Düngejauche herstellen

Wer seinen Pflanzen im späten Sommer etwas Gutes tun will, braut ihnen jetzt eine Düngejauche. Die Wurzeln können die Nährstoffe sofort aufnehmen.
 
Gemüsepflanzen brauchen im Spätsommer nochmals Nährstoffe, um uns eine reiche Ernte zu bescheren.
 
Anders als bei Kompost, der erst von den Bodelebewesen pflanzenverfügbar gemacht werden muss, können die Wurzeln die Nährstoffe aus dem Jauchesud sofort aufnehmen.
 
So wird’s gemacht

Als Zutaten für die Jauche eignen sich nahezu alle Pflanzenreste wie beispielsweise Gemüseabfälle, Blätter und Kräuter, die sonst auf dem Kompost landen. Sogar Löwenzahn, der sich als besonders hartnäckiges und wucherndes Unkraut erweist leistet hier gute Dienste. Insbesondere Brennnessel, Beinwell, ausgebrochene Tomatentriebe und Kohl eignen sich besonders gut für das Gemüsebeet.

Als Faustregel gilt: 1 kg frische oder 100-200 g getrocknete Pflanzen auf 10 l Wasser.
Die Pflanzen sollten nur grob zerkleinert werden, damit der Sud genügend Luft zum Gären enthält.

Gefäße aus Holz, Kunststoff, Steingut oder Ton sind besser als Metall oder Emaille, da sie nicht durch den Kontakt mit der scharfen Jauche oxidieren. Ein solches Gefäß wird nun zu drei Viertel mit den Pflanzen locker gefüllt und bis etwa zehn Zentimeter unter den Rand mit kaltem Wasser aufgegossen. Wäre das Gefäß bis zum Rand gefüllt, würde es nach zwei bis drei Tagen wenn die Jauche anfängt zu Gären, überlaufen.

Wichtig ist eine luftdurchlässige Abdeckung, damit Vögel und andere neugierige Kleintiere nicht hineinfallen und ertrinken. Beispielsweise ein Kaninchengitter mit Steinen beschwert oder Holzdeckel mit untergelegtem Bretter zur Durchlüftung erfüllen diesen Zweck.

Um den Gärvorgang zu beschleunigen und einen wirklich hochwertigen Dünger zu erhalten, ist täglich mehrfaches Umrühren angesagt. Durch die ständige Durchmischung bekommt die Jauche genügend Sauerstoff und Pflanzenteile werden so besonders schnell zersetzt.

 
Je nach Temperatur dauert es etwa 14 Tage (bei kühler Witterung länger), bis die Düngerjauche gebrauchsfertig ist, bzw. wenn die Masse aufhört Schaum zu bilden und einen dunklen Farbton annimmt.

Gegen den unangenehmen Geruch, den die Jauche nach einigen Tagen Standzeit entwickelt, hilft Steinmehl, das in die Brühe eingerührt wird. Auch Humofix, erhältlich bei der Benediktinerinnenabtei Fulda leistet dabei gute Dienste. Von diesem aus vielen verschiedenen Kräutern bestehenden Pulver löst man einen Teelöffel auf einen Liter Wasser, das dann in die Jauche gegeben wird.

Der nun entstandene Sud ist sehr scharf und darf deshalb nicht pur ausgebracht werden. Optimal ist ein Mischungsverhältnis von 1:5 (Jauche:Wasser). Steht Regen ins Haus oder ist der Boden sehr nass, kann die Konzentration auch aus 1:2 (Jauche:Wasser) erhöht werden.

Der selbstgebraute Flüssigdünger wird bei bedecktem Himmel wahlweise morgens oder abends ausgebracht. Besondere Vorsicht ist dabei geboten, denn so hoch die Düngewirkung ist, so hoch ist auch die Verätzungsgefahr auf den empfindlichen Blättern der Gemüsepflanzen.

Doch wer Sorgfalt walten lässt und seinen Pflanzen im Spätsommer diese wohltuende Sonderbehandlung zugesteht, der wird mit reicher Ernte und unvergleichlich aromatischen Früchten belohnt. Mit etwas Routine findet jeder Gärtner die besondere Cocktailmischung für seine Pflanzen.

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