Es gibt ein Leben nach der Keimung

Foto: Petra Luise/stock.adobe.com

Aus Samen werden Pflanzen – und die stehen sich in der Aussaatkiste schnell gegenseitig im Weg. Außerdem entwickeln die Sämlinge neue Bedürfnisse, sobald ihre Keimblätter voll entfaltet sind. Jetzt ist der Gärtner gefragt.

Entweder man setzt die Sämlinge in größerem Abstand in eine neue Kiste oder sofort einzeln in einen kleinen Topf – diesmal in vorgedüngte Blumenerde. Damit die Pflanzen einerseits genug Halt haben und andererseits nicht zu faulen, sollten die Keimblätter 1–2 cm über der Erde stehen.

Die Pflänzchen wollen an einen hellen Ort umziehen, aber nicht in der prallen Sonne stehen. Dort würden die zarten Blätter und Sprosse verbrennen. Ein dünnes Vlies hält direkte Sonnenstrahlen ab.

Damit buschige Pflanzen heranwachsen, gilt es, ihre Verzweigung zu fördern. Sobald der Hauptspross 5–6 Blätter/Blattpaare trägt, zwicken Sie ihn mit den Fingernägeln oder einer Nagelschere bis auf 2–3 Blätter/Blattpaare ab. An dieser Stelle treiben bald zwei Seitensprosse aus.

Auch dosierter Stress schadet den Blumen-Zöglingen nicht. Streifen Sie täglich einmal mit der flachen Hand über die Pflänzchen. Dadurch wachsen sie kompakt, statt in die Höhe zu schießen. In der Natur übernimmt diese Aufgabe der Wind, in Jungpflanzen-Gärtnereien automatisch gesteuerte Bürsten.

Bis zur Blüte oder Frucht dauert es noch eine Weile. Deshalb gilt: Das Etikett zieht stets mit um!

Teilen