Jetzt ist der Mangold dran

30.08.2016, 16.18 Uhr

Jetzt ist der Mangold dran

„Mangold ist ein dankbares Gemüse“, begeistert sich meine Kollegin Katja. „Er wächst wie wahnsinnig, schießt nicht und lässt sich leicht ernten. „Mit meinem Blattmangold könnte ich zur Zeit das ganze Dorf versorgen.“ Ich finde die beiden Pflanzen in den Kisten auf meinem Balkon nicht wirklich dankbar: ich kann nicht einmal mich damit versorgen. In zwei Monaten haben sie nur bescheiden an Blattmasse zugelegt. Für Liesis Mangoldkuchen reicht es nicht. Allenfalls für das italienische Mangold-Gemüse. Schön sehen die Gewächse trotzdem aus, mit ihren kräftig roten Stielen und dem rotnervigen Blattgrün. Und mein Balkon ist eben nicht Katjas Garten.

Auch die Sorte bestimmt den Ertrag mit. Der grüne Blatt- oder Schnittmangold ‘Lukullus’ ist starkwüchsig und bildet besonders zarte Stiele und Blätter aus. Vom Stielmangold gibt es unzählige Sorten mit bunten Stengeln von weiß über gelb und orange bis zu rot und rot-violett. Diese sind eine Augenweide im Beet, aber eben nicht ganz so robust und kälteverträglich wie ‘Lukullus’. Man kann nicht alles haben.

Katja hat noch einige Tipps auf Lager, um die Ernte zu optimieren. Die Pflanzen, die sie im Mai ins Beet gesät hat, sind mittlerweile auf Tuchfühlung mit ihren Nachbarn gegangen. „Wenn die Nächte langsam kühl werden und morgens Tau fällt, beginnen die Pflanzen zu modern“, erläutert die Gemüsegärtnerin. „Dann rupfe ich jede zweite oder dritte Pflanze davon samt Wurzel aus. Die übrigen haben somit wieder Platz, sie können leichter abtocknen und wachsen üppiger.“ Eine Runde Brennnesseljauche gibt ihnen zusätzlich Kraft für neue Blätter.

Mein Kistengärtlein brauche ich nicht auszudünnen. Schließlich tummeln sich darin nur zwei Mangoldpflanzen. Daneben wachsen zwei Kohlrabi, zwei rote Beete, etwas Rukola, blühende Kapuzinerkresse sowie Basilikum. Zwei dankbare Tomaten stehen in Töpfen nebenan. Auch Pflanzen sind nicht gerne alleine, sondern brauchen Gesellschaft und Ansprache.
„Was willst Du eigentlich mit dem bisschen Gemüse “, hat mich mein Bruder kürzlich gefragt. „Ich schaue ihm beim Wachsen und Blühen zu und freue mich daran“, gebe ich zur Antwort. Und ein bisschen Ertrag geht schließlich immer.

Mangold-Pizza auf Kartoffelteig

Zutaten für ein Blech (6–8 Portionen):
Kartoffelteig: 400–500 g mehlig kochende Kartoffeln, 100 g Mehl, 50 g Semmelbrösel, 100 g Crème fraîche, Salz, Muskatnuss
Aufstrich: 100 g Crème fraîche, 50 g Tomatenmark, 1 TL Essig, 1, TL Honig, Salz, Pfeffer, nach Belieben gehacktes Basilikum
Belag: 500 g Mangold, 1 EL Butter, 1 EL Öl, 3 Tomaten, 250 g Mozzarella, Muskat, Salz

• Kartoffeln in Salzwasser 30 Minuten weichkochen und durch eine Kartoffelpresse drücken.
• Mit Mehl, Semmelbrösel, Crème fraîche, Muskat und Salz rasch zu einem streichfähigen Teig verarbeiten, bevor er klebrig wird und in eine gefettete Form streichen. Bei 180 °C 10 Minuten backen.
• Crème fraîche mit Tomatenmark und den restlichen Würzzutaten verrühren und auf dem Kartoffelteig verstreichen.
• Mangold waschen, Blätter und Stiele in dünne Streifen schneiden, in Butter und Öl dünsten, mit Salz abschmecken und über den Aufstrich schichten.
• Tomaten und Mozzarella in Scheiben schneiden, Tomaten auf den Mangold legen, mit Salz bestreuen.
• Mit Mozzarella abschließen, weitere 15 Minuten backen. Schmeckt heiß und kalt.

