Holunder für den kleinen Garten

Es gibt Holunder für kleine Gärten und sogar für den Balkon.
 
Holunder (Sambucus nigra) ist ein Schutzbaum und sollte in keinem Hausgarten fehlen. Doch mit seinem stattlichen Wuchs passt er kaum in kleine Gärten.

Doch es gibt eine Lösung, wenn Sie mit wenig Platz auf den verwertbaren und dekorativen Großstrauch nicht verzichten möchten.
 
Holunder ist vielfältig
 
Der Holunder ist Wildobst und Zierstrauch zugleich. Trotzdem gibt es spezielle Fruchtsorten und Ziersorten. Alle bringen verwertbare Früchte hervor. Diese dürfen jedoch nicht roh verzehrt werden! Das enthaltene Sambunigrin kann zu Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfen und Durchfall führen. Durch längeres Erhitzen (ca. 20 Min bei 80 °C) wird das Gift unschädlich gemacht.
 
Ziersorten besitzen rosafarbene Blüten und attraktives Blattwerk, das an Fächerahorn erinnert. Im Hochsommer bilden sie schwarze Früchte. Zierholunder tragen zwar weniger Früchte als die Fruchtsorten, doch die Menge reicht für einen kleinen Haushalt aus.
 
Fruchtsorten bilden Dolden mit einem Durchmesser von 30 cm und mehr. Die einzelnen Beeren sind wesentlich größer als die des wilden Holunders. Saftgewinnung ist hier eine wahre Freude. Wenn Sie den Holunder verwerten wollen, sollten Sie die Reifezeit berücksichtigen und eine Sorte wählen, die nicht in Ihre Urlaubszeit fällt.
 
Holunder schneiden
 
Zier- und Fruchtsorten gibt es meist nur als Sträucher im Topf zu kaufen. Sträucher haben aber im Vergleich zu Hochstämmen einen wesentlich höheren Platzbedarf. Mit etwas Mut und Geduld können Sie sich einen platzsparenden Holunderhochstamm selber ziehen:
 
Nehmen Sie einen Stab mit 1,50 m Länge und stecken ihn senkrecht in den Topfballen des Holunders. Binden Sie den Trieb an den Stab, der am steilsten in der Mitte steht. Alle anderen Äste schneiden sie so tief wie möglich heraus. Den verbleibenden Trieb sollten Sie immer wieder von nachwachsenden Seitentrieben befreien und den Zuwachs an den Stab anbinden. Auf diese Weise bildet sich der spätere Stamm.
 
Bei einer Höhe von etwa 1,20 bis 1,50 m, stoppen Sie das Wachstum, indem Sie die Triebspitze kappen. Es werden sich unterhalb der Schnittstelle viele Seitentriebe bilden. Lassen Sie zur Kronenbildung 5 bis 6 Triebe an der Spitze wachsen.
 
Holunder sind wüchsig und treiben willig aus dem Boden und Stamm aus. Um auch langfristig einen kleinen Holunderbaum zu erhalten, sollten Sie das unterbinden und alle Neutriebe entfernen. Ansonsten wächst der Holunder bald wieder wie ein Strauch.
 
Schmal, schön und wenig Standraum
 
Obst in Säulenform sind die Trendgehölze im Garten und auf dem Balkon. Schmale Pflanzen sparen Platz und können auch in großen Gefäßen gezogen werden.
 
Brandneu und noch selten im Handel ist der rotlaubige Säulenholunder ‚Black Tower’®. Auf den ersten Blick ist er nicht als Holunder zu erkennen. Das attraktive Laub ist feingliedrig und dunkelviolett. Die Blüten erscheinen Ende Mai in weiß-pink. Die zarten Blütenteller bilden einen schönen Kontrast zu dem dunklen Laub. Ab August können die Früchte zu Marmelade und Saft verarbeitet werden. Wer sich die Arbeit nicht machen will, kann die Früchte auch den Vögeln überlassen. Wie alle anderen wächst der „schwarze Turm“ in jedem normalen Gartenboden und gedeiht sogar im Halbschatten. Selbst Balkongärtner haben Freude mit dem Säulenholunder. In einem frostfesten Kübel kann der Strauch den Winter über sogar im Freien verbringen.
 
Quelle: Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie
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