwiese und den Stauden sollten zumindest einige Quadratmeter ungemäht bleiben. In und an den Stängeln überwintern Eier von Heuschrecken und Faltern.
 
< Kompost-, Laubhaufen und alte Baumstämme mit Rissen und Höhlen dienen als Winterquartier.
 
< Wilde Ecken: Lassen Sie am besten eine Ecke im Garten richtig verwildern. Alte Ziegel, moderndes Holz, Reisig und wuchernde Brennnessel bieten kleinen und großen Tieren beste Unterschlupfmöglichkeiten.
 
< Nistkästen sind nicht nur für Vögel, sondern auch für Wintergäste eine gute Behausung, in der die Mieter im Jahresverlauf abwechseln. Im (späten) Herbst sollen die Kästen deshalb nicht mehr gereinigt werden.
 
< Frösche und Fische, die im Gartenteich überwintern, können ersticken, wenn die Oberfläche vollkommen zufriert und der Sauerstoff unter der Eisdecke verbraucht ist. Das Röhricht im Gartenteich sorgt für den nötigen Luftaustausch durch die Eisdecke hindurch und soll deshalb nicht entfernt werden.
 
< Damit Tiere auf dem Teichgrund im Schlamm überwintern können, soll er mindestens 1 Meter tief sein.
 
Übrigens: Den Winter kann man sich umgekehrt auch zur Schädlingsbekämpfung zu Nutze machen, um etwa Schneckeneier durch Umgraben dem tödlichen Frost auszusetzen.
 
 
Foto: Raphaela C. Näger / pixelio.de
 
 
 
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