Heidelbeeren pflanzen

Mit der richtigen Erde gedeihen Heidelbeeren auch im Garten. 
 
Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) gehören zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). In der Natur besiedeln sie Heide- und Moorlandschaften oder lichte Laub- und Nadelwälder.
 
Heidelbeeren brauchen einen gut durchlüfteten, humosen, nährstoffarmen und vor allem sauren Boden (pH 4).
 
Wilde lassen sich nicht „zähmen“
 
Mit Hilfe ihrer tief reichenden Wurzeln und unterstützt von Mykorrhiza-Pilzen holt sich die Blaubeere ihre Nährstoffe aus der Erde. Besonders in offenen Heidelandschaften leidet der Halbstrauch unter Spätfrösten und große Teile der Pflanze frieren ab. Unter einer geschlossenen Schneedecke vertragen Heidelbeeren dagegen tiefe Temperaturen von bis zu –30 °C. Da sich die Pflanze optimal an ihre extreme Umgebung angepasst hat, überleben wilde Heidelbeeren in der Regel nicht in herkömmlichen Gartenböden.
 
Trotzdem müssen Feinschmecker nicht auf eine Beerenernte aus eigenem Anbau verzichten, denn im Handel finden sich viele Kulturheidelbeeren (Vaccinium corymbo- sum), die wesentlich toleranter bezüglich ihres Standorts sind als ihre wilden Verwandten. Auch sie bevorzugen lockeren, humosen Boden mit einem niedrigen pH-Wert zwischen 4 und 5.
 
Boden vorbereiten
 
Auf kalkhaltigen Böden gedeihen Kulturheidelbeeren nur, wenn man den Boden austauscht:
 
>> Heben Sie die Erde mindestens 60 cm tief und 1 m breit aus.
 
>> Kleiden Sie die Wände des Lochs mit Folie aus, um den Eintrag von Gartenerde zu verhindern.
 
>> Füllen Sie das Pflanzloch mit Rhododendron-Erde auf. Heidelbeer-Büsche gedeihen nur auf sauren, humosen Standorten. Sie vertragen keinen Kalk.
 
Auch in einer Mörtelwanne mit saurer Erde gedeihen Heidelbeer-Sträucher gut. Bohren Sie vor dem Bepflanzen Löcher in die Wanne, um Staunässe zu verhindern.
 
Kulturheidelbeeren benötigen einen Pflanzabstand von 1,50 m. Die Sträucher sind zwar selbstfruchtbar, aber der Ertrag wird deutlich gesteigert, wenn verschiedene Sorten be- nachbart wachsen.
 
Sortenauswahl

>‘Bluecrop’ : frostempfindlich, feuerrote Herbstfärbung
>‘Goldtraube’ : frostempfindlich, alte Sorte mit besonders feinem Aroma
>‘North Blue’ : frosthart bis –30°C, auch als Kübelpflanze geeignet
>‘Sunshine Blue’ : geringerer Ertrag, aber kalktolerant, immergrünes, blau bereiftes Laub
>‘Top Hat’ : niedrig wachsende Sorte, große Früchte
 
 
Foto: bretagne_32 / pixelio.de
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