Goldlack: Sonnige Farben für den Frühling 

blühender Goldlack
Foto: Jutta Adam/stock.adobe.com

Wer etwas Goldlack in den Garten eingestreut hat, genießt jetzt heiter bis sonnige Aussichten. Die alte Bauerngartenpflanze blüht ab April gelb, orange und kupferfarben und manche Sorte setzt einen knalligen Kontrast dazu.

Meist gedeiht die Pflanze zweijährig – das heißt, im ersten Jahr bildet sie eine grundständige Blattrosette, blüht im Jahr auf und stirbt danach ab. Sie versamt sich aber mitunter von alleine. Oft genügt eine Pflasterfuge, eine Ecke im Treppenaufgang oder eine Ritze im Steingarten, um Fuß zu fassen. Denn etwas Windschutz, Wärme sowie ein durchlässiger Untergrund sind dem Goldlack wichtiger als fruchtbarer Boden. In England heißen er „Wallflower“, also Mauerblümchen. Das bringt seine Vorlieben auf den Punkt. Eine warme Wand im Rücken und guter Wasserabzug an den Füßen – das gefällt dem Goldlack, dort geht er nach der Blüte oft sogar in die Verlängerung und wird älter als zwei Jahre.

Schon die Römer liebten den Duft

Schon bei den Römern der Antike war er beliebt, vor allem wegen seines betörenden Duftes. Honigsüß und ein wenig veilchenartig lockt er auch Bienen, Hummeln und andere Insekten an. Hierzulande heißt er auch Gelbveigelein (gelbes Veilchen), Gelbe Viole oder Bauernveigel. Minnesänger besangen ihn in zahlreichen Liedern und man pflanzte ihn die Gärten der Ritterburgen. Von da aus eroberte Goldlack die Bauerngärten.

Mehrjährige Gartensorten

Im 19. und 20. Jahrhundert nahmen sich Züchter der beliebten Pflanzen an. Goldlack (Erysimum cheiri) gehört nämlich zu den Schöterich-Gewächsen und ist eng verwandt mit anderen europäischen und asiatischen Schöterich-Wildformen (z.B. Erysimum allionii, E. liniifolium, E. helveticum), die teilweise mehrjährig gedeihen und mit denen er gekreuzt wurde. So gibt es heute Gartensorten in allerlei Farbschattierungen, z.B.

  • ‘Bowles Mauve’: dunkel violett- pupur
  • ‘Constant Cheer’: zunächst orange, später purpurlila
  • ‘John Codrington’: zitronengelb, später purpurviolett

Während der kurzlebige Goldlack zwischen April und Juni blüht, halten mehrjährige Sorten oft bis in den November hinein durch, wenn man ihre verblühten Triebe laufend ausschneidet.

Selbst aussäen

Wer Goldlack im eigenen Garten ansiedeln möchte, sät ihn zwischen Mai und Juli direkt ins Freiland. Später (im Juli/August) vereinzelt man die Sämlinge auf 25–30 Abstand. Entspitzt man sie einmal, wachsen sie später verzweigter und dichter. Damit sie gut über den Winter kommen, deckt man sie bei Frosteinbruch mit Fichtenreisig oder mit Vlies ab. In rauen Lagen hält man Goldlack besser als Topfpflanze. In 3-l-Gefäßen mit normaler Blumenerde und einer Drainageschicht aus Kies am Boden gedeiht er prächtig.

Mehr über das sonnige Gemüt des Goldlacks lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von kraut&rüben (04/2018).

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