Garten- und Artenvielfalt

In sechs Schritten auf dem Weg zur Artenvielfalt.
 
Kein Zierrasen kann die Glücksgefühle bieten, die sich in einem naturnahen Garten einstellen.
 
Schmetterlinge tänzeln über Blumenbeete, Hummeln brummen von Blüte zu Blüte, Heuschrecken zirpen zwischen Gräsern, Vögel zwitschern in den Sträuchern.
 
Den Mut zur „Wildheit“ muss der Gartenbesitzer auf jeden Fall mitbringen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Natur sich selbst zu überlassen. Damit eine naturnahe Gartengestaltung gelingt, sind lenkende Eingriffe unabdingbar, aber eben unter Berücksichtigung der Gesetze der Natur und nicht gegen sie.
 
In sechs Schritten auf dem Weg zur Gartenvielfalt:
 
1. Lassen Sie in Teilbereichen des Gartens kontrollierte „Wildheit“ zu.
 
2. Eine Wiese mit Wildblumen bringt Leben in den Garten. Bienen, Hummeln, Grillen, Heuschrecken, Schmetterlinge und Käfer werden es Ihnen danken. Außerdem ist eine Wiese viel pflegeleichter als ein Rasen, denn sie muss nicht ständig gegossen werden und auch das regelmäßige Mähen entfällt.
 
3. Ein kleiner Kräutergarten ist nicht nur für das eigene leibliche Wohl eine Attraktion. Auch Insekten lieben Dill, Liebstöckel, Salbei, Thymian, Lavendel und Co.
 
4. Damit es bei Ihnen plätschert, quakt und sirrt, zwacken Sie ein paar Quadratmeter ab und legen Sie einen Gartenteich an. Die Größe ist hier nicht entscheidend. Auf die Uferzone kommt es an. Zur Bepflanzung eignen sich z.B. Rohrkolben, Sumpf-Calla, Bachbunge, Enzian-Ehrenpreis, Blutweiderich, Sumpfdotterblume, Schwertlilie, Wollgras, Binsen oder Igelkolben.
 
5. Ein pralles Gartenleben entfaltet sich zwischen Bäumen und Sträuchern. So bieten Sie Vögeln, Eichhörnchen und Igeln Nistgelegenheiten, Nahrung und Unterschlupf.
 
6. Aufräumen: Räumen Sie im Herbst Ihren Garten nicht komplett ab. Es dürfen ruhig einige Stängel stehen und Blätter liegen bleiben – ein schönes Bild im übrigen, wenn der Winter sie mit Raureif überzieht.
 
Welche Pflanzen eignen sich?
 

 Wichtig ist die Verwendung von standortgerechten Gehölzen und Stauden, denn wenn Pflanzen nicht bekommen, was sie brauchen, beginnen sie zu schwächeln. Die Balance zwischen Eingreifen und Abwarten, Gestalten und Wachsenlassen erfordert spezielle Kenntnisse, Sensibilität und sorgfältiges Beobachten. Dazu ist auch ausreichend Platz nötig. Ist der Garten nicht groß genug, lassen sich einzelne Ideen eventuell in Ausschnitten umsetzen.

 

Als Flugfeld für Brummer, Summer und Schmetterlinge eignen sich Wildblumenwiesen oder blühende Staudenbeete z. B. mit Schafgarbe, Sommersalbei, Phlox, Sonnenhut, Lavendel, Aster oder Fetthenne.

 
Ein Schmetterlingsleckerbissen im Frühjahr ist z.B. der Duftschneeball (Viburnum x burkwoodii). Das immergrüne Gehölz wird bis zu drei Meter hoch und wirkt mit seinen stark duftenden, hellrosa Blüten attraktiv auf Tagfalter wie Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge.
 
Die Weigelie (Weigelia) ist ein wertvoller und trotzdem anspruchsloser, bis zu drei Metern hoher Zierstrauch für normale Gartenböden in sonniger Lage. Der lang anhaltende Blütenflor von Mai bis Mitte Juni ist für zahlreiche Nachtfalter attraktiv.
 
Auch die Kolbenspiere (Spiraea billardii) mit ihren rosa Blütenrispen zieht Tagfalter wie Landkärtchen, Braunauge und Weißlinge an.
 

Quelle: PdM
Teilen