Vogelschlag am Fenster

Vogelschlag an Glasscheiben
Tod durch Scheibenaufprall – Foto: THANAGON / stock.adobe.com

Vögel sterben, weil sie gegen Glasscheiben fliegen. Greifvogel-Aufkleber sind wirkungslos.

Glasscheiben sind für Vögel ein unsichtbares Hindernis, an denen jedes Jahr Hundertausende verunglücken, weil sie mit hoher Geschwindigkeit frontal gegen große Fensterscheiben, Wintergärten, Glashäuser oder Glaswände fliegen.

Die Vögel ziehen sich bei dem Aufprall meist innere Verletzungen zu. Zunächst fliegen sie weiter oder flattern herum und verstecken sich, die meisten verenden infolge einer Gehirnblutung.

Gefahrenzone Glasscheibe

Große Kollisionsgefahr besteht bei blitzblank geputzten Scheiben, denn Staub und Schmutz nehmen dem Glas die Transparenz. Auch der Lichteinfall beeinflusst die Unfallhäufigkeit.

Zu den Kollisionen kommt es zum einen wegen der Transparenz bzw. Durchsichtigkeit des Glases, zum anderen wegen der Spiegelung des Glases. Gerade in einer naturnahen Umgebung werden Bäume und Sträucher in den Scheiben gespiegelt – und dadurch leider zu einer tödlichen Falle.

Greifvogel-Aufkleber sind wirkungslos

An die Scheiben geklebte Greifvogel- Silhouetten schrecken die Vögel nicht ab, denn sie nehmen sie nicht als Feinde wahr, sondern allenfalls als schwarze Flecken, an denen sie versuchen, vorbeizufliegen. Davon zeugen zahlreiche Aufprallspuren, unmittelbar neben den Aufklebern.

Was kann man tun?

Wer ein Haus baut, kann die Problematik bereits in der Planungsphase berücksichtigen und sich professionellen Rat, u.a. bei Naturschutzverbänden (LBV, NABU) holen. Es gibt heutzutage sehr schicke Konstruktionen  z.B. für Windfänge und Windschutz mit mattierten oder geriffelten Scheiben, die unproblematisch sind.

Der beste Schutz

Sichtbare Markierungen und Muster auf den Glasscheiben, die per Siebdruck oder Folie angebracht werden, sind der beste Schutz gegen Vogelschlag am Fenster (Bezugsquellen siehe unten). Damit die Spiegelung gebrochen wird, müssen sie von außen angebracht werden.

Zu diesem Ergebnis kommen Experten der „Wiener Umweltanwaltschaft“, die auf diesem Gebiet bereits seit über 20 Jahren forschen.

Danach erweisen sich kontrastreiche Punkt- und Gittermuster sowie Streifen als wirkungsvoll. Die Streifen können horizontal oder vertikal angebracht werden.

Weitere Möglichkeiten

>>  Innen: Gardinen, Innenrollos und Bilder am Fenster verhindern und vermindern die Transparenz der Scheiben (aber leider nicht die Spiegelung!).
>> Außen: Spiegelungen werden vermieden durch von außen angebrachte Rollos, Jalousien aus Metall- oder Holzlamellen.
>> Bewährt haben sich auch Fliegengitter, Windspiele und Nylon-Schnüre.
>> Auf Fensterputzen öfter mal verzichten!

 Gefahrenzonen entschärfen

>> Lärmschutzwände aus Glas stellen ein großes Gefahrenpotial dar und sollen unbedingt von beiden Seiten markiert und gesichert werden.
>> Begrünung: Bäume und Sträucher in unmittelbarer Nähe von Glas- und Fensterfronten vermeiden, da hier die meisten Kollisionen stattfinden.
>> Nistkästen und Futterhäuser sollen wegen der Gefahr der Spiegelung mit einem ausreichenden Abstand zu ungesicherten Fenster- und Glasscheiben aufgehängt werden.

Bezugsquellen für Folien und Aufkleber:

einfach mal googeln: im Handel gibt es zunehmend attraktive Sichtschutzfolien für Fenster und sonstiges Glas.

Ansonsten:

Birdtape können selbst montiert werden, am besten immer 2 Stück 2-cm-Bänder in 5 mm Abstand, dann 10 cm Abstand und wieder ein „Doppelband“ (oder 4-cm-Bänder in 10 cm Abstand),
>> Semitransparente Vogelschutzfolie ABC Birdtape (erhältlich evtl. über Amazon!)

Die teuerste und haltbarste Version: Birdsafe Folien müssen von einer (deutschen) Firma angebracht werden.
Die kostengünstigste Alternative sind 5mm breite schwarze Streifen, die es für Kfz-Dekoration gibt; ebenfalls vertikal anbringen, 10 cm Abstand;  ca € 5.-/m².

Mit Hilfe einer Holzlatte können Steifen gleichmäßig abgerollt werden. Es ist wichtig, Streifen und Folien außen auf der Anflugseite zu montieren, damit die Spiegelung gebrochen wird.

 

 

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