Die Gottesanbeterin

Immer öfter trifft man die wärmeliebenden Tiere in unseren Gärten.   
 
Auf dem Vormarsch
 

Sie tarnt sich als harmloser Grashalm und wirkt dabei so fromm, als würde sie beten. Doch die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist keineswegs gläubig oder sanftmütig – im Gegenteil: Nähert sich ein Insekt, schnellen ihre gefalteten Vorderbeine vor zu einer tödlichen Umarmung. Die „Fangschrecke“ steht auf reichlich tierische Kost.

 
Im Laufe der Evolution haben sich ihre Vorderbeine zu Fangarmen entwickelt. Sie sind extrem beweglich, dick gepanzert und bedornt. Blitzschnell ergreifen sie die Beute und drücken sie gegen die ebenfalls verstärkte und mit Dornen bewehrte Brust.
 
Die grazile Gestalt und der dreieckige, agile Kopf lassen kaum vermuten, dass die Gottesanbeterin näher mit Schaben als mit Heuschrecken verwandt ist.
 
Seit einigen Jahren sieht man die Gottesanbeterin häufiger in mitteleuropäischen Gärten: Der Klimawandel verhilft der wärmeliebenden Tierart, sich von der Mittelmeerregion und den milden Regionen Deutschlands weiter nach Norden auszubreiten.
 
Foto: Andreas Merz  / pixelio.de
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