Habanero

Habanero-Paprika (Capsicum chinense) gehört zu den schärfsten bekannten Paprikaarten.
 
Sie ist eine Verwandte der Gemüse-Paprika (Capsicum annuum) und stammt aus dem Amazonasgebiet.
 
Scharfe Früchtchen
 
>> Verantwortlich für die Schärfe ist Capsaicin.
 
>> Das Alkaloid wird weder durch Wärme (Kochen) noch durch Kälte (Einfrieren) zerstört.
 
>> Es wirkt antibakteriell und pilztötend.
 
>> Capsaicin reizt hitzeempfindliche Nerven, die dem Hirn den Schmerzreiz unverzüglich weiterleiten und die Botschaft übermitteln: „Es brennt!“ und dadurch „Feueralarm“ auslösen. Das „verbrannte“ Gewebe wird stärker durchblutet, der Speichelfluss wird angeregt, Wasser schießt in die Augen, die Nase tropft …
 
Chili in der Küche
 
Chilis sollte man immer mit Handschuhen verarbeiten. Die Fingerkuppen sind zwar meist so dickhäutig, dass der Scharfstoff nicht eindringen kann. Doch selbst wenn man sich erst Stunden später das Auge mit dem Chili-Finger reibt, zieht Capsaicin noch sein volles Programm durch. Besonders gehaltvoll sind die weißen Zwischenwände und die Kerne. Sie werden entfernt.
 
In Südamerika sind Habaneros fester Bestandteil der nationalen Küche. Meist werden sie frisch verarbeitet, aber auch getrocknet und gemahlen. Mitgekocht würzen sie Speisen aller Art, zu Chilisoße verarbeitet stehen sie bei jedem Essen griffbereit auf dem Tisch.
 
Der Trick mit dem Honig
 
Um Habaneros auch für empfindliche Gaumen genießbar zu machen, legt man die in Stücke geschnittenen Chilis in Honig ein und lagert sie im Kühlschrank. Dort halten sie sich bis zu einem Jahr. Der Honig überdeckt einen Großteil des Capsaicins und bringt den fruchtig- tropischen Geschmack der Habaneros sehr gut zur Geltung.
 
Womit das Feuer löschen?
 
Wasser (Saft, Mineralwasser, Wein – ganz schlimm heiße Getränke wie Tee!) eignet sich nicht zum Löschen, denn Capsaicin ist fett- und nicht wasserlöslich. Mit Wasser lässt es sich nicht von den gereizten Nerven (auch nicht von den Händen) wegspülen. Südamerikaner dämpfen den Schmerz, indem sie ein Stück Weißbrot, (Süß-)Kartoffel oder Reis in den verbrannten Mund nehmen. Sehr gute Feuerlöscher sind auch milch- haltige Speisen wie Jogurt, Quark, Milch-Shake, Sahne, Milcheis und Käse.
 
Anbau
 
Die etwa 4 cm großen, zunächst grünen Früchte färben sich mit zunehmender Reife gelb-orange und sind feurig scharf.
 
Die Aussaat erfolgt im März, April bei 22 bis 25 °C, ab Mitte Mai wird im Abstand von 50 x 50 cm an einem sonnigen, warmen, windgeschützten Standort ausgepflanzt.

 

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