Dicke Bohnen anbauen und pflegen

Dicke Bohnen anbauen
Dicke Bohnen (Vicia faba) - Foto: TwilightArtPictures / stock.adobe.com

Die Bohnenpflanze verträgt bis zu minus fünf Grad, deshalb können wir Dicke Bohnen sehr früh anbauen und Bohnenläuse dabei austricksen.

Dicke Bohnen anbauen – Je früher desto besser

Je früher die Aussaat stattfindet, desto weniger wird die Pflanze von der Schwarzen Bohnenlaus befallen.

Beginnen Sie mit der Vorkultur ab Anfang März, in Weinbaugebieten bereits Mitte bis Ende Februar.

Weichen Sie die Kerne zwölf Stunden in lauwarmem Wasser ein und stecken sie dann in Aussaaterde (3– bis 5 cm tief im Abstand von 15 x 50 cm).

Sobald nach den beiden Keimblättern das erste Laubblatt erscheint, wird abgehärtet, das heißt Sie stellen die Töpfe ins Frühbeet oder ins ungeheizte Gewächshaus.

Auch an der warmen Hauswand halten es die Pflänzchen aus, wenn sie in kalten Nächten mit Pappkartons oder Vlies abgedeckt werden. Wenn nicht mehr mit starken Frösten zu rechnen ist, pflanzen Sie die Bohnen ins Freiland.

Wählen Sie robuste Sorten wie ‘Aquadulce Claudia’ oder ‘Frühe Weißkeimige’ und bedecken Sie das Beet auf jeden Fall mit Gemüsevlies oder einem Folientunnel, denn die Jungpflanzen vertragen nur mäßige Fröste bis etwa 3 oder 5 °C unter Null.

Ernte: Puffbohnen ernten Sie im Frühsommer, wenn die Körner milchreif sind.

Läuse an Dicken Bohnen

Puffbohnen oder Dicke Bohnen sind zwar robust, aber es gibt eine Plage, die ihnen zusetzen kann. Schwarze Bohnenläuse (Aphis fabae) können eine gesamte Bohnenernte zunichte machen.

So schützen Sie die Bohnen vor den Läusen

Sobald Läuse auftauchen, spritzt man die Bohnen wöchentlich mit unverdünntem Tee aus Rhabarberblättern.

Zubereitung:
1 kg zerkleinerte Rhabarberblätter mit 5 Liter kochendem Wasser übergießen, 60 Minuten lang ziehen lassen.

Läusebefall vorbeugen

So früh wie möglich aussäen, damit die Pflanzen schon groß sind, wenn die ersten Läuse im Frühjahr aktiv sind.

Auf einen weiten, luftigen Stand achten, nicht zu eng säen oder pflanzen.

Der Boden sollte nie austrocknen. Trockenheit fördert den Lausbefall.

Bricht man befallene Triebspitzen rechtzeitig aus, verhindert dies, dass sich der Befall zu einer Epidemie entwickelt.

>> Steckbrief Dicke Bohnen

Wer kennt eigentlich noch Dicke Bohnen?

In Rom sind die deftigen Kerne traditionell beliebt – sie werden frisch und ungekocht als Knabberei verzehrt. Auch im Rheinland gibt es noch einige typische Bohnenspeisen.

Die Sau-, Puff- oder Pferdebohne gehört zu unseren ältesten Kulturpflanzen. Schon in der Steinzeit als Nahrung nachzuweisen, waren ihre kleinkörnigen Vorfahren bei den alten Griechen und Römern eine der wichtigsten Nahrungspflanzen. Die Römer glaubten sogar, dass die Seele des Menschen nach seinem Tod vorübergehend in Bohnen wohnen müsste.

Später wurden die Dicken Bohnen viel in den See- und Flussmarschen des Nordseegebietes angebaut, weil dort in dem salzhaltigen Boden weder Erbsen noch Linsen gediehen.

Reichlich Mineralstoffe

Die Körner enthalten viel Eiweiß und reichlich Mineralstoffe. Man kocht und verzehrt sie im allgemeinen im milchreifen Zustand, bevor sie mehlig werden.

 

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