Kleine Geier-Amseln unterwegs

Seit 2011 leiden Amseln an einer Krankheit, die durch Stechmücken übertragen wird.
 
Betroffene Amseln wirken lethargisch und haben oftmals ein zerzaustes Gefieder.
 
Der NABU untersuchte diese Erkrankung und stellte fest, dass Amseln mit gefiederlosen Körperpartien offensichtlich viel häufiger vorkommen, als bislang angenommen. 
 
Einige Vögel sehen aus wie Tiere, die sich in der Mauser befinden, und andere erinnern mit ihren gefiederlosen Kopf- und Halspartien an kleine Geier.
 
Der Anfangsverdacht, dass der Usutu-Virus maßgeblich für dieses Erscheinungsbild der Amseln verantwortlich ist, hat sich bisher nicht bestätigt.Vermutlich gibt es andere Ursachen, die die Vögel zu Geier-Amseln machen.
 

kraut&rüben: Was kann der Finder einer kranken Amsel tun?

Kann man ihnen irgendwie helfen? Soll man sie zum Tierarzt bringen, falls man sie einfangen kann?
 
Julian Heiermann:
 
Da unsere Erfahrungen und Berichte zeigen, dass die Amseln durch die Gefiederverlust zwar eingeschränkt sein dürften, doch das Gefieder mit der nächsten Mauser wieder nachwächst, besteht hier kein direkter Handlungsbedarf.
 
Ein Einfangen der Tiere würde viel Stress bedeuten und für die Vögel auch eine Verletzungsgefahr mit sich bringen. Auch könnte man durch eine tierärztliche Behandlung gegebenenfalls den Gefiederverlust bremsen (je nach Ursache), aber den Mauserprozess nicht beschleunigen.
 
kraut&rüben: Wie soll man sich am besten verhalten?
 
Die Tiere beobachten und den NABU darüber informieren. Ansonsten als Gartenbesitzer Amseln & Co. durch einen naturnahen Garten gute Voraussetzungen in ihrem Lebensraum anbieten.
 
 
 
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