Hungerkünstler

Monstera deliciosa PRILL Mediendesign - Fotolia.com
Monstera deliciosa PRILL Mediendesign - Fotolia.com

Zimmerpflanzen, die mit den spärlichen Lichtverhältnissen im Winter gut zurechtkommen.

Zimmerpflanzen wird in den Wintermonaten viel abverlangt: Trockene Luft, kurze Tage und wenig Licht überstehen nur wenige Gewächse unbeschadet.

 
Licht ist wichtig
 
Das schwache Licht, das uns zum Sehen ausreicht, genügt den meisten Pflanzen nicht. Sie reagieren mit Blattfall und verlieren ihre Widerstandkraft, wenn es ihnen zu dunkel wird. In Folge dessen können sich Schädlinge ungehindert breit machen.
 
Lampen können das Tageslicht nicht ersetzen, denn sie besitzen ein Lichtspektrum, das die Pflanzen nur in geringem Maße verwerten können. Anders ist das mit speziellen Pflanzenleuchten, die auf die Bedürfnisse der grünen Gewächse abgestimmt sind. Doch sie können nicht überall zum Einsatz kommen.
 
Lichtstärken – Zahlen zum Vergleich
 
Das Auge kann uns täuschen. Hell und Dunkel sind subjektive Eindrücke. Nur mit einem Messgerät, dem Luxmeter, kann die tatsächliche Helligkeit bzw. Lichtintensität ermittelt werden. Sie müssen sich so ein Gerät nicht unbedingt anschaffen. Es gibt Messdaten, die Sie durchaus auf Ihr Wohnumfeld übertragen können und deutlich machen, wie stark sich die natürliche Lichtstärke im Jahresverlauf verändert.
 
Der Spitzenwert in unseren Breiten wird in der Sommersonne gemessen. Lichtstärken von bis zu 100 000 Lux sind keine Seltenheit. Im lichten Schatten verringert sich die Lichtintensität schon auf 30 000 Lux. Hinter einer Fensterscheibe im Zimmer herrschen im Sommer etwa 10 000 Lux. Im Winter haben wir dort Lichtstärken von 2000 Lux. Dies ist als Lichtausbeute für die meisten Zimmerpflanzen ausreichend.
 
Die meisten Zimmerpflanzen wachsen gut ab 1000 Lux, also in Fensternähe. Stehen Pflanzen im Winter etwa zwei Meter vom Fenster entfernt, müssen sie dort mit etwa 180 Lux auskommen.  Für sie ist es an so einen Standort dann stockfinster.
 
Doch es gibt Zimmerpflanzen, die auch mit wenig Licht ganz gut zurecht kommen:
 

Grünpflanzen für niedrige Lichtstärken von 300 bis 500 Lux:

 
Unschlagbar ist die Efeutute (Epipremnum aureum) um dunkle Bereiche zu begrünen. Abwechslung bringen die vielen buntblättrigen Sorten, die jetzt im Handel sind.
 
Etwas größere Blätter haben die Baumfreundarten (Philodendron erubescens, P. scandens).
 
Zur gleichen Familie gehört auch das robuste Fensterblatt (Monstera deliciosa). Allerdings verschwinden bei wenig Licht die dekorativen Ausbuchtungen. Zur besseren Lichtausbeute bildet die Pflanze ganze, großflächige Blätter aus.
 
Eine Überlebenskünstlerin im Dunkeln ist die Schusterpalme (Aspidistra elatior). Ihre Blätter werden gerne in der Floristik verwendet.
 
Unter den Drachenbäumen können die breitblättrigen Arten (Dracaena fragrans, D. demerensis) in düsteren Ecken überleben.
 
Ein Relikt aus den 1950er Jahren ist der Bogenhanf (Sanseveria). Je dunkler sie steht, desto weniger Wasser braucht sie.
 
Blühpflanzen

 

Lange Freude, auch bei spärlichem Licht, haben Sie an:
 
Usambaraveilchen (Saintpaulia ionantha),
Flamingoblume (Anthurium ssp) und
Einblatt (Spathiphyllum wallissii).
 
 
Quelle: Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie
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