Hungrige Hummeln

Hungrige Hummeln im Sommer
Nahrungsquelle für hungrige Hummeln - Foto: Vivara

Warum sterben Hummeln – teilweise in großer Anzahl? Es ist doch Sommer und alles blüht! Das sind die Gründe und so können Sie helfen.

Das Hummelsterben wird in vielen Fällen mit der Blütezeit der Lindenbäume in Verbindung gebracht.

Diese locken die Hummeln mit ihrem süssen, aromatischen Duft, bieten aber zu wenig Nektar und Pollen. Die bereits geschwächten Hummeln verlassen den Unterschlupf und verbrauchen Energie, um die stark duftenden Lindeblüten zu besuchen; dort finden sie schlichtweg aber nicht genug Nahrung, da die Bäume einfach von zu vielen Insekten besucht werden.

Es mangelt an Nahrung

Der Hintergrund, dass Nahrungsmangel für das Hummelsterben sorgt, liegt in der Anzahl und der Blütezeit der potenziellen Nahrungsquellen begründet.

Wenn man den Fall der Linde betrachtet, so gibt es unterschiedliche Lindenarten, welche zu unterschiedlichen Zeiten blühen und Nahrung bieten können, wie die Sommerlinde (Blütezeit Juni), Winterlinde (Blütezeit im Juni – Juli) und Silberlinde (Blütezeit Juli-August).

Während Sommer- und Winterlinde überlappend blühen und so für viel Nahrung zur Aufzucht des Volkes sorgen, finden Hummeln während der späteren Blütezeit der Silberlinde sowieso schon weniger Nahrung – ganz einfach, weil dann viel weniger Blüten blühen. Das Bedürfnis der gewachsenen Hummelvölker sowie der andere Insekten kann der Bestand der Silberlinden nicht auffangen; die Bäume bieten nicht genug Futter für alle nahrungssuchenden Insekten und so fallen viele von ihnen der erfolglosen, mitunter längeren, Reise zum Opfer.

Dieses Problem kann natürlich auch an anderen Stellen vorkommen, an denen Hummeln und anderen Insekten nur weniger zentrale Orte zur Nahrungssuche zur Verfügung stehen; nicht nur bei Linden.

Was kann man tun, um Hummeln zu helfen?

Ob im Garten oder auf dem Balkon, jede tierfreundlich bepflanzte Stelle bietet Hilfe. Hummeln sind dankbare Gäste, denn sie sind friedlich und stechen nicht, solange sie nicht bedroht werden.

Man kann den Hummeln gezielt helfen, indem man dafür sorgt, dass sie über den Sommer mehr „hochwertige“ Nahrung in Form von Pollen und Nektar finden und sich am Ende der Blütezeit nicht nur auf eine Quelle verlassen müssen.

Denn Hummeln sind Gewohnheitstiere und suchen oftmals bekannte Pflanzen auf, da diese weniger Umstellung – und so auch Mühe – benötigen. Eine Anlaufstelle, die den Sommer über blüht, bietet hier eine gewisse Stabilität für wiederholende Besuche.

Womit bietet man Hummeln geeignete Nahrung?

Lassen Sie es in Ihrem Garten blühen! Mit nektarreichen Pflanzen, die im Sommer blühen, vor allem von Juni bis August. Es sollte eine Vielfalt an Pflanzen vorhanden ist, damit der Nahrungsvorrat nicht zu schnell erschöpft ist. So können sowohl unterschiedliche Pflanzen als auch mehrere Ausgaben einer Pflanze gepflanzt werden. Die Blüten sollten offen (also ungefüllt) sein, so dass Pollen und Nektar für die Tiere leicht zugänglich sind.

Welche Pflanzen bieten Nahrung für Hummeln?

Sommerflieder
(Anis-)Ysop
Rhododendron
Garten-Löwenmaul
Thymian
Weissdorn
Wildrosen (ungefüllt)
Fetthenne
Dost
Löwenzahn
Nachtkerze
Roter Hartriegel
Lavendel
Mohn

Besonders blühende Wildpflanzen können die Versorgungslücke schließen. Der Begriff „Trachtpflanzen“ beschreibt nektar- und pollenreiche Pflanzen; diese sind die richtige Wahl wenn sie Hummeln (und Bienen) helfen möchten. Ideale Trachtpflanzen sind zum Beispiel sämtliche Klee-Arten. Beliebt bei Hummeln sind auch blühende Disteln.

Nisthilfen für Hummel

Die Kombination von Nahrung und Unterschlupf an einem Ort bietet eine willkommene Erleichterung, da sich die Wegstrecke zum „Wiederauftanken“ verringert. Hummelkästen, Nisthilfen und naturbelassene Ecken im Garten  (z.B. Komposthaufen, Bereiche mit offener Erde, hohle Baumstämme) werden deshalb gerne angenommen.

Wie helfe ich erschöpften Hummeln mit einer Zuckerlösung?

Finden Sie eine geschwächte Hummel im Garten, können Sie diese mit einem Stück Papier vorsichtig aufheben und an einen sicheren Ort im Schatten bringen. Setzen Sie das Tier auf eine wasserfeste Unterlage (Untersetzer) und bieten ein paar Tropfen von einer Zuckerlösung an. Für das Zuckerwasser wird ein halber Teelöffel weißer Zucker in lauwarmem Wasser aufgelöst. Bitte abwarten und das Tier in Ruhe und von alleine trinken lassen. Das Tier soll nicht von dem Zuckerwasser verklebt werden.

Quelle: Vivara

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