Indische Gemüse-Rezepte: Curry, Korma, Dal, Raita

Indische Gemüse-Rezepte: Curry, Korma, Dal, Raita
Neben orientalischen Einflüssen findet man in der indischen Küche auch westliche Zutaten wie Tomaten und Chili - Foto: VICUSCHKA / stock.adobe.com

Indisch zu kochen, ist für mich ein Fest der Sinne. Ich ziehe diese Küche der italienischen vor, weil ich sie als bekömmlicher empfinde – den vielen Gewürzen sei Dank. Und: es gibt eine große Vielfalt an schmackhaften, fleischlosen Gerichten.

Direkt zu den indischen Gemüse-Rezepten:
Rezept: Linsen-Dal
Rezept: Blumenkohl-Curry 
Rezept: Würzige Rote Bete
Rezept: Gurken-Raita
Rezept: Gemüse-Korma
Rezept: Naan-Brot

Kochen mit Wintergemüse: Einmal Indien und zurück

Zaghaftes Klopfen an der Türe. „Morning tea is ready, Mam“. Verschlafener Blick auf die Armbanduhr. Es ist kurz vor sechs. Ich drehe mich noch einmal um. Zehn Minuten später, heftiges Klopfen: „Bed tea, Madam!“ Beim vorsichtigen Öffnen der Türe stoppe ich den indischen Hausangestellten, der mit Tablett und einer Teetasse darauf in mein Zimmer durchstarten will. Mürrisch fragendes Gesicht. Schmelzendes Lächeln als Antwort. Ich verstehe nichts. Nur: Ich bin im indischen Darjeeling, und es geht um Tee. Die erste Tasse davon trinke ich im Bett. Wie später noch viele. Der indische bed tea ist nach dieser Reise zu Hause zu einem lieben Ritual geworden.

Indien ist ein großer Lehrer, pflegte mein Yoga-Lehrer zu sagen. Wer nach Indien reist, kommt verändert zurück! Weiser? Vielleicht. Reicher an Erfahrungen auf jeden Fall. Indien bescherte unserer kleinen Journalisten-Gruppe auf Biotee-Recherche die Begegnung mit wunderbaren Menschen und faszinierenden Landschaften, mit waghalsigen Fahrten auf engen Hochgebirgs-Straßen, die Bekanntschaft mit anhänglichen Blutegeln und mit dünner Luft beim Wandern auf 3000 m Höhe, nebst zwei chaotischen Streiktagen. Außerdem: Gegensätze zwischen arm und reich, laut und leise, wohlriechend und abstoßend, wie sie größer nicht sein könnten. Mir bescherte sie auch die Liebe zu einer betörend aromatischen Küche. Ist man vor Ort, sollte man die Lage schon genau inspizieren, denn nicht selten gilt für uns Europäer: Peel it, boil it, cook it or forget it! In meiner Küche zu Hause bin ich da ganz auf der sicheren Seite.

Einige meiner Lieblingsgerichte habe ich in diesem Blog zusammengestellt. Allein das Dal aus gekochten Linsen oder anderen Hülsenfrüchten ist mit Reis serviert ein Genuss. Zur ausgiebigen Reistafel, dem Thali, gehören noch Gemüse, Chutney und Joghurtsoße. Das Blumenkohlcurry unserer langjährigen Rezeptautorin Ingrid Früchtel lässt sich auch mit Rosenkohl, Brokkoli oder Romanesco (ist schnell gar!) zubereiten. Passend zur Jahreszeit habe ich noch ein Rote-Bete-Gericht aus meinem Karteikasten geholt. Chutneys finden Sie in folgenden Blog-Beiträgen: Blutorangen-Chutney bei den Orangenrezepten, Kürbis-Chutney in dem Beitrag mit Kürbisrezepten.

Namaste und guten Appetit

Meine Gemüse-Rezepte aus der indischen Küche


Rezept: Linsen-Dal

Zutaten für 6 Portionen:
250 g rote Linsen, 1 TL Kurkuma, 1 kleine grüne Chili, 2–3 gehackte (geschälte) Tomaten
3 EL Öl, 2–3 TL Senfsamen, 2–3 TL Kreuzkümmel, 1–2 getrocknete Chili,
1 EL fein gehackten Ingwer, 3–5 Knoblauchzehen, 2–3 Zwiebeln, 2–3 EL Essig

• Linsen, Kurkuma, Tomaten und Chili in 1 l Wasser geben und ½ Stunde leicht köcheln.
• In einer Pfanne Senf, Kreuzkümmel, gehackte Chili in Öl anrösten. Deckel draufgeben, den die Senfkörner springen!
• Ingwer, gehackten Knoblauch und klein gewürfelte Zwiebeln zugeben, goldbraun braten und zu den Linsen geben.
• Die Pfanne mit Essig ablöschen, und den Dal damit abschmecken.


