Hummelhaus bauen – die Bauanleitung

Hummelhaus bauen – die Bauanleitung
Hummel beim Nektar sammeln – Foto: johnmerlin / stock.adobe.com

Wo sich die Hummelkönigin mit ihrem Volk niederlässt, freuen sich Blüten und Gärtner. Wie Sie für die pelzigen Brummer ein Hummelhaus bauen, zeigen wir in der Anleitung.

Wenn die Hummel erwacht

Nachdem die Königin aus der Winterstarre erwacht ist, stärkt sie sich mit Nektar und Pollen von Frühlingsblühern wie Weidenkätzchen und Krokussen. Dann sucht sie dicht über den Boden fliegend einen Nistplatz, um dort eine Kolonie zu gründen.

Im neuen Heim baut sie zunächst einen etwa fingerhutgroßen Honigtopf aus Wachs, den sie mit Nektar füllt. Dieser dient als Nahrungsreserve für kalte, verregnete Zeiten. Anschließend fertigt die Hummel wächserne Becher, in die sie jeweils 8 bis 12 Eier legt und wärmt diese mit ihrem Körper. Nach 4 bis 6 Tagen schlüpfen die Larven, etwa 7 Tage lang werden sie mit Nektar und Pollen gefüttert. Nach weiteren 10 bis 12 Tagen krabbeln die ersten jungen Hummeln aus ihren Kokons.

Nur die Hummelkönigin legt Eier

Die ersten Hummelkinder sind alle Arbeiterinnen, die die Königin bei ihrer Aufgabe unterstützen: Sie schaffen Pollen und Nektar herbei und bauen eifrig Waben – nur das Eierlegen bleibt Sache der Chefin. Erst wenn sich das Volk gut entwickelt hat, schlüpfen auch Männchen sowie künftige Königinnen, die überwintern und im nächsten Jahr neue Kolonien gründen. Hummeln suchen ihre Nahrung am liebsten in Nähe des Nestes, da sie bis zu 90 % ihres Körpergewichts an Nektar nach Hause schleppen und deshalb kurze Wege schätzen. Die im Heim verbliebenen Tiere sind auf die regelmäßig eintreffenden, schwer beladenen Flieger angewiesen, da schon 3 bis 5 Tage Hungern das Ende eines Volkes bedeuten könnte.

Bestäubung durch Hummeln

Nektarreiche Blumen wie Schlüsselblume, Akelei, Löwenmaul und Fingerhut schätzen die Hummeln besonders. Die Brummer bestäuben Blüten schnell und gründlich, sie fliegen auch bei schlechter Sicht und Kälte und sind vor allem eines – fleißig: Pro Tag steuert eine Hummel etwa 4 000 Blüten auf rund 10 Flügen an.

Hummelhaus bauen

Unsere Anleitung Hummelhaus zeigt, wie aus Pappkartons eine stabile Behausung für Hummeln entsteht.

© Johannes Christian Rost

Das Material – das braucht man:

  • 2 stabile Pappkartons, die etwa den Maßen auf der Zeichnung entsprechen
  • 2 mindestens 10 cm lange Stückchen flexibles Kunststoffrohr mit 20–25 mm    Durchmesser
  • gebohrtes Holzstück für den Fluglochrahmen
  • Reste von Holzleisten für den Gang zwischen den Röhrchen
  • Abstandsleiste zwischen Innen- und Außenkarton
  • Sperrholzbrett als Anflugbrett und für die Gang- Abdeckung
  • Gaze zum Abdichten der Lüftungslöcher gegen Wachsmotten
  • Zellstofflagen oder Kleintierstreu als Bodenbelag
  • unbehandelte Polsterwatte, Kapok und/oder Tierhaare als Nistmaterial; Watte ist ungeeignet.
  • Styroporplatte zum Isolieren des Kartonbodens
  • Styroporstück als Verschlusshilfe
  • Holzplatte (10 cm länger und etwas breiter als der Außenkarton) als Dachauflage, entweder angestrichen oder mit heller Folie bespannt
  • Ziegelsteine zum Aufstellen und als Dachbeschwerung

Hummelhaus bauen – so wird’s gemacht

  • Die Teile entsprechend der Zeichnung zusammensetzen.
  • Das Nistmaterial so zurechtzupfen, dass eine Höhle entsteht, in die das innere Röhrchen mündet.
  • Zwei Notausgänge in die Kartons bohren, falls sich die Königin anfangs das Röhrchen mit Nistmaterial verstopft.
  • Diese Notausgänge gut eine Woche nach Besiedelung schließen, damit keine Wachsmotten eindringen.
  • Das Flugloch mit etwas Moos ausfüttern, jedoch nicht verstopfen.
  • Den Kasten mit dem Flugloch nach Südosten weisend auf einige Ziegelsteine stellen.
  • Den Kasten so ausrichten, dass das Dach eine leichte Neigung hat.
  • Das neue Heim in den nächsten Wochen nicht öffnen.
© Johannes Christian Rost

Bildlegende:

1 Fluglochrahmen
2 Anflugbrett
3 Leerrohr-Stücke
4 Gangabdeckung
5 Nistmaterial
6 Styroporplatte
7 Abstandsleiste
8 Zellstoff oder Kleintierstreu
9 Dachauflage
10 Verschlusshilfe
11 Ziegelstein als Dachbeschwerung
12 Lüftungslöcher mit Gaze bespannt
13 Notausgänge
14 Moos im Einflugloch
15 Ziegelsteine zum Aufstellen

Tipp:

Stellen Sie den Kasten an einen schattigen Platz in der Nähe von Sträuchern und Bäumen auf, der ausreichend vor Regen geschützt ist.

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