Hitzeschäden im Garten

Wochenlange Trockenheit und Hitze haben den Pflanzen im Garten zugesetzt. 

 
Die Berater der Bayerischen Gartenakademie konnten in den letzten Wochen vielen Anrufern bei Gartenproblemen helfen, welche auf die Witterung zurück zu führen sind.

Sonnenbrand an Früchten
 
Viele Obstsorten, wie Weintrauben, Pflaumen, Stachelbeeren und Äpfel, aber auch Fruchtgemüse wie Tomaten und Paprika, zeigen Schäden an den Früchten. Ursache ist Sonnenbrand, der vor allem durch die schnelle Umstellung von milder Witterung auf große Hitze entsteht.
 
Bei einer Lufttemperatur von über 30 °C kann die Temperatur in den Früchten auf der Sonnen zugewandten Seite bis zu 50 °C steigen. Manche Beeren verkochen förmlich am Strauch. Dunkle Früchte wie rote Tafeltrauben, Pflaumen oder Brombeeren absorbieren das Licht besonders gut und heizen sich noch intensiver auf. Besonders ausgeprägt sind die Schäden, wenn kurz zuvor an den Obstgehölzen ein Sommerschnitt durchgeführt, die Ranken der Weinreben gekürzt oder die „Wasserschosse“ der Obstbäume entnommen wurden. Entfernen Sie stark beschädigte Früchte um „Pilzherden“ vorzubeugen.
 

Bittere Gurken – was tun?

 
Bei Gurken befinden sich im Stielansatz die meisten Bitterstoffe. Die Neigung zur Bitterstoffbildung ist einerseits eine Sorteneigenschaft aber auch eine Reaktion auf Trockenstress.
 
Ungleichmäßige Wasserversorgung und kaltes Wasser schocken die empfindlichen Pflanzen besonders bei heißem Wetter. Die Ranken dürfen zudem nicht zu viel bewegt oder sogar verletzt werden. Verwenden Sie in jedem Fall bitterfreie Sorten von gekauftem und zertifiziertem Saatgut.
 
Tomate mit Blütenendfäule
 
Schwarzfaule Stellen auf den roten Tomatenfrüchten lassen auf den ersten Blick eine Pilzerkrankung vermuten. Liegen aber die eingesunkenen, trocken-faulen Flecken gegenüber dem Stielansatz, also da, wo früher die Blüte saß, so handelt es sich um die sogenannte „Blütenendfäule“. Begünstigt wird dieses Phänomen durch hohe Temperaturen und starke Verdunstungstätigkeit der Blätter. Kalzium, das die Zellwände stabilisiert, wird bei Hitze verstärkt in die Blätter transportiert. Die Frucht geht leer aus. Dort fallen die Zellwände zusammen und faulen. Achten Sie in Hitzeperioden auf gleichmäßige Wasserversorgung, düngen Sie ausgewogen und lüften Sie im Gewächshaus so viel wie möglich.
 

 

Echter Mehltau – der Schönwetterpilz
 
Taufeuchte und warmes Wetter sind beste Bedingungen für den Echten Mehltau. Der Schaderreger tritt gewöhnlich erst im Spätsommer bis Herbst auf, doch bei dem Waschküchenwetter im Juli hatte er ein leichtes Spiel. Rosen, Gurken, Zucchini und Wein waren schon frühzeitig befallen. Eine chemische Bekämpfung ist vor allem bei Gemüse nicht ratsam. Produkte mit pflanzlichen Fettsäuren, Pflanzenextrakten und Natrium-Hydrogencarbonat (Natron) zeigen bei regelmäßiger, vorbeugender Anwendung beachtliche Erfolge gegen Echte Mehltaupilze. Die befallenen Blätter an Zucchini können Sie kontinuierlich entfernen. Die Pflanzen bilden weiterhin Früchte aus. Gurkenpflanzen lassen sich nur kurzzeitig am Leben erhalten. Wählen Sie bei Rosen und Weinstöcken immer resistente Sorten. Die Widerstandskraft dieser Sorten hält zumindest einige Jahre.
 
Quelle: Bayerische Gartenakademie
 
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