Feine Supersamen ernten

Leseprobe aus kraut&rüben 9/2017

Feine Supersamen ernten

Der Körner-Amaranth ist reif! Die langen Rispen in Rot und Gelb sind voller Samen, die nun einzeln herausfallen. Zeit, die Minikugeln, die nur so vor gesunden Nähr- und Vitalstoffen strotzen, einfach zu gewinnen.

 

Das Beste vorweg: Körner-Amaranth anzubauen ist kinderleicht, beim Ernten ist lediglich das richtige Timing und etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Denn erst zur Vollreife beginnt die Zeit des Rispenschneidens, Körnerdreschens und Trocknens. Dies ist, je nach Boden, Klima, Witterungsverlauf und Sorte, Anfang September bis Mitte Oktober der Fall.

Die Minikörner waren einst Leibspeise vieler Völker Mittel- und Südamerikas wie der Inkas und Azteken, die für ihre unverwüstliche Gesundheit bekannt waren. Denn die Samen mit dem feinen, nussigen Aroma enthalten viele leicht verwertbare Nähr- und Vitalstoffe. Daher waren sie neben Mais und Bohnen Hauptnahrungsmittel, bis die spanischen Eroberer kamen. Diese verboten den Anbau und Konsum von Amaranth, da die Ureinwohner aus den Samen Figuren formten, die auch ihren Göttern glichen. Das Wissen rund um das Minikorn überlebte trotzdem und verbreitete sich sogar.

Ertragreiche Sorten finden

Das Fuchsschwanzgewächs, das wie Quinoa und Buchweizen zur Gruppe der sogenannten Pseudogetreide gehört, wird heutzutage auch in Pakistan, Nepal und Indien sowie im Süden der Vereinigten Staaten kultiviert. Dass die Supersamen sogar bei den alten Ägyptern bekannt waren, zeigen archäologische Funde, die belegen, dass sie bereits vor 4 500 Jahren am Ganges wuchsen. Den gesundheitlichen Wert kannten auch die alten Griechen, da der Gattungsname Amaranthus übersetzt so viel wie unsterblich oder nicht welkend bedeutet.

Hierzulande sind die gedünsteten oder gepoppten Powerkugeln aus der Ernährung gesundheitsbewusster Menschen seit einigen Jahren nicht wegzudenken. Auf Äckern ist die Pflanze jedoch bis heute wenig verbreitet, da die späte Reife bei schlechtem Wetter für Erwerbsgärtner riskant ist und außerdem die Samen mitunter nach und nach reifen und dann bei Nässe leicht schimmeln und aufwendig nachgetrocknet werden müssen. Wenn Gärtner jedoch kleine Mengen ab Mitte Mai aussäen, flexibel nach Wetterlage an trockenen Tagen ernten und die Rispen an geeigneten Orten gut trocknen und lagern können, ist Amaranth problemlos zu kultivieren (…)

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