Färben mit Pflanzen

Die Menschen in Thailand machen es vor: Färben mit Naturfarben, gewonnen aus Früchten, Beeren und allem, was Mutter Erde so hergibt. Foto: Adobe Stock/tuayai

Farben aus Pflanzen herstellen – das geht! Aus Weinblättern kann man grün, aus Trauben rote Farbe gewinnen. Erste Schritte:

Das Wissen über die mehr als 100 Färbepflanzen ist nicht in Vergessenheit geraten – auch wenn sie mit Erfindung der synthetischen Farbstoffe im 19. Jahrhundert an Bedeutung verloren haben.

 

Pflanzen färben Stoffe und Wände 
Aus ökologischen und nachhaltigen Gründen besinnen sich derzeit wieder mehr Menschen der pflanzlichen Farbstoffe und legen Färbergärten an.
Aus Färberpflanzen können Tinten, Stofffarben, Kosmetika, Wandfarben, Theaterschminkfarben, bunte Heiltees und farbige Speisen hergestellt werden. 
 

Dabei finden nicht nur Blätter und Blüten Verwendung, auch Früchte, Wurzeln, Rinden und Holz sind geeignet. So lässt sich aus den Blättern der Weinrebe (Vitis vinifera) grüne Farbe gewinnen, aus dem Holz schwarze und aus den Trauben intensiv rote.

Außerdem reagieren die Pigmente je nach Aufbereitung unterschiedlich. Beispielsweise wird Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) zum Färben von Wolle mit Alaun ausgekocht. Kommt zudem Seifenwasser in den Sud, entsteht ein intensives Blau, bei Essig ein leuchtendes Rot.

 

Einfach drauflos malen
Neben einigen exotischen Gewächsen zählen zu den Färberpflanzen zahlreiche heimische Stauden, Beet- und Balkonpflanzen.
Für die Pigmentgewinnung geeignet sind unter anderem Heidekraut (Calluna vulgaris), Dahlie (Dahlia pinnata), Johanniskraut (Hypericum perforatum), Pfingstrose (Paenia officinalis), Stockrose (Alcea nigra), Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) und Studenten-blume (Tagetes patula).
„Wer es ausprobieren möchte, sollte einfach Blüten oder Blätter zerreiben, mit Wasser mischen und in Aquarelltönen drauflosmalen“, rät Staudengärtnerin Kordula Becker vom Niederrhein.
Kräftiger werden Farben, wenn man den Sud eingekocht. Die Pflanzenfarben können dann zum Beispiel als Tinte, zum Batiken oder zum Färben von Wolle verwendet werden. Abgekocht und gut verschlossen sind sie lange haltbar. So lassen sich die bunten Farben des Sommers bis in den Winter retten.

 

Am Niederrhein gibt es viele Färberpflanzen
Wer Färberpflanzen kennen lernen möchte, sollte den Niederrhein besuchen. Dort hat der Verein „atavus“ aus Essen unter dem Titel „Sevengardens“ zahlreiche Gärten angelegt. Die Pflanzen dafür stammen zum Teil aus der Staudengärtnerei Becker in Dinslaken, die eine große Auswahl an Färberpflanzen bereit hält. Ganz in der Nähe bietet der Hof Emschermündung Kreativseminare zu dem Thema an.
Quelle: GMH
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