Gesteinsmehl für guten Boden

Gesteinsmehl/Holzasche im Erdbeerbeet
Foto: VPales/stock.adobe.com

Mit Steinmehl verfüttern Biogärtner Mineralien an den Boden. Trotzdem ist dieser Hilfsstoff kein Dünger im eigentlichen Sinn. Wie tut er dem Erdreich aber dann Gutes?

Unter Gesteinsmehl oder Steinmehl versteht man sehr fein gemahlenen Stein jeder Art mit einem Korndurchmesser unter 0,2 mm. Darunter fällt puderartig zerkleinerter Basalt, Granit, Diabas, Gabbro oder anderes Tiefen- und Ergussgestein ebenso wie Kalkstein- oder Tonminerale. Rund 5 Millionen Tonnen fallen davon jährlich in deutschen Steinbrüchen an. Mergel, Ton und Vulkanaschen dienten bereits in der Antike zur Verbesserung des Ackerlandes.

Wie wirkt Gesteinsmehl?

Steinmehl enthält, abhängig von der Gesteinsart, unterschiedliche Mengen an Mineralstoffen wie Kalium, Calcium oder Magnesium sowie zahlreiche Spurenelemente. Mikroorganismen, Wasser und Bodensäuren zersetzten den feinen Staub und bereiten diese Nährstoffe so für Pflanzen verfügbar auf. Dennoch wirkt das Mehl nur untergeordnet als Dünger, da dieser Prozess sehr langsam abläuft und im Vergleich zu Kompost oder Hornmehl wenige Mineralien bereitstellt.

Gesteinsmehl ist vielmehr ein Helfer, der die Bildung von fruchtbarem Erdreich fördert. Denn auch der natürlich gewachsene Boden zu unseren Füßen entstand, weil sich mineralisches Gestein aus dem Erdinneren mit organischer Substanz, etwa abgestorbenen Pflanzen, vermischt hat. Arbeiten wir fein gemahlenen Stein in die Erde ein,
verbinden die Bodenlebewesen ihn mit Humusteilchen zu wertvollen Ton-Humus-Komplexen. Diese Komplexe sorgen für eine gute Bodenstruktur, die Wasser gut hält, ohne dabei eine ausreichende Durchlüftung zu verhindern. Außerdem haben Tonminerale selbst die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und dadurch aufzuquellen. An ihrer relativ großen, negativ geladenen Oberfläche lagern sich positiv geladene Nährstoffteilchen (Ionen) an. Regenwasser kann diese anhaftenden Nährstoffe nicht auswaschen.

Gärtner nutzen Steinmehle aber nicht nur als Bodenverbesserer, sondern auch als Pflanzenstärkungsmittel zum Schutz vor Schädlingen und Pilzkrankheiten. Viele Gesteinsarten wie Granit enthalten große Mengen Kieselsäure, die Pflanzen zur Abwehr von Angreifern nutzen.

Wie wende ich Gesteinsmehl im Garten an?

  • Gesteinsmehle im Handel basieren meist auf Basalt. Basalt enthält viele Mineralien, reagiert leicht alkalisch und kann auf nahezu jedem Gartenboden zum Einsatz kommen.
  • Für sandige Böden empfiehlt sich Tonmehl, das häufig unter dem Namen Bentonit verkauft wird, während auf saurem Untergrund Mehl aus Kalksteinmagnesium Struktur und pH-Wert verbessert.
  • Bestäuben Sie den Boden jährlich im Frühling oder Herbst mit 200 bis 300 Gramm Mehl pro Quadratmeter und arbeiten es oberflächlich mit der Harke ein.
  • Die Wirkung des Steinpuders lässt sich optimieren, wenn gleichzeitig Reste einer Gründüngung oder eine pflanzliche Mulchschicht mit eingearbeitet werden: als Grundlage für die Ton-Humus-Komplexe.
  • Auf dem Kompost beschleunigen Steinmehle die Rotte und binden unangenehme Gerüche – ebenso wie in Pflanzenjauchen, wenn das Mehl gleich beim Ansetzen dazugegeben wird.
  • Als Stärkungsmittel gegen Schädlinge und Pilzkrankheiten stäuben Sie das Pulver nach Regenfällen oder in den frühen Morgenstunden über die Blätter der Pflanzen.
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