Neue Beete aus Gartenabfällen

Hügelbeet
Klassisches Hügelbeet - Zeichnung: Christine Faltermayr

Wohin mit all den Gartenabfällen im Herbst? Aus Stängeln, Rasenschnitt, Laub, Ästen und Wurzeln entsteht richtig aufgeschichtet ein fruchtbares Hügelbeet.

Upcycling ist das neue Zauberwort bei allen, die „hip“ sein wollen. Na ja, das machen wir Biogärtner schon lange, ohne groß darüber zu reden:

Hochbeete und Hügelbeete sind nichts anderes als eine geniale Art der Müllverwertung. Wenn Sie Ihre Gartenabfälle geschickt aufschichten, entstehen tolle Gemüsebeete und gleichzeitig ersparen Sie sich überquellende Kompostplätze oder zeitraubende Fahrten zum Recyclinghof.

Wohin mit all dem Zeug?

In vielen Gärten nehmen im Herbst die Haufen mit Laub, alten Staudenstängeln, Gemüseblättern und ausgedienten Erdbeerwurzeln bedrohliche Ausmaße an. Oft liegen sogar noch Zweige vom Obstbaumschnitt herum. Wohin mit dem ganzen Zeug?

Üblicherweise legt man damit einen Kompost an. Aber wenn die alte Miete noch nicht „durch“ ist und weiter vor sich hinrotten sollte, fehlt dazu der Platz. Also abtransportieren? Schade um das nährstoffreiche Material. In die richtige Form gebracht, produziert es humosen Boden in Hülle und Fülle.

Beete bauen aus Gartenabfällen

Das geht am besten, wenn Sie Hügelbeete daraus errichten. Im Gegensatz zu Hochbeeten sind sie rasch aufgeschichtet und, falls sie stören, schnell wieder weggeschaufelt.

Sie haben keinen Platz für neue Beete? Doch bestimmt, Sie könnten zum Beispiel den Hügel auf einem normalen flachen Gemüsebeet errichten. Vielleicht gibt es ja auch einen freien sonnigen Fleck auf Ihrem Rasen? Dort würde sich ein dekorativer Kräuterhügel gut machen.

Mit eher trockenen Materialien und halbreifem Kompost lassen sich klassische Hügelbeete bauen. Aber wohin mit samentragenden Beikräutern und Ausläufern von Giersch, Quecke und Winde? Überall treiben sie aus und bescheren dem Gärtner unendlich viel Jäte-Arbeit. Es hat sich bewährt, die „Fast-Unsterblichen“ in einem Flächenkompost zu versenken, der sich später zum Gemüsewall weiterentwickeln darf.

Und wenn Sie schon einmal beim Aufräumen sind, wie sieht es in der Garage aus? Oder hinter dem Schuppen? Lagern dort seit Jahren kaputte Dachziegel und überschüssige Steine? Die könnten Sie gewinnbringend einsetzen – als Beet, in dem mediterrane Kräuter ein Leben wie Gott in Frankreich führen.

Ordentlich aufgeschichtet

Graben Sie auf der Fläche Ihres zukünftigen Hügelbeetes die Grasnarbe weg. Wichtig ist, dass Sie den Boden und die Seitenwände der flache Grube ganz und gar mit Hühnerdraht auskleiden, sonst beziehen Wühlmäuse den Hügel als Wohnburg mit essbaren Wandtapeten.

Als luftigen Kern legen Sie Stöcke, Äste und strohige Staudenstängel wurstförmig aus. Drücken sie das holzige Material ordentlich zusammen und bepflastern Sie es dicht an dicht mit den Grassoden. Sie verhindern, dass die Erde aus dem Hügel sofort in die Drainage eingeschwemmt wird. Fehlen Grassoden, dient eine daumendicke Lage Zeitungspapier als Sperrschicht.

Dann folgt eine Lage Herbstlaub, Stroh oder Staudenstängel. Darüber schaufeln Sie halb verrotteten Kompost. Als Abschluss bedecken Sie das ganze mit Erde. Die Dicke der Schichten kann zwischen 10 und 25 cm variieren, je nachdem, welches Material Sie in welcher Menge zur Hand haben. Bequem arbeiten lässt es sich auf Beeten, die höchstens 1,50 m breit sind.

Das neu aufgesetzte Hügelbeet sollte über Winter nicht nackt liegen bleiben, die Deckerde könnte bei Niederschlägen fortgespült werden. Säen Sie sofort einen schnell wachsenden grünen Pelz aus Winterroggen oder Senf an. Auch vorgezogene Pflanzen von Spinat, Blattmangold, Pflücksalat und Feldsalat werden bei milder Herbstwitterung noch reif. Aber damit die Blätter in der kühlen Zeit nicht zuviel Nitrat enthalten, ersetzen Sie die Rohkompostschicht durch normale Gartenerde oder durch lange gelagerten, gut verrotteten Kompost.

Lustiges Durcheinander

Man könnte es auch „das Hügelbeet für Lebenskünstler“ nennen. Werfen Sie Ihre Gartenabfälle nicht in eine Miete, sondern bauen sie nach und nach einen schönen halbrunden Hügel damit auf.

Es ist zwar gut, wenn sich dabei feuchtere und trockene Materialien abwechseln, aber dieser Flächenkompost schluckt so ziemlich alles ohne Murren. Besonders gut tun ihm Unkräuter mit Erde an den Wurzeln. Spätestens, wenn Ihnen der Wall bis zum Oberschenkel reicht, bedecken Sie ihn mit dickem Unkrautvlies (mind. 100g/m). Die wasser- und luftdurchlässige Textilbahn wird rundherum mit Vlieshaken, Brettern oder Steinen befestigt. Wer auf Kunststoffe im Garten verzichten will, fragt beim Matratzen- oder Fahrradhändler nach Verpackungskartons. Die riesigen Pappen lassen sich gut über den Hügel biegen, wenn sie leicht feucht sind.

Ab Mitte Mai schneiden Sie auf der Hügelkrone alle Meter ein Kreuz ins Vlies oder in die Pappe. Dann drücken Sie den halbverrotteten Kompost darunter zur Seite und füllen Gartenerde in das entstandene Loch. Dort hinein setzen Sie kräftige Kürbispflanzen. Ab Frühsommer wird vor lauter Kürbisranken von Vlies oder Pappe nichts mehr zu sehen sein.

Im Jahr nach dem Kürbis haben Sie ein weitgehend unkrautfreies Hügelbeet aus humoser Erde vor sich, das mit dem Gemüse Ihrer Wahl bestückt werden kann.

 

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