Steckrübe: Gemüse des Jahres 2017

iStockphoto.com / STUDIO GRAND OUEST

Die Steckrübe ist ein altes Wintergemüse, das heute eine neue kulinarische Bedeutung erlangt hat.

Traditionsgemüse wieder entdeckt

Die Erinnerung an die schrecklichen „Steckrübenwinter“ in Deutschland am Ende der beiden Weltkriege sind verblasst. Heute erhält die unkomplizierte Rübe eine neue Chance. Mit ihrem zarten, süßlichen Aroma und guter Lagerfähigkeit ist das Gemüse vielseitig verwendbar.

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) hat die Steckrübe zum Gemüse des Jahres ernannt. Er möchte damit den Blick auf die noch verbliebene Sortenvielfalt lenken, die es zu erhalten gilt, und die etwas aufwändige Samengewinnung bei Gärtnern wieder bekannter machen. So können die samenfesten Sorten dauerhaft weiter genutzt werden, auch wenn heutige Saatguthändler sie auf dem Markt durch Hybridsorten ersetzen.

Die Steckrübe ist ein Beispiel für die hohe Kultur der Pflanzenzüchtung schon vor 300 Jahren: Durch Kreuzung zweier Arten entstand damals Raps als neue Art samt weiteren Unterarten mit unterschiedlichen Eigenschaften und Nutzungsformen. Dazu gehören der Ölraps zur Speiseölgewinnung, der Schnittkohl als Blattgemüse und natürlich die Steckrübe als Lagergemüse und Viehfutter für das Winterhalbjahr. Die klassische Kreuzungszüchtung hat also ganz ohne Gentechnik vollkommen neue Kulturpflanzen erzeugt.

Die Steckrübe hat sich bereits mehrere Hundert Jahre im Anbau bestens bewährt. Agrarchemie braucht sie nicht, und auch keine langen Transporte aus wärmeren Regionen – ein modernes klimaschonendes Nahrungsmittel.

Je nach Region wird die Steckrübe auch Kohlrübe, Dotsche, Wrucke, Unter- oder Bodenkohlrabi, Kaschubische oder Oldenburger Ananas, Boden- oder Butter- bzw. Schmalzrübe oder Schwedische Rübe genannt

Der VEN ist überzeugt, daß mit den vielen fast vergessenen Namen auch eine große Vielfalt von Sorten und Verwendungen einhergeht.

Quelle: VEN

Teilen