Fliegende Ameisen – was tun?

In den Sommermonaten verirren sich immer mal wieder fliegende Ameisen im Haus. Was kann man tun?
 
Kürzlich erreichte uns der Hilferuf einer kraut&rüben- Leserin:
 
In meinem Wohnzimmer befindet sich eine Unmenge von fliegenden Ameisen. Wie kann ich dagegen vorgehen, ohne die im Handel angebotenen chemischen Keulen einzusetzen?
 
Tierexperte Julian Heiermann vom NABU weiß Rat:
 
Mit ein bisschen Geduld, wird sich das Problem von alleine lösen. Die Hochzeitsflüge der Ameisen dauern in der Regel zwei bis drei Tage, dann sind die Tiere wieder verschwunden. Auf keinen Fall muss man Gift einsetzen.
 
Fliegende Ameisen sanft vertreiben
 
Versuchen Sie die verirrten Tiere am geöffneten Fenster nach draußen zu lotsen (evtl. mit einem kalt eingestellten Föhn nachhelfen).
 
Weil die Tiere dem Licht folgen, lohnt sich der Versuch, sie am Abend mit Licht ins Freie zu locken (drinnen Lichter ausschalten!).
 
Mit einem Staubsauger lassen sich die Ameisen einfangen. Dazu wird das Gerät auf niedrigste Saugkraft gestellt. Mit dem Rohr, an dem ein Nylonstrumpf befestigt wurde, können Sie die Tiere gezielt einsammeln um sie dann draußen zu befreien.
 
Ameisen als Indikator
 
Wenn heimische Ameisen im Wohnbereich anzutreffen sind, liegt es nahe, dass sie von offenen Lebensmitteln oder Speiseresten gelockt wurden. Aber auch Pilze stehen auf ihrem Menüplan. Nistende Ameisen im Haus können somit auch als Indikator für einen versteckten Schimmelpilz im Gemäuer betrachten werden. Zumindest würde sich in einem solchen Fall eine Überprüfung lohnen.
 
Darüber hinaus gibt es eingeschleppte Ameisenarten aus tropischen Gefilden, z. B. die Pharaoameise, die aus klimatischen Gründen gerne in Gebäuden nistet und dort auch Schaden anrichten kann.
 
Man kann versuchen, Ameisenvölker mit sanften Methoden zu vertreiben: Die betroffenen Stellen werden mit Zimt bestreut und dann mit konzentriertem Lavendel-Öl beträufelt. Den Fußboden mit Zitronenessig oder Essigessenz putzen. Hierdurch werden die bestehenden, durch Duftnoten von den Ameisen markierten Ameisenstraßen wirkungsvoll aufgelöst. Die getränkten Putzlappen legt man vor die Einschlupfstellen. Diesen Vorgang soll man öfter wiederholen und die Lappen feucht halten.
 
Es ist wichtig, bestehende Nistgelegenheiten zu beseitigen. Ursache für Ansiedlungen sind von außen zugängliche Materialien (z.B. morsches Holz, undichte Stellen) in Verbindung mit etwas Feuchtigkeit. Feuchte Stellen an der Wand sollen deshalb möglichst trocken gelegt werden. Zugangswege für die Ameisen werden mit Silikon verschlossen. Nicht zuletzt ist es wichtig, dass Lebensmittel, insbesondere Süßigkeiten, sorgfältig aufbewahrt und nicht offen liegen gelassen werden.
 
Weitere Infos und Links:
 
 
Die Beraterdankenbank auf www.hymenoptera.de enthält Kontakte zur Beratern und Fachleuten aus ganz Deutschland und angrenzenden Ländern die vor Ort unter anderem auch zum Thema Ameisen beraten, informieren und eventuell umsiedeln.
 
siehe auch:
 
 
 
Foto: Bolliger Hanspeter/ pixelio.de
Teilen