Rezept: Blumenkohl-Curry 

Zutaten für 2 Portionen:
500–600 g Blumenkohl, 2 TL gekörnte Gemüsebrühe, 2 EL Sonnen-
blumenkerne, 1 Lorbeerblatt, 4 Pimentkörner, 6 Kardamomsamen, 2 TL Reis,
je 2 TL Curry und Kurkuma, ¼ TL Cayennepfeffer, 50 g Butter, ½ Zitrone, abgeriebene Schale und 2 TL Zitronensaft, Salz, evtl. 2–3 EL Sahne, Petersilie zum Garnieren

• Blumenkohl putzen, in Röschen teilen und waschen. Strunkende in 1 cm breite Scheiben schneiden.
• ¼ l Wasser mit der gekörnten Brühe aufkochen und den Blumenkohl
8–10 Minuten bissfest garen.
• Sonnenblumenkerne ohne Fett in einer Pfanne leicht rösten.
• Das zerkrümelte Lorbeerblatt , Pimentkörner, Kardamom und Reis in der Getreidemühle fein mahlen, die übrigen Gewürze daruntermischen.
• Die Butter in einem breiten Topf oder in der Servierpfanne zerlassen und die Gewürzmischung darin kurz rösten. Kochbrühe, Zitronenschale und –saft zufügen und salzen. Nach Belieben noch 2–3 EL Sahne unterrühren.
• Den Blumenkohl in der gewürzten Butter schwenken, bis die Röschen davon überzogen sind.
• Sonnenblumenkerne darüber streuen, mit gehackten Blumenkohlblättchen und Petersilie garnieren.
• Basmati-Reis zum Curry servieren.
• Statt Blumenkohl schmecken auch Romanesco, Rosenkohl und Brokkoli, Karotten oder Pastinaken.


Rezept: Würzige Rote Bete

Zutaten für 4–6 Portionen:
1 kg Rote Bete, 1 frische Chilischote, 1 EL Butter oder Ghee, 1 TL Senfkörner,
1 TL ganzer Kreuzkümmel, 1 TL gemörserter Koriander, je 1 TL gemahlener Ingwer und Kurkuma, ¼ TL Zimt, 2 TL brauner Rohrzucker, Saft von 1 ½ –2 Zitronen,
125 ml heißes Wasser, evtl. 2–3 EL Crème fraîche, etwas Salz

• Die Rote Bete schälen und grob würfeln. Die Chilischote waschen, längs halbieren, entkernen und fein hacken.
• Butter in einem Topf erhitzen, die Senfkörner sowie den ganzen Kreuzkümmel dazugeben und den Topf sofort schließen. Sobald die Körner hörbar springen, vom Herd nehmen und kurze Zeit warten, bis sich die Saaten wieder beruhigt haben.
• Die übrigen Gewürze, die Chilischote und den Zucker dazugeben und kurz in heißem Fett rösten.
• Zitronensaft, Wasser und Rote Bete zufügen und 30–40 Minuten unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze köcheln, bis die Rote Bete bissfest gar sind.
• Mit Salz abschmecken, evtl. einige EL Crème fraîche unterrühren.
• Das Gericht schmeckt nicht nur warm, sondern auch gut gekühlt.


Rezept: Gurken-Raita

Zutaten für 4 Portionen:
1 Bio-Salatgurke (ungeschält), 2 Frühlingszwiebeln, 1 Stück Ingwer (1–2 cm),
einige Blätter frische Pfefferminze (2 EL), 375 ml Joghurt, 3 EL Zitronensaft,
1 TL Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer

• Die Salatgurke mit Schale raspeln, Zwiebeln, Minze und Ingwer sehr fein hacken, den Kreuzkümmel mörsern.
• Das Joghurt mit den Zutaten vermischen, mit Zitronensaft, Kreuzkümmel Salz und Pfeffer abschmecken und ein, zwei Stunden kalt stellen.


Rezept: Gemüse-Korma

Zutaten für 4 Portionen:
1 Zwiebel, 4 EL Öl, 1 EL Kreuzkümmel, 2 TL Koriander, 1 TL Zimt,
1 TL Kurkuma, 2 Knoblauchzehen, 1 Stück Ingwer (3 cm), 1 Chilischote, 300 g fettes Joghurt (griechisch), 40 g Mandeln, 400 g Pastinaken, 400 g Karotten, 400 g Rosenkohl, 300 ml Wasser

• Mandeln mahlen, Koriander und Kreuzkümmel im Mörser zerstoßen. Knoblauch, Ingwer und Chili fein hacken.
• Zwiebel würfeln und in Öl anbraten.
• Gewürze, Knoblauch, Ingwer und Chili zugeben und anrösten.
• Joghurt oder Sahne und Mandeln zufügen und einige Minuten schmoren.
• Vorbereitetes Gemüse (Pastinake würfeln, Karotten in Scheiben, Rosenkohl putzen und kreuzweise einschneiden) zufügen.
• 1/4 l Wasser angießen und zugedeckt 10–15 Minuten köcheln, bis das Gemüse bissfest gar ist.
• Mit Basmati-Reis oder mit den anderen Gerichten zur Reistafel servieren.


Rezept: Naan-Brot

Zutaten für 8–12 Fladen/6 Portionen:
500 g Mehl, 1 gestrichener EL Salz (10 g), ¼ Würfel Hefe (11 g), 285 g lauwarmes Wasser, 1 EL Öl (8 g), 2 ½ EL Joghurt, 2 EL warmes Butterschmalz

• Hefe mit etwas lauwarmem Wasser anrühren.
• Mehl in eine Schüssel geben, eine Kuhle in die Mitte drücken, Hefebrei hineingeben, Salz darüberstreuen, das Ganze mit 1 EL Öl 2 ½ EL Joghurt und 2 EL warmem Butterschmalz zu einem elastischen Teig verkneten.
• Teig in eine Schüssel geben, mit Tuch bedecken und an einem warmen Ort gehen lassen.
• Teig in 8–12 Stücke teilen und ausrollen. Die Fladen im vorgeheizten Ofen bei
230 °C in etwa 5–6 Minuten backen.
• Tipp: Naan-Brot lässt sich gut aufwärmen: Mit etwas Wasser anfeuchten und im heißen Ofen 1–2 Minuten aufbacken.

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