Hummeln füttern – So helfen Sie hungrigen Hummeln

Hummeln füttern – So helfen Sie hungrigen Hummeln
Ein Ackerhummel trinkt an einer Salbeiblüte –Foto: Stefan / stock.adobe.com

Warum sterben Hummeln – teilweise in großer Anzahl? Es ist doch Sommer und alles blüht! Das sind die Gründe. Und so können Sie Hummeln füttern.

Hummelsterben – Mangel an Nahrung

Das Hummelsterben geht meist einher mit der Blütezeit der Linden. Lindenblüten locken Hummeln und andere Insekten in großer Zahl mit ihrem aromatischen, süssen Duft, bieten aber letztlich zu wenig Pollen und Nektar für alle.

Während Sommer- und Winterlinde überlappend blühen und so noch für viel Nahrung zur Aufzucht des Volkes sorgen, finden Hummeln während der zwei bis vier Wochen späteren Blütezeit der Silberlinde kaum noch Nahrung, weil das gesamte Nektarangebot in dieser Zeit gering ist.

Wissenschaftler haben jahrlang an dem Phänomen Hummelsterben im Sommer geforscht. Die Experten gehen davon aus, dass die von den Lindenblüten angezogenen Tiere auf der Suche nach Futter ihre letzten Reserven verbrauchen und letztlich sterben. Der Hauptgrund für das Hummelsterben ist der Nektarmangel im Hochsommer, ausgelöst durch immer steriler werdende Gärten und Grünanlagen und der Verarmung der freien Landschaft.

Hummeln füttern – So können Sie helfen

Ob im Garten oder auf dem Balkon, jede tierfreundlich bepflanzte Stelle bietet Hilfe. Hummeln sind dankbare Gäste, denn sie sind friedlich und stechen nicht, solange sie nicht bedroht werden.

Man kann den Hummeln gezielt helfen, indem man dafür sorgt, dass sie über den Sommer mehr „hochwertige“ Nahrung in Form von Pollen und Nektar finden und sich am Ende der Blütezeit nicht nur auf eine Quelle verlassen müssen.

Denn Hummeln sind Gewohnheitstiere und suchen oftmals bekannte Pflanzen auf, da diese weniger Umstellung – und so auch Mühe – benötigen. Eine Anlaufstelle, die den Sommer über blüht, bietet hier eine gewisse Stabilität für wiederholende Besuche.

Was fressen Hummeln?

Lassen Sie es in Ihrem Garten blühen! Mit nektarreichen Pflanzen, die im Sommer blühen, vor allem von Juni bis August. Es sollte eine Vielfalt an Pflanzen vorhanden ist, damit der Nahrungsvorrat nicht zu schnell erschöpft ist. So können sowohl unterschiedliche Pflanzen als auch mehrere Ausgaben einer Pflanze gepflanzt werden. Die Blüten sollten offen (also ungefüllt) sein, so dass Pollen und Nektar für die Tiere leicht zugänglich sind.

Blumen für Hummeln – Hummelpflanzen

  • (Anis-)Ysop
  • Bartblume
  • Borretsch
  • Büschelschön (Phacelia tanacetifolia)
  • Dost
  • Eibisch
  • Efeu
  • Ehrenpreis
  • Fetthenne
  • Flockenblume
  • Fuchsien
  • Kapuzinerkresse
  • Löwenzahn
  • Löwenmäulchen
  • Lavendel
  • Lupinen
  • Malven
  • Mauerpfeffer
  • Mohn
  • Nachtkerze
  • Natternkopf
  • Prachtkerze / Präriekerze
  • Rhododendron
  • Roter Hartriegel
  • Stockrosen
  • Sonnenhut-Arten (Rudbeckia und Ecchinacea)
  • Sonnenblumen
  • Sonnenbraut
  • Taubnessel
  • Thymian
  • Wasserdost
  • Weissdorn
  • Wildrosen (ungefüllt)
  • Zierlauch

Trachtpflanzen für Hummeln

Besonders blühende Wildpflanzen können die Versorgungslücke schließen. Der Begriff Trachtpflanzen beschreibt nektar- und pollenreiche Pflanzen. Diese sind die richtige Wahl wenn sie Hummeln (und Bienen) helfen möchten. Ideale Trachtpflanzen sind zum Beispiel  sämtliche Klee-Arten. Beliebt bei Hummeln sind auch blühende Disteln, alle blühenden Kräuter und die Blüten von Efeu, die sich allerdings erst nach etwa acht Jahren bilden.

Nisthilfen für Hummeln – Wo leben Hummeln?

Die Kombination von Nahrung und Unterschlupf an einem Ort bietet eine willkommene Erleichterung, da sich die Wegstrecke zum „Wiederauftanken“ verringert. Hummelkästen, Nisthilfen und naturbelassene Ecken im Garten  (z.B. Komposthaufen, Bereiche mit offener Erde, hohle Baumstämme) werden deshalb gerne angenommen.

Erschöpften Hummeln mit einer Zuckerlösung helfen

Finden Sie eine geschwächte Hummel im Garten, können Sie diese mit einem Stück Papier vorsichtig aufheben und an einen sicheren Ort im Schatten bringen. Setzen Sie das Tier auf eine wasserfeste Unterlage (Untersetzer) und bieten ein paar Tropfen von einer Zuckerlösung an. Für das Zuckerwasser wird ein halber Teelöffel weißer Zucker in lauwarmem Wasser aufgelöst. Bitte abwarten und das Tier in Ruhe und von alleine trinken lassen. Das Tier soll nicht von dem Zuckerwasser verklebt werden.

Wichtig: Diese Fütterung sollte nur gezielt angewendet werden, denn dauerhafte offene Futterstellen mit Zuckerwasser locken Scharen von Honigbienen und begünstigen die Verbreitung von Krankheiten.

k&r / Vivara

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