Mangold italienisch 

Zutaten für 2 Portionen:
200 g Mangold, 1 grüne Paprika, 100 g Lauch, 2 EL Olivenöl, 1 Knoblauchzehe,
2 Liebstöckelblätter, 8-10 Rosmarinnadeln, gehackt, 1–2 TL Thymianblättchen, Salz, 2 reife Tomaten, 3 EL Saure Sahne, 1–2 EL frisch gehackte Petersilie, 2 EL Pinienkerne

• Mangoldstiele und dicke Rippen von den Blättern trennen, waschen und getrennt in 1 ½ cm breite Streifen schneiden.
• Die Paprikaschoten vierteln, entkernen und quer in Streifen schneiden, Lauch waschen, putzen und in schmale Streifen schneiden.
• Öl und Wasser in einer Pfanne erhitzen. Das Gemüse bis auf die Mangoldblätter, den durchgepressten Knoblauch und die Kräuter dazugeben, salzen und 5-8 Minuten köcheln.
• Tomaten grob würfeln und mit dem Gemüse noch 3–4 Minuten ziehen lassen.
• Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne leicht bräunen.
• Saure Sahne unterrühren, das Gemüse abschmecken und mit Petersilie bestreuen und Pinienkernen bestreuen.
• Dazu passen Reis, Kartoffelbrei oder – besonders lecker: Gratinierte Maisbällchen.

Gratinierte Maisbällchen

Zutaten für 4 Portionen:
250 g feiner Maisgrieß (Polenta), 1–2 EL gekörnte Gemüsebrühe, 600 ml Wasser,
25 g Butter, 2 kleine Eier, 4 EL frisch geriebener Emmentaler, ½ TL Curry

• Brühe und Polenta – bis auf 3 EL davon – in das Wasser einrühren.
• 20 g Butter, Eier, 2 EL Käse, Curry und den zurückbehaltenen Maisgrieß unter den Maisbrei rühren und diesen auskühlen lassen.
• Backofen auf 200 °C vorheizen, eine Pizzaform, Springform oder Blech einfetten.
• Mit einem nassen Eisportionierer oder 2 Löffeln Kugeln in die Form setzen und mit dem restlichen Käse bestreuen.
• Die Klößchen im Backofen 25 Minuten backen, bis sie goldgelb sind.

Liesis Mangoldkuchen mit Käsekruste

Zutaten für eine Springform, 26 cm Durchmesser:
1 kg Mangold (alternativ schmeckt auch Spinat), ¼ l EL Wasser, 1 TL Salz,
100 g weiche Butter, 3 Eier, 250 g Magerquark, 1/8 l Sahne, 150 g Mehl,
3 EL Grieß, 1 TL Salz, 1 Messerspitze geriebene Muskatnuss
Kruste: 50 g Semmelbrösel, 100 g frisch geriebener Emmentaler
Für die Form: Butter und Semmelbrösel

• Mangoldblätter und Stiele waschen, die grünen Blätter von den Stielen trennen, Blätter in Streifen schneiden. Die Stiele evtl. längs halbieren und ebenfalls in schmale Streifen schneiden.
• Das Wasser mit dem Salz zum Kochen bringen. Den Mangold 5 Minuten blanchieren, in ein Sieb schütten, abtropfen und auskühlen lassen.
• Die weiche Butter mit den Eiern schaumig rühren.
• Quark, Sahne, Mehl, Grieß, Salz und Muskat unterrühren.
• Mangold noch einmal ausdrücken und unter die Buttermasse mischen, abschmecken.
• Springform mit Butter ausstreichen und mit Semmelbröseln ausstreuen.
• Mangoldmasse in die Form füllen und die Oberfläche glatt streichen. Die Semmelbrösel mit dem geriebenen Käse mischen und über den Kuchen streuen, einige Butterflöckchen darauf verteilen.
• Mangoldkuchen auf der unteren Schiene 40–50 Minuten bei 200 °C backen. Nach 30 Minuten ein Stück Alufolie darüber legen, damit er nicht zu dunkel wird.
• Dazu schmeckt die Meerrettichsoße.

Meerrettichsoße

Zutaten: 2 Äpfel, 100 g Champignons, 1 EL Weinessig, 2–4 EL geriebener Meerrettich, je 1 Prise Zucker, Salz und Pfeffer, 1/4 l Sahne

• Die Champignons putzen und fein hacken, die Apfelraspel mit dem Weinessig, dem Zucker, dem Meerrettich, den Champignons, dem Salz und Pfeffer mischen.
• Die Sahne steif schlagen und unter das Apfel-Meerrettich-Gemisch heben.
• Die Soße zum noch heißen Kuchen servieren.

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