Folge 1: Wie alles begann

Eine Garten-Saison lang will kraut&rüben-Redakteurin Eva Puchtinger die Schnecken in ihrem Garten ignorieren und nichts gegen sie unternehmen. Warum? Inspiriert von einer Leserin soll dieses Experiment die Sichtweise ändern. In Zukunft ist der Salat zur Hälfte knackig-köstlich, nicht halb angefressen. Basta.
 
In der April-Ausgabe 2016 von kraut&rüben habe ich unsere Leser gefragt, wie sie mit Schnecken in ihrem Garten umgehen. Danach landeten unfassbar viele Tipps auf meinem Schreibtisch: bekannte und bewährte aber auch neue und ausgefallene.
 
Sofort Freundschaft geschlossen habe ich mit der Methode von Anke aus Magdeburg. Sie schrieb: Ich habe mir einfach einen neuen Blick zugelegt. Statt die angefressenen Salate und Stauden zu sehen, nehme ich nur noch die makellosen, gesunden wahr. Seither habe ich mich nie wieder über Schnecken geärgert.
 
Zugegeben, in sehr vielen Lebenslagen weist die Vogel-Strauß-Taktik beträchtliche Mängel auf. Und rosarote Brillen sorgen nicht immer für klaren Durchblick.
 
Egal. Ich habe keine Lust mehr, meinen Garten mit verkniffenem Gesichtsdruck und rostiger Grillzange zu betreten, um auf Schneckenjagd zu gehen. Denn jahrelang hatte ich es so gehalten: Erst wenn die tägliche Sammel-Pflicht erfüllt war, durfte ich mich schönen Gartendingen widmen. Dennoch hatte ich nie das Gefühl Herr oder Frau der Lage zu sein.
 
Mein Entschluss steht fest. In diesem Jahr ignoriere ich die Schnecken genau so wie sie es mit mir tun. Ich tue rein gar nichts. Ich streue kein Korn, ich sammle nicht ein, ich errichte keinen Zaun, ich sehe nicht (so genau) hin.
 
Wie es meinem Garten und mir dabei geht und ob ich durchhalte, darüber berichte ich mehr oder weniger regelmäßig hier auf der kraut&rüben-Seite in Evas Schnecken-Selbstversuch.